Nein zur „Slowenenzählung“

BZÖ und ÖVP wollen es Bruno Kreisky gleichtun und eine Sondervolkszählung unter Kärntner Slowenen veranstalten. Diese gehört natürlich boykottiert, denn langsam sollte es mit den ewigen Spielchen mal reichen. Die Verfassung gehört eingehalten und fertig. Aber dank Kreiskys Schwanzeinziehen vor ein paar besoffenen Nazis im Jahr 1972 wird diese Geschichte niemals enden. Die Deutschnationalen werden niemals wirklich Ruhe geben und keine Gelegenheit auslassen, um die slowenischsprachigen Kärntnerinnen und Kärntner zu demütigen, um ihr altes Ziel der vollständigen „Germanisierung“ des Landstrichs zu erreichen. Nach dem „Ortstafelsturm“ hätte eine Regierung, die Moral und Mut gehabt hätte, neben jede Ortstafel zwei Soldaten mit scharfer Munition hingestellt, jene Polizisten, die tatenlos der Demontage der Ortstafeln zusahen, entlasssen oder versetzt und dann wäre Ruhe im Karton gewesen, denn Nazis sind bekanntermaßen feige und werden nur dann stark, wenn der Rechtsstaat vor ihnen zurückweicht.  Man kann sogar mit gewissem Recht behaupten, Kreiskys damalige Kapitulation vor dem angeblichen „Kärntner Volkszorn“ hat wie kein anderes Ereignis die Braunen in diesem Land in derem Glauben bestärkt, sie könnten sich wieder aus ihren Rattenlöchern trauen, denn wenn es hart auf hart geht, stünde die Exekutive ohnehin auf ihrer Seite, wie diese es ja beim „Ortstafelsturm“ wirklich tat.

Doppelt und dreifach leidig ist die ganze Sache ja, weil die Kärntner Bevölkerung –  vielleicht mit Ausnahme von ein paar Dörflein in Unterkärnten – nicht das geringste Interesse an dem Thema zeigt und sich auch nicht sonderlich darüber erregt. Schon den Klagenfurtern ist es mehrheitlich völlig wurscht, ob Ortstafeln aufgestellt werden oder nicht, von weiter nördlich gelegenen Städten ganz zu schweigen. Die zweisprachigen Ortstafeln waren, sind und bleiben ein Nazi-Thema, das von diesen so lautstark thematisiert wird, dass manche meinen, hier würde eine kärntner Mehrheitsmeinung vertreten, was aber nicht der Fall ist. Mittlerweile ist ja sogar schon der früher berüchtigte Kärntner Heimatdienst des Themas überdrüssig und sucht die Verständigung und Versöhnung mit der Minderheit, bloß ein paar Krakeler aus BZÖ und FPÖ und ein paar gestrige SPÖ- und ÖVP-Bürgermeister halten das Süppchen am köcheln und servieren es vor jeder Wahl oder wenn ihnen gerade fad im Schädel ist bzw wenn sie von ihrem Versagen in der Sachpolitik ablenken müssen.