Abzockerklitsche Telering

Ich staunte kürzlich nicht schlecht, als mir der Mobilfunkprovider Telering (T-Mobile) zur Belohnung dafür, dass ich Kunde blieb und einen neuen Tarif wählte, eine Rechnung von über 80 Euro ins Haus schickte. Nicht mal zehn Euro  davon entfielen auf Gesprächsgebühren, der Rest setzte sich aus der „Servicepauschale“, der Grundgebühr für den neuen Tarif sowie der „Bearbeitungsgebühr für den Tarifwechsel“ zusammen. Das war aber eh nur die branchenübliche Verarsche. Richtig ärgerlich wurde es, als Telering diesen Betrag am vergangenen Dienstag mangels Deckung nicht von meinem Konto abbuchen konnte, denn schon heute lag eine Mahnung inklusive zehn Euro Mahnspesen in meinem Briefkasten. Bedenkt man nun, wie lange Überweisungen brauchen und wie lange ein Brief zur Zustellung braucht, ergibt sich folgendes Bild: Telering kann den Betrag nicht vom Konto buchen und sendet  eine SMS mit dem Inhalt „bitte zahlen sie den Betrag ein“, wartet aber eine eventuelle Überweisung gar nicht erst ab sondern schickt SOFORT ein Mahnschreiben aus, um unter allen Umständen die zehn Euro Mahngebühr kassieren zu können. Und das ist nun wirklich lupenreines Kunden-Abrippen, das sich durch nichts entschuldigen lässt. So agiert kein seriöses Unternehmen, so gehen Abzockerklitschen vor.

Stress im Mömax-Restaurant

Das Möbelhaus „Mömax“ schickte mir einen Gutschein, mit dem man entweder ein Wiener Schnitzel oder einen Fitness-Salat gratis haben konnte. Einzulösen in den Restaurants von Mömax. „Das ist aber nett“, dachte ich mir, und fuhr heute zur Filiale in der Klagenfurter Völkermarkter Straße. Da es 33 Grad im Schatten hatte, bestellte ich mir den Salatteller. An dem gab es nichts auszusetzen. Als ich zahlen wollte, machte die Kellnerin plötzlich Stress.

„Das geht leider nicht“.
„Was geht nicht?“
„Na sie hätten mir den Gutschein vorher zeigen müssen“.
„Auf dem Gutschein steht aber nirgends, dass der vor der Bestellung vorzuweisen sei“.
„Das ist aber so, außerdem hab ich das schon als normale Bestellung gebucht“.
„Na dann buchen sie´s zurück. Wird doch im Computerzeitalter keine Raketenwissenschaft sein“.
„Ich darf nicht“.
„Na dann holen sie bitte ihre Chefin“

Die Restaurant-Chefin kommt und beharrt darauf, dass der Salat voll zu bezahlen sei, da ich den Gutschein nicht vor der Bestellung vorgezeigt habe. Es entwickelt sich eine Diskussion, die ungefähr fünf Minuten, die sich anfühlen wie eine Stunde, dauert. Danach lässt sich die Restaurantleiterin endlich dazu herab, den Gutschein anzuerkennen. Ich mag sowas nicht. Ich mag nicht wegen 5.90 Euro rumstreiten und Alarm schlagen und streiten müssen. Das ist mir peinlich. Aber 1. habe ich nun mal wenig Geld und 2. geht es schon auch ums Prinzip. Nennt mich pingelig, aber wenn ich einen Gutschein für ein Gratisessen bekomme, dann will ich für dieses Essen auch nicht bezahlen müssen. Das Management von „Mömax“ möchte ich gerne fragen: Was erhofft ihr euch davon, den Angestellten aufzutragen, bei Gutscheineinlösungen bockig zu werden? Was wäre passiert, wenn ich den Gutschein vor der Bestellung vorgezeigt hätte? Wäre der Fitnessteller um zwei Tomatenscheiben und drei Gramm Blattsalat spärlicher ausgefallen? Bringt es das? Zahlt sich so eine Geschäftspolitik der Kleinlichkeit aus? Ist es euch egal, wenn Kunden sich verarscht vorkommen, nie wieder einen Fuß in eure Restaurants setzen und ihre negativen Erfahrungen öffentlich machen? Falls ihr das alles mit „ja“ beantwortet, dann möchte ich mich gerne um einen Job im höheren Management bei euch bewerben, denn Kunden mit unfreundlicher Unflexibilität verärgern und dazu noch die eigenen Angestellten wie ungute Deppen aussehen lassen, das kann ich auch, das ist ganz easy.

My Little Pony Sausage

Nachdem in immer mehr Produkten nicht deklariertes Pferdefleisch auftaucht, sind auch die üblichen Verdächtigen wie Agrarpolitiker, Haubenköche mit Missionierungsdrang und ähnliche Lobbyisten der Hochpreis-Lebensmittelbranche zur Stelle und sagen in jedes Mikrophon und jedes Diktiergerät, das man ihnen vor die Nase hält, die Konsumenten seien schuld, da diese lieber zu „billigen“ statt zu,  angeblich dem entgegengesetzt, „hochwertigen“ Nahrungsmitteln griffen. Teures Essen von regionalen Herstellern sei die einzige Alternative zu Black Beauty in der Lasagne, so die Botschaft. Blöd nur, dass nun immer mehr Fälle wie jener in Kärnten bekannt werden, wo ein Produzent von  Wurstwaren, die nachweislich dem oberen Preissegment zuzuordnen sind und mit der Verwurzelung in der Region beworben wurden, mutmaßlich seine Gewinnspanne mit dem Einsatz von Pferdefleisch aufgepeppt hat. Wir haben es nicht mit einem Symptom von Preiskämpfen zu tun, sondern mit Kontrollversagen und gewerbsmäßigem Betrug in großem Stil. Ob Großkonzern oder Kebabbude, ob Agrarriese oder Biobauer – die Versuchung, die Konsumentinnen zu betrügen, muss groß sein und die Angst vor Strafe kaum vorhanden. Dieser Haltung spielt auch die bisherige Berichterstattung der Medien in die Hände, die sich vor allem darauf versteift zu betonen, dass Gaul statt Rind nicht gesundheitsschädlich sei, und dem eigentlichen Skandal, nämlich dem systematischen Etikettenschwindel, bislang zuwenig Aufmerksamkeit schenkt. Es geht aber nicht um die Vor- und Nachteile verschiedener Fleischsorten, sondern darum, dass in einem Lebensmittel, dessen Kennzeichnung und Werbung behauptet, es enthielte Rind statt Pferd, auch Rind statt Pferd drin sein muss. Nicht die Konsumenten sind in der Pflicht, sondern die Lebensmittelkontrolleure, die Strafverfolgungsbehörden und die Regierungen.

Dear Coca Cola Company

Lieber Lebensmittelhändler „Billa“, liebe Coca Cola Company

Dass ihr für kurze Zeit Cola in der hübschen 1-Liter-Glasflasche angeboten habt, fand ich toll. Das Getränk schmeckt aus Glasflaschen und Dosen einfach besser als aus Plastikbehältnissen, die ja ein ökologischer Irrsinn und vielleicht sogar gesundheitssschädlich sind. Aber dass ihr, Billa und Coca Cola Company, für einen Liter Cola in der Flasche zwei Euro verlangt habt und dass es für die Flasche kein Pfand gab, war schon reichlich frech und abzockerisch und schade. Ich würde mich freuen, Softdrinks wieder in Glaspfandflaschen erwerben zu können, und ich würde dafür sogar einen kleinen Aufpreis bezahlen. Aber so wird das ja wohl nix. Ich weiß, das war eine zeitlich begrenzte Marketingaktion, ersonnen von Marketingleuten, die auch ganz gern mal „Cola“ zu sich nehmen, aber ich finde es dennoch bedauerlich, dass ihr einen Wucherpreis für Glasflaschensäftchen verlangt, nicht mal Pfand darauf gebt und euch dann hinstellt und sagt: „Tja, die Leute wollen halt die Plastikflaschen haben, was sollen wir da machen?“.

Abzocke bei den ÖBB

Carmen T. fährt jeden Monat zwei Mal von Klagenfurt nach Udine und retour. Frau T. bucht ihr Ticket immer online und druckt es aus. Diesmal jedoch war ihr Drucker kaputt. Sie ging davon aus, dass sie mit Buchungsnummer und Personalausweis am Bahnhof ihren Fahrschein bekommen würde. Bekam sie dann auch, aber für eine Gebühr von fünf Euro. Ob man denn da nicht mal eine Ausnahme machen könne, da sie ja immerhin schon seit vielen Jahren Stammkundin sei und so ein Ausdruck doch sicher keine fünf Euro kosten täte? Nix da, beschied man ihr. „Vurschrift ist Vurschrift“, wie es der „Reiseberater“ Herr Hartl (oder Hartel) ausdrückte. Frau T. kann sich zwar diese fünf Euro Abzockgebühr leisten, aber erfreut war sie nicht, schon gar nicht über die kaltschnäuzige, um nicht zu sagen herablassende Art, wie man am Klagenfurter Bahnhof mit ihr Umsprang. Als sie nach fruchtloser Beschwerde die Strafe dafür, dass ihr Drucker heute nicht drucken hatte wollen, bezahlt hatte, wünschten ihnen die zwei ÖBB-Mitarbeiter, die gerade ein für die ÖBB gutes Geschäft auf Frau T.s Kosten getätigt hatten, ihr mit einem durchaus als süffisant zu bezeichnenden Tonfall „noch einen schönen Tag“. Der Lindwurm war Ohren- und Augenzeuge dieses Prachtbeispiels für Kundenverarschung und Kundenverachtung. Als ich mich einmischte und die ÖBBler fragte, was denn das solle, reagierten die äußerst gereizt. Nein, man könne da gar nichts machen, und dann kam der ÖBB-Standardsatz: „Vurschrift ist Vurschrift“. Dass Frau T. seit zehn Jahren genau diese Strecke immer wieder befährt, immer online gebucht hat und diese Daten ja wohl gespeichert sind – egal. „Das ist nicht unser Problem“. Kein Entgegenkommen, keine Kulanz, stattdessen genüssliches Beharren auf Vorschriften. Ob die herablassende Behandlung von Frau T. wohl daran lag, dass sie zwar Österreicherin ist, aber einen fremdländischen Akzent hat? Ich hätte hier gerne eine Stellungnahme der Österreichischen Bundesbahnen veröffentlicht, aber die Pressestelle der ÖBB fand es nicht der Mühe wert, mich zurückzurufen.

 

Hygienenotstand am Benediktinermarkt und andere Widrigkeiten

Liebe Mitarbeiterinnen und Inhaber/innen der Fleischerei und Imbissbude „Stromberger“ am Klagenfurter Benediktinerplatz: Eure Braten sind köstlich, eure Rindsuppen kräftig und eure Suppeneinlagen ein Gedicht. Trotzdem würde ich bei euch niemals etwas essen. Warum? Nun, ich war heute bei euch im Geschäft und habe ein bisserl zugeschaut, wie ihr mit Lebensmitteln und Hygiene umgeht, und mir verging rasch der Appetit. Da kassierte eine Verkäuferin Geld, um gleich anschließend Semmeln und Teller anzufassen. Eine andere Kollegin hantierte mit Münzen und schaufelte dann mit bloßer Hand Frittaten in eine Suppe. Mehr brauche ich gar nicht zu sehen. Habt ihr schon mal davon gehört, dass sich auf Geldscheinen und Münzen Bakterien und Keime tummeln? Und zwar nicht wenige? Genau genommen ist Geld genauso dreckig wie der Türgriff einer öffentlichen Toilette. Besonders eigenartig fand ich, dass eine Kollegin, die gerade einen Schweinsbraten zerteilte, Handschuhe trug, während die von ihr zerlegten Bratenteile von einer anderen Bedienerin dann wieder mit der bloßen Hand angefasst wurden. Was soll denn das bitte? Das ist ein bisschen so, wie wenn ich ins Puff gehen und es dort einmal mit, einmal ohne Kondom treiben würde, also sinnlos und rein symbolisch. Wer seine Abwehrkräfte trainieren will, ist bei „Stromberger“ genau richtig. Wessen Immunsystem angegriffen ist, sollte einen Bogen um den Laden machen. Zumindest so lange, bis sich dort herumgesprochen hat, was das für eine praktische und gar nicht mal so schwer anwendbare Sache ist, diese Hygiene. Den anderen Kunden schienen die beklagenswerten Sauberkeitsstandards übrigens völlig egal zu sein, aber man darf nicht vergessen: Wir sind in Kärnten, und hier gilt es als unschick, Missstände zu kritisieren. Der Kärntner an sich ist ja überhaupt ein untertäniger Mensch, der sich auch gerne mit Dacia-Taxis kutschieren lässt und dabei ohne zu klagen denselben Preis wie für einen Mercedes bezahlt…

Und du, blondierte Mittvierzigerin in deinem Audi heute auf dem Klagenfurter Südring: Wer hat dir ins Hirn geschissen? Ohne Freisprechanlage telefonieren, gleichzeitig rauchen und dazu noch mit Handschaltung fahren, das ist schon ein bisserl sehr fetzendeppert. Entsprechend schlangenlinienförmig auch die Bahn, die du über zwei Spuren gezogen hast, ohne dem Verkehr vor und hinter dir auch nur einen Lidschlag an Aufmerksamkeit zu widmen. Ja, ich weiß, du bist sicher eine ganz Wichtige, die keine Zeit hat für Kinkerlitzchen wie rechts ran fahren, wenn das Telefon läutet, denn der Anruf konnte mit Sicherheit nicht warten. Und Freisprechanlagen sind ja deiner Ansicht nach für Schattenparker. Worum ging´s denn? Termin im Beautysalon fixieren? Eine Angestellte zusammenscheißen? Den verheirateten Lover überzeugen, doch endlich seine Frau zu verlassen? Ich weiß es nicht, aber wie du da mit der einen Hand telefoniert, mit der anderen geraucht und mit den Ellenbogen gelenkt hast, das war durchaus sehenswert. Doof, unsympathisch, riskant, rücksichtslos, sicher, aber auch faszinierend, wie ein aus einem Verkehrserziehungsfilm entsprungenes abschreckendes Beispiel. Warst du auch noch besoffen? Das hätte die Sache nämlich perfekt gemacht.