Eine mondlose Nacht bricht an

Es ist Ende Februar 2017 und in Bolivien wird das Trinkwasser knapp. Die Andengletscher verschwinden und mit ihnen die Süßwasserquelle für Millionen. Im Weißen Haus sitzt ein Mann, der den Klimawandel leugnet. Es ist Februar 2017 und 84-jährige Greisinnen bekommen Briefe von niederösterreichischen Ämtern in denen man sie auffordert, sich für die Einberufung zur „gemeinnützigen Arbeit“ vorzubereiten. Es ist Februar 2017 und eine österreichische Regierungspartei will EU-Bürgerinnen, die in Österreich arbeiten und österreichische Steuern und Sozialabgaben bezahlen, die Familienbeihilfe für im EU-Ausland lebende Kinder kürzen. Es ist Februar 2017 und die österreichische Bundesregierung, bestehend aus Sozial- und Christdemokraten, beschließt, ältere Arbeitslose zur „gemeinnützigen“ Zwangsarbeit zu verdonnern. Es ist Februar 2017 und die bulgarische Stadt Plowdiw, von der EU zur „Kulturhauptstadt 2019“ erkoren, walzt Roma-Siedlungen nieder, ohne den Bewohnern Ersatzwohnraum zur Verfügung zu stellen. Es ist Februar 2017 und der Journalist Deniz Yücel sitzt zusammen mit hunderten Kolleginnen und Kollegen für das Verbrechen, seine Arbeit getan zu haben, in einem Gefängnis der Türkei, die nebenbei für die EU den Türsteher spielt und Flüchtlinge unter elenden Bedingungen in Lagern interniert. Es ist Februar 2017 und die EU verhandelt mit einer der libyschen Bürgerkriegsparteien, die man als „Regierung“ bezeichnet, den Ausbau jener Flüchtlingslager, in denen laut Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes „KZ-ähnliche Zustände“ herrschen. Es ist Februar 2017 und während die EU tausende Menschen in das „sichere Herkunftsland“ Afghanistan abschiebt arbeiten deutsche Gerichte daran, auch Syrien, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg in Völkermorddimension geführt wird, wo das Regime systematisch Gefangene ermordet und Gruppen wie der „Islamische Staat“ klerikalfaschistische Zonen ausgerufen haben, zu solch einem sicheren Land zurecht zu lügen. Kurz: Es ist ein finsterer Februar am Abend der hereinbrechenden Eklipse der Zivilisation. Eine mondlose Nacht steht bevor.

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Kühlen sie sich ab, Herr Misik!

Wer wissen möchte, wieviel absurden Schwachsinn man in einen gut sechs Minuten langen Videocast packen kann, der möge sich Robert Misiks neueste Ergüsse im „Standard“ ansehen und -hören. Da strickt er eine paranoide Verschwörungstheorie der Sonderklasse, die sich in etwa wie folgt zusammenfassen lässt: Wer an der Theorie des anthropogenen Klimawandels zweifelt, ist quasi automatisch auch „für Israel“, „gegen die Moslems“, neoliberal sowieso, ein kaltherziger Asylbewerberabschieber, für Israel (Misik kann das gar nicht oft genug behaupten), ultrakonservativ/ultraliberal, erliegt einem „sektenhaften Wahn“, glaubt „ein paar schwindeligen Ingenieuren“ mehr als „99,9 Prozent der seriösen Wissenschaftler“, konsumiert böse „angloamerikanische Medien“, bewegt sich in „Kreisen, in denen ein paranoider Stil vorherrscht“, ist neoliberal und gegen offene Grenzen (sic), ist Anhänger einer „Dschungelmarktwirtschaft“, ist ein „harter Rechter und Marktwirtschaftsapologet“ (und, wie Misik nicht müde wird zu betonen „gegen die Moslems“), ist, obwohl „knietief in antisemitischer Tradition“ steckend „ganz wild für Israel“ (ja, schon wieder Israel), hält Menschenfreundlichkeit und Mitgefühl mit Ärmeren für einen „Defekt“, und so weiter und so fort. Gegen Ende dieses seltsamen Ausbruchs kommt Misik dann endlich aus der Deckung und sagt, worauf es ihm wirklich ankommt: „Klimaleugner“ seien deswegen solche, weil sie „gegen eine langfristige industrielle Planung“, also gegen den Kommunismus sind.

Mann, Mann , Mann, mein lieber Scholli! Nichts gegen eine polemische Auseinandersetzung mit „Klimaleugnern“, aber das, was Misik hier abzieht, klingt verdächtig nach Hitzekoller eines grün lackierten Kommunisten am Rande des Nervenzusammenbruchs. Bitte, Herr Misik: Kühlen sie sich ab! Gehen sie ins Schwimmbad! Schaffen sie sich einen Ventilator an! Wenn sie wieder einen kühlen Kopf haben, werden sie sich hoffentlich für diesen wilden Rant, diese sagenhaft dummen Unterstellungen und Pauschalisierungen in Grund und Boden schämen. Ach was, werden sie nicht, es ist ja nur mal wieder kenntlich geworden, was sie in Wirklichkeit für einer sind und was sie ansonsten so gerne hinter der Maske des eh ganz netten Bobo-Linksliberalen zu verstecken versuchen: Ein Altkommunist mit dem erschreckend simplen Weltbild eines DDR-Kaders aus den 70er Jahren.

Deutschland sucht den Superführer

Ohne Führer geht nix, ohne Führung von oben ist alles so schwer, weil man selber denken muss. Diese erschreckende Einstellung findet man an vielen Stammtischen. Und im deutschen UmweltministeriumDer deutsche Umweltminister Norbert Röttgen hat nach dem Scheitern des Weltklimagipfels von Kopenhagen schwere Vorwürfe gegen die USA und China erhoben. US-Präsident Barack Obama und der chinesische Premier Wen Jiabao hätten sich „auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt: China will nicht führen, die USA können nicht führen“, sagte Röttgen laut einer Vorausmeldung vom Samstag in einem Gespräch mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

So ein Pech! Der eine will nicht, der andere kann nicht. Was wie die Beschreibung einer erkalteten Ehe klingt, ist aber bloß Röttgens wütendes Aufstampfen mit seinem Ministerfüßchen, weil die bösen anderen Kinder nicht so spielen wollen, wie er das gerne hätte. Röttgen und seine Herrchen und Frauchen aus wichtigeren Ministerien und der aus hoch subventionierten Ökoindustrie hätten sich nämlich gewünscht, dass die Welt, sprich die USA und China und die Schwellenländer, brav deutsche Solarpanales und deutsche Windräder kaufen. War leider nix. Und das macht den armen Röttgen so traurig, dass er es den pösen Chinamännern und Amis so richtig reinsagt: Es sei der „Tiefpunkt“ der Klimagespräche gewesen, als China sogar eine einseitige CO2-Reduktion der Industrieländer um mindestens 80 Prozent bis 2050 nicht akzeptiert habe, so der CDU-Minister. Nicht um Klimaschutz sei es den Chinesen in Kopenhagen gegangen, „sondern um Verhinderung“. In den USA gelinge es den politischen Eliten nicht, Mehrheiten für den Klimaschutz zu gewinnen. Zu viele Amerikaner wollten nur „billiges Geld haben, um zu konsumieren, und wollen ihren CO2-Ausstoß nicht limitieren“, sagte Röttgen. Scheiße aber auch, dass die amerikanischen „Eliten“ ihren Bürgern nicht einfach Konsumverzicht verordnen können und die chinesischen „Eliten“ das aus Selbsterhaltungstrieb nicht wollen.

Wer soll aber der Superführer werden, wenn China nicht will und Amerika nicht kann? Der Job wird wohl wieder an den armen Deutschen hängenbleiben. Die werden gnadenlos auf jedes Hausdach Solarzellen montieren lassen und jede Hundehütte wärmedämmen, bis alles in Scherben liegt. Den Klimawahn in seinem Lauf halten weder Fakten noch Widersprüche auf.

56 Zeitungen retten die Welt

Ja wo wir gerade bei der Klimahysterie waren: Es geht immer noch heftiger und hysterischer, man kann immer noch einen drauf legen. Das beweisen 56 Zeitungen aus 64 Ländern, die gestern (bzw. heute, da einige ja am Sonntag nicht erscheinen) ein wortgleiches Editorial abgedruckt haben. Schauen wir uns das einmal genauer an!

Wenn wir uns nicht zusammenschließen, um entscheidende Schritte zu setzen, wird der Klimawandel unseren Planeten verwüsten und in der Folge auch verheerende Auswirkungen auf unsere Sicherheit und unseren Wohlstand haben. Seit einer Generation sind die Gefahren offensichtlich. Jetzt beginnen auch die Fakten zu sprechen: Elf der letzten 14 Jahre waren Wärmerekordjahre, die arktische Eiskappe schmilzt, und die überhitzten Preise bei Öl und Lebensmittel im vorigen Jahr geben einen Vorgeschmack auf zukünftiges Chaos. In wissenschaftlichen Publikationen geht es längst nicht mehr darum, ob die Menschen dafür verantwortlich zu machen sind, sondern darum, wie viel Zeit uns noch bleibt, um den Schaden zu begrenzen. Bis jetzt antwortete die Welt darauf nur zögerlich und halbherzig.

Äh, Verzeihung. Seit 1999 wurde das Weltklima nicht mehr wärmer. Seit einigen Jahren sucht man „Wärmeremkordjahre“ vergeblich. 1998 war das bis heute ungeschlagene „Rekordjahr“, was die Welttemperaturen betrifft. Die „überhitzten Lebensmittelpreise“ des Vorjahres waren übrigens auf „Klimaschutzmaßnahmen“ zurückzuführen: Nahrungsmittelpflanzen wurden für „Bio“-Treibstoffe verwendet statt für Brot. Die Eiskappen an den Polen sind auch in früheren Zeiten immer wieder mal völlig abgeschmolzen, das werden sie auch weiter tun und es wird garantiert wieder eine Kaltphase kommen, in der sich die Gletscher und Polareiskappen – zum Nachteil fast allen Lebens – prächtig ausweiten. Weiters ist es eine Lüge, dass es „in wissenschaftlichen Publikationen längst nicht mehr darum geht, ob Menschen dafür verantwortlich sind“. Vielleicht sollte dies auch ein wenig eleganter Schlenker in Richtung „eigentlich ist es ja egal, wer dafür verantwortlich ist“ sein? Oder ist das so zu verstehen, dass, wenn es um die Gute Sache“ geht, auch mal gelogen und manipuliert werden darf und diese Lügen und Manipulationen dann auch noch brav von den Medien transportiert werden?

Der Klimawandel braute sich über Jahrhunderte zusammen, hat Konsequenzen bis ans Ende aller Zeiten, und über unsere Aussichten, das alles in den Griff zu bekommen, wird in den nächsten 14 Tagen entschieden. Wir rufen die Repräsentanten von 192 Ländern auf, die sich in Kopenhagen versammeln, nicht zu zögern, nicht zu streiten und sich nicht gegenseitig die Schuld zuzuweisen, sondern nach dem größten politischen Fehler der heutigen Zeit die Gelegenheit beim Schopf zu packen. Es soll kein Kampf werden zwischen Reich und Arm oder zwischen Ost und West. Klimawandel betrifft alle, und die Probleme müssen auch von allen gelöst werden.

Der Klimawandel braute sich also über Jahrhunderte zusammen? Und trotzdem ist der Mensch schuld? Haben die Ochsen und Esel, die vor der Industrialisierung unsere „Kraftfahrzeuge“  waren, dermaßen viel CO2 in die Luft gefurzt? Oder ist das, wie schon oben, erneut ein kleiner Rückzieher und ein Eingeständnis, dass sich das Klima IMMER schon verändert hat und das immer tun wird? Und die Formulierung „Konsequenzen bis zum Ende aller Zeiten“, die ist vielleicht hübsch! Aus der Bibel abgeschrieben? Klingt zumindest sehr verdächtig nach Religion. Was war übrigens „der größte politische Fehler der heutigen Zeit“? Keine Antwort? Klingt halt irgendwie dramatisch und daher „Tageszeitungs-gut“? Bad news are good news, auch wenn man sie sich aus den Fingern saugt?

Die Wissenschaft dahinter ist komplex, aber die Fakten liegen klar auf der Hand. Die Welt muss Schritte setzen, um den Temperaturanstieg nicht höher als zwei Grad Celsius werden zu lassen. Dafür ist es erforderlich, die weltweiten Emissionen nicht mehr weiter ansteigen zu lassen, sondern sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren herunterzudrücken. Bei einem größeren Anstieg der Temperatur um 3 bis 4 °C – und das ist die vorsichtigste Schätzung für die Folgen dessen, wenn nichts geschieht – würden Kontinente verdorren und landwirtschaftliche Flächen zu Wüsten werden. Die Hälfte aller Arten würden aussterben, unzählige Millionen Menschen müssten auswandern und ganze Länder würden im Meer versinken. Die Kontroverse um die E-Mails britischer Forscher, die nahelegt, dass sie ungelegene Daten zu unterdrücken versuchten, hat die Sache weniger durchsichtig gemacht. Sie entkräftete aber nicht die Gesamtmenge an Beweisen, auf denen diese Prognosen basieren.

Die „3 bis 4 °C sind keineswegs die „vorsichtigsten Schätzungen“. Sie sind Übertreibungen. Und dass die Klimawandel-Apologeten unter den Wissenschaftlern durch die abgefangenen Emails als Schwindler, Übertreiber und Intriganten entlarvt wurden, „ändert nicht die Gesamtmenge an Beweisen“ auf denen die Prognosen eben dieser Schwindler basieren? Schon gut, wir werden alle brav sein und unser Hirn bei der Klimapolizei abgeben, denn 56 Tageszeitungen können schließlich nicht irren, oder? Vor allem dann nicht, wenn sie alle dasselbe abdrucken. Das ist sehr vertrauenserweckend. Sehr schön finde ich auch wieder, dass die extremsten aller Katastrophenprohezeihungen als gegeben und wahr hingestellt werden. Von den Herausgebern dieser 56 Zeitungen könnte selbst ein Roland Emmerich sowie die gesamte Pfaffenschaft des Planeten  noch was lernen.

Nur wenige glauben noch, dass nach Kopenhagen ein voll ausgearbeiteter Vertrag auf dem Tisch liegen wird; der wahre Schritt in diese Richtung konnte erst gesetzt werden, als Präsident Obama ins Weiße Haus einzog und die Jahre der US-Quertreiberei beendete.

Jaaa, endlich ist der dumme böse Bush weg und die USA werden von einem Engel regiert. Alles wird gut. oder doch nicht?

Aber selbst jetzt ist die Welt noch immer der Gnade der US-Innenpolitik ausgeliefert, da der Präsident sich nicht zu allen nötigen Schritten verpflichten kann, solange es der US-Kongress nicht auch macht. Aber die Politiker in Kopenhagen können und müssen sich auf die wichtigsten Elemente eines fairen und effizienten Abkommens einigen und – das ist entscheidend – auf einen fixen Zeitplan, um diese Vorhaben in einen Vertrag zu gießen.

Diese verdammte Gewaltenteilung in den Staaten! Wäre Obama Diktator, wäre alles viel viel einfacher.

Die UN-Klimakonferenz in Bonn im nächsten Juni könnte dieser Zeitpunkt sein, oder wie es ein Verhandler ausdrückt: „Wir können in die Verlängerung gehen, aber das Spiel nicht neu austragen.“ Herzstück des Abkommens muss eine Übereinkunft zwischen den reichen Nationen und den Entwicklungsländern darüber sein, wie die Lasten des Kampfes gegen den Klimawandel aufgeteilt werden – und wie wir eine Ressource aufteilen, die jetzt umso wertvoller erscheint: rund eine Billion Tonnen Kohlenstoff, die wir noch emittieren können, bevor die Quecksilbersäule gefährlich ansteigt.

Wie werden wir das bloß anstellen, damit das „gerecht“ vonstatten geht? Spielen wir „Armut-wechsel-dich“, werden wir also freiwillig zur neuen Dritten Welt, um Buße zu tun für unsere Klimaschandtaten?

Reiche Staaten verweisen gern auf die rechnerische Wahrheit, dass es keine Lösung geben kann, solange Entwicklungsgiganten wie China nicht radikalere Schritte setzen, als sie es bisher getan haben. Aber die reichen Staaten sind verantwortlich für den Großteil der Kohlenstoffansammlungen in der Atmosphäre – drei Viertel allen seit 1850 emittierten Kohlendioxids. Sie müssen jetzt die Führung übernehmen. Die Reichen müssen sich zu tiefen Einschnitten verpflichten, die ihre Emissionen innerhalb einer Dekade auf einen substanziell niedrigeren Level drücken als jenen von 1990.

Aha, die „Reichen“, also wir im Westen, sollen freiwillig ein bisschen verarmen, der Gerechtigkeit wegen, und damit China wenigstens zum Schein beim Klimazircus mitmacht? Seltsam, aber ich habe immer stärker das Gefühl, dass dieses Editorial von einem Autorenteam bestehend aus Dritte-Welt-Laden-Besitzern, Ökofaschisten und Masochisten ausgearbeitet wurde.

Entwicklungsländer können darauf hinweisen, dass sie das Gros der Probleme nicht verursacht haben und auch darauf, dass die ärmsten Regionen der Welt am schwersten getroffen werden. Aber auch sie tragen immer mehr zur Erwärmung bei und müssen sich daher verpflichten, selbst sinnvolle und quantifizierbare Taten zu setzen. Obwohl beide Seiten um etwas umfallen, auf das einige gehofft hatten, war die Tatsache, dass sich die beiden größten Verschmutzer, die USA und China, zu Emissionszielen verpflichtet haben, ein wichtiger Schritte in die richtige Richtung.

Hm, welche „sinnvollen und quantifizierbaren Taten“ sollen denn die armen Länder setzen? Auf Entwicklung verzichten? Oder, wie Brasilien, den Regenwald abholzen, um Agrar-Sprit zu produzieren? Was extrem kontraproduktiv ist, da die Regenwälder ja tatsächlich von höchster Bedeutung für das Ökosystem sind und außerdem als Co2-Binder fungieren?

Die soziale Gerechtigkeit erfordert, dass die industrialisierte Welt tief in ihre Taschen greift und Geld lockermacht, um ärmeren Ländern zu helfen, sich an die Notwendigkeiten des Klimawandels anzupassen, und saubere Technologien finanziert, um ihnen wirtschaftliches Wachstum ohne steigende Emissionen zu sichern.

Erfordert es die soziale Gerechtigkeit nicht in erster Linie, der Dritten Welt dabei zu helfen, Hunger, Armut, Analphabetismus, heilbare Krankheiten etc zu bekämpfen? Nein? Okay, dann liege ich wohl falsch. Die „soziale Gerechtigkeit“ erfordert vielmehr, konkrete Probleme jetzt lebender Menschen zu vernachlässigen und denen stattdessen beizubringen, dass Armut was ganz toll ökologisches ist. Wenn weiter brav gehungert und gestorben wird, wird schließlich auch die böse böse „Überbevölkerung“ von Mütterchen Erde in Schach gehalten. Was fällt mir dazu und zu den Verfassern des Editorials ein? Ach ja: ARSCHLÖCHER!

Ich überspringe jetzt ein wenig nichtssagendes Bla Bla im Text und nehme den Faden ein paar Absätze weiter auf.

Der Übergang wird teuer sein, aber im Endeffekt um ein Vielfaches weniger kosten, als wenn globalen Finanzen aus der Klemme zu helfen ist, oder auch sehr viel weniger als die Folgen, wenn nichts getan wird. Viele von uns, besonders in der entwickelten Welt, werden ihren Lebensstil ändern müssen. Die Ära der Flüge, die weniger kosten als das Taxi zum Flughafen, geht zu Ende. Wir werden intelligenter einkaufen, essen und reisen müssen. Und wir werden mehr für unsere Energie zahlen und weniger davon verbrauchen.

Schon verstanden. Soll jeder bleiben, wo er/sie ist, und von den Früchten leben, die seine Erde hergibt. Adieu Welthandel, adieu Südfrüchte, adieu Fremdenverkehr, adieu ökonomische Entwicklung der ärmeren Länder.

Einige Länder haben bereits erkannt, dass es Wachstum, Jobs und mehr Lebensqualität bringen kann, wenn wir akzeptieren, dass dieser Wandel stattfindet. Der Kapitalfluss erzählt seine eigene Geschichte: Voriges Jahr wurde zum ersten Mal mehr in erneuerbare Energieformen investiert, als Geld aus Elektrizität aus fossilen Brennstoffen erzielt wurde.

Welche Länder sind das? Und es mag schon sein, dass dort bereits mehr in erneuerbare Energieformen investiert wurde, als „Geld aus Elektrizität aus fossilen Brennstoffen erzielt wurde“ (großer Gott, und DAS erscheint als Editorial? So eine verwaschene und ungelenke Sprache!), aber da wir, vermutlich zur Enttäuschung der Editorialschreiber, immer noch im Kapitalismus leben, stellt sich die Frage, ob sich die Sache auch rentiert. Gesamtwirtschaftlich nämlich und nicht bloß für die Hersteller von Windkrafträdern und Solarpanels.

Die Änderung unserer Kohlenstoffgewohnheiten innerhalb einiger weniger Dekaden wird im Bereich von Innovation und Entwicklung etwas festlegen, das es noch nie in der Geschichte gegeben hat. Aber während der bemannte Mondflug oder die Spaltung von Atomen aus Konflikten und aus dem Wettbewerb heraus entstanden sind, muss das kommende Rennen um die Kohlenstoffemissionen aus gemeinsamen Anstrengungen heraus entstehen, eine gemeinsame Lösung zu finden.

Meine Fresse, „Kohlenstoffgewohnheiten“! WER hat das nun wirklich verbrochen oder so verbrecherisch übersetzt?? Das mit den gemeinsamen Anstrengungen und der gemeinsamen Lösung finde ich aber putzig, das hat was von der seligen Hippiezeit.

Um den Klimawandel zu bewältigen, wird Optimismus über Pessimismus triumphieren müssen, Visionen über die Kurzsichtigkeit, oder es muss das dominieren, was Abraham Lincoln in seiner Antrittsrede als Präsident als die „nobleren Seiten unseres Wesens“ beschrieb.

Damit der Optimismus triumphieren kann, verbreiten wir schön brav Horrorstories über verwüstete Kontinente, überflutete Inseln, millionenfache Migration, Hunger, Krankheiten und Weltuntergang, gelle? Das sind wohl die „nobleren Seiten des Gossenjournalismus“.

In diesem Sinne haben sich 56 Zeitungen aus der ganzen Welt auf dieses Editorial geeinigt. Wenn wir uns mit all unseren unterschiedlichen nationalen und politischen Standpunkten und Perspektiven auf etwas einigen konnten, das getan werden muss, dann können es unsere politischen Führer sicherlich auch.

Das Einzige, was man muss, ist sterben, liebe 56 Zeitungen. Und sterben kann man auch vor lauter Angst. Oder weil man im Winter erfriert, da wir brav Co2-Emissionen kürzen.

Kurzfazit zu diesem neuen Tiefpunkt des Journalismus: Erbärmlich!

Österreich rettet die Malediven

Wie man die Klimahysterie durch das Schüren von absurden Schuldgefühlen anheizen kann, zeigt uns die „Standard“-Journalistin Alexandra Föderl-SchmidAlle zur Verfügung stehenden Daten zeigen Klimaveränderungen mit Folgen, die Inselbewohner stärker als reale Bedrohung wahrnehmen als Österreicher, die in einem Land ohne Meereszugang und in einer gemäßigten Klimazone leben. Aber jede Österreicherin, jeder Österreicher trägt mit seinem Verhalten dazu bei, ob ein Bewohner der Malediven künftig auch noch auf seinem Eiland leben kann oder Bangladescher ihre Heimat nicht verlassen müssen. Tja, das ist nicht nur frech gelogen bzw. ohne Recherche nachgeplappert („alle zur Verfügung stehenden Daten“ zeigen eben genau gar nix Eindeutiges), das ist in seiner Schlichtheit, seinem Größenwahn und seiner verdummenden Stoßrichtung fast schon wieder insofern bemerkenswert, als dass eine Qualitätszeitung, die der „Standard“ ja sein will, völlig schmerzbefreit solchen Unsinn abdruckt. Da fehlt wirklich nur mehr der arme Eisbär, der, das sei nur nebenbei erwähnt, die früheren Warmperioden, in denen es auch kein oder kaum Nordpoleis gab, ohne Probleme überlebt hat, jetzt aber als Maskottchen der Hysteriker herhalten muss und ganz sicher elendiglich verhungern und/oder ertrinken wird, wenn wir Österreicher nicht brav aufs Auto verzichten. Und aufs Heizen. Und auf die Industrieproduktion. Und auf sinnvollen Fortschritt.  Aber es geht ja um einiges, es geht um eine Milliardenindustrie, die vom Klimahype lebt, es geht um Atomkraftwerk-Erbauer, die nun ihre Stunde erneut gekommen sehen, es geht um neue Steuern, die man einzuführen gedenkt, um den Emissionshandel und dessen Profiteure, um NGOs und deren Spendengelder, um Förderungen für Wissenschaftler und Institute, kurz: Um ein groß angelegtes Eingreifen in die Gesellschaft und den Markt, um eine gigantische Umverteilung, um Erziehung und Social Engineering, oder wie es Föderl-Schmid ausdrückt: Es geht nicht nur um Gerechtigkeit, es geht auch um eine neue Weltordnung – und um Glaubwürdigkeit. Und zwar von jedem Einzelnen.

Hey, ich hätte gar nichts dagegen, die Welt neu zu ordnen (auch wenn das ein ebeno größenwahnsinniges Vorhaben ist wie der Versuch, mit menschlichen Mitteln das Weltklima zu ändern). Es gibt so vieles auf dieser Welt, das neu geordnet gehörte. Diktaturen und absolute Monarchien könnte man zu Demokratien „neu ordnen“, die grüne Gentechnik könnte den Welthunger beseitigen, ein Grundeinkommen für alle könnte dem Menschen die ihm zustehende Würde verleihen, die Nordkoreaner, Araber und Iraner könnten endlich mal auf Frieden und Zusammenarbeit statt auf Eskalation setzen, Dieselkraftfahrzeuge könnten verboten werden, bis sie endlich mit wirksamen Filtern ausgestattet werden, verbödende und Menschen verachtende Castingshows könnten untersagt werden…ach, es gibt zu vieles, was eine „neue Weltordnung“ nötig machte. Die Drohung, wir müssten Buße tun und umkehren (wohin eigentlich? Zu den schönen Zeiten, als die Lebenserwartung, außer bei den Privilegierten, bei 40 Jahren lag?), macht mir so ne neue Weltordnung aber wenig schmackhaft.

Für die Naiven: Worum es wirklich geht, sagt der Leiter des UN-Umweltprogramms in aller Offenheit: „Töpfers Nachfolger als Leiter des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, schloss auch eine Umweltsteuer nicht aus. Es könne sein, „dass wir uns in fünf bis zehn Jahren in Richtung einer CO2-Steuer bewegen.“ Hier liegt der Ökohund begraben. Es geht nicht um das Klima, nicht darum, ob wir – was viele bezeifeln – die Klimaveränderung beinflussen und den Klimawandel stoppen können. Es geht um eine orientierungslose politische Kaste, die nicht in der Lage ist, Frieden und Wohlstand zu sichern, die keine Visionen mehr anzubieten hat und zutiefst fortschrittfeindlich geworden ist. Diese Kaste, die „ihre“ Staaten immer näher an den Bankrott geführt hat und führt, braucht neue Steuereinnahmen, um weiterwursteln zu können, und sie braucht eine Legitimati0n dafür, dass sie in so vielen wichtigen Fragen nichts unternimmt bzw. völlig versagt. Eine hysterisierte Klimadiskussion kommt da als Ablenkung und zum Gefügigmachen der Bevölkerungen wie gerufen.

Verdunkelungsgefahr

Kommenden Samstag wird der scheidende, durch Christian Scheider ersetzte Klagenfurter Bürgermeister Harald Scheucher eine letzte Schandtat begehen: er wird dem Lindwurm das Licht abdrehen! Keine Sorge (oder voreilige Freude), der Lindwurm wird weiterbloggen. Nur das Denkmal, das die dankbaren Klagenfurter mir einst errichteten, soll am Samstag eine Stunde lang in Dunkelheit getaucht werden, weil sich Klagenfurt an der großen Deppenveranstaltung „Earth Hour“ beteiligt. „Earth Hour“ ist eine Idee des WWF und simuliert schon mal, wie es sein wird, wenn sich die Ökofritzen durchgesetzt haben werden, nämlich finster.

Der ORF schreibt dazu: Mehr als eine Milliarde Menschen in 83 Ländern beteiligen sich an der vom WWF vor zwei Jahren ins Leben gerufenen ‚Earth Hour“. Die Aktion ist das größte Zeichen gegen den Klimawandel aller Zeiten und richtet sich besonders an die Weltklimakonferenz, die im Dezember in Kopenhagen stattfinden wird.

Ich glaube kaum, dass eine Milliarde Menschen so dumm sind, wie es der WWF gerne hätte, und am Samstag eine Stunde lang Nordkorea spielen. Ich glaube weiters nicht, dass dies „das größte Zeichen gegen den Klimawandel aller Zeiten“ sein soll, denn die Klimahysterie ist ein noch recht frischer Geschäftszweig der Ökomafia, aber ok, man schreibt halt viel Blödsinn wenn man jung ist und das Geld braucht.