Grün(d)lich zivilisiert 2

Das „Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-dürfen“-Land lässt seine Leitmedien ordentlich austeilen. Nach Roma, Muslimen, Homosexuellen und Russen kommen jetzt die Frauen an die Reihe. Für solche Überschriften, für so eine Sprache gewordene Misogynie wären Journalisten noch vor wenigen Jahren gefeuert worden. Inzwischen geht das wieder. Man ist wieder unverschämt primitiv.

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Väter unser

Sibylle Bergs Definition der Glauberei ist wenig hinzuzufügen: „Religion ist, wenn Männer Frauen unterdrücken“. Das konnte man gerade wieder nahezu exemplarisch an einem Fall aus Marokko sehen. Eine 16-Jährige hat sich dort das Leben genommen, weil sie von einem „Familiengericht“ dazu gezwungen wurde, den Mann zu heiraten, der sie vergewaltigt hatte. Rassistische rechte Idioten werden nun einmal mehr mit ihrem Schmutzfinger  auf „den Islam“ zeigen und dabei wie üblich verschweigen bzw gar nicht erst wissen (wollen), dass andere Religionen Frauen keinen Deut besser behandeln, wenn sie so dürfen, wie sie wollen. Also nicht unbedingt die Religonen als Ganze, aber halt doch deren fanatischere Vertreter und, wenn wir ehrlich sind, deren ideologischer Kern. Ob Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – in der Praxis waren und sind sie alle frauenfeindlich, je nach gesellschaftlichen Umständen mal mehr, mal weniger, aber eben doch grundsätzlich. Das zu erkennen und zuzugeben mag für gläubige Menschen schwierig sein, ja, aber es ist so. Die Religionen, die derzeit den Planeten heimsuchen, wurden von Männern erdacht, von Männern verbreitet und werden von Männern administriert. „Väter unser“ sozusagen.