Schwarzbraune Problembären

Der ÖVP-nahe Wiener Akedemikberbund ist unbelehrbar. In einer Pressekonferenz verstieg sich der Obmann des Problemschwarzbärenverbandes, Josef Müller, zu der Behauptung, das NS-Verbotsgesetz sei mit einem „tragenden Element der NS-Zeit“, nämlich dem Vebot der freien Meinungsäußerung, vergleichbar. Das Verbotsgesetz sei eine „Schande„, da man sich damit der „gleichen Waffen wie die Nazis“ bediene.

Uff, soviel Stuss in einer einzigen Pressekonferenz, das soll Herrn Müller erst einmal jemand nachmachen! Entweder ist der Mann völlig verblödet oder ein Nazisympathisant. Anders ist es nicht zu erklären, dass er auf Gedeih und Verderb (eher auf Verderb, denn Müller und seine  schwarzbraunen Kameraden sind wohl sogar der ÖVP zu jenseitig) das Verbot der Neugrüdung von NSDAP, SS und SA bekämpft und es den Nazis erleichtern will, ihre Geschichtslügen zu verbreiten.

Am beklopptesten finde ich ja Müllers „Argument“, man bediene sich mit dem Verbotsgesetz der „gleichen Waffen wie die Nazis“. Ja gute Morgen, Herr Müller, gegen Nazis ist JEDE Waffe recht, und ich schlafe wesentlich besser, wenn ich weis, dass Nicht-Nazis mindestens die gleichen, vorzugsweise aber die besseren Waffen haben als das braune Geschmeiß.

Sie kommen aus den Kellern

Kaum als Präsidentschaftskandidatin der FPÖ nominiert, spricht Frau Barbara Rosenkranz auch schon braunen Klartext: Das NS-Verbotsgesetz gehöre abgeschafft, denn: „Ist man für Meinungsfreiheit, dann wird es nicht anders gehen, als dass man absurde, skurrile, verwerfliche Meinungen zulässt.“ Klingt sehr liberal, was? Das Problem ist bloß, dass die Neugründung der NSDAP und das Leugnen des Holocausts  weder absurd, noch skurril sind, sondern verbrecherisch. Befragt, ob es in den Nazi-KZ Gaskammern gegeben hätte, antwortet Rosenkranz so, wie es typisch ist für Nazis, die nicht vor dem Richter landen wollen: „Ich habe das Wissen, dass ein Österreicher, der zwischen 1964 und 1976 in österreichischen Schulen war – das ist also mein Wissen von der Geschichte, und ich daran habe ich überhaupt keine Änderung vorzunehmen.“ Blöd nur, dass Frau Rosenkranz Geschichte studiert hat, wenn auch nicht bis zum Abschluss, da ihr unbändiger Wunsch, Germanen zu gebären, übermächtig wurde. Dummstellen als Taktik, das hat man oft genug bei FPÖ-Politikern gesehen, und es ist ein Armutszeugnis für den österreichschen Journalismus, dass man dies immer wieder durchgehen lässt. Aber so ist das hierzulande: Recherchieren und kritisch nachfragen, bis man eine klare Antwort bekommt, gilt als unfein, Poltiker, auch Kellernazis, werden traditionell äußerst zuvorkommend behandelt und niemals in echten Erklärungsnotstand gebracht oder zum ideologischen Offenbarungseid gezwungen.

Ein weiterer Skandal in der Causa Rosenkranz ist das Verhalten der ÖVP und der Grünen. Die ÖVP hat die Lehren der „Lagerstraße“ wohl endgültig vergessen und trägt immer noch einen dermaßen großen Hass auf die SPÖ in sich, dass sie sich nicht dazu durchringen kann, im Sinne eines großen antinazistischen Konsenses eine Wahlempfehlung entweder für Heinz Fischer oder zumindest eine gegen Barbara Rosenkranz abzugeben. Auch die Grünen geben keine Wahlempfehlung ab, da sie ihre „Wählerinnen und Wähler für mündig genug“ halten. Es geht aber nicht um mündige Wähler, sondern um eine klare antifaschistische Positionierung der grünen Partei. Oder ist es etwa mit dem Antifaschismus der Grünen ebenso wenig weit her wie mit jenem der ÖVP? Gibt es teilweise gar ideologische Überschneidungen? Immerhin ist Barbara Rosenkranz ja eine große Tierschützerin…

Die Braunen kriechen aus den Kellern und es braucht einen Schulterschluss der Demokraten!