Dörfler droht

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat in einem Interview mit dem ORF recht offen mit einem „neuen Ortstafelsturm“ gedroht. Bauernschlau, wie er ist, natürlich in eine Warnung verpackt: „Ich warne Bundeskanzler Werner Faymann davor, dass Wien über Kärnten ‚drüberfährt‘. Ich brauche in meinem Land Frieden und Zusammenhalt – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Ich will keinen zweiten Ortstafelsturm. Es gibt eine Aufgeregtheit in der Bevölkerung, die das Fass zum Überlaufen bringen kann„. Die „Aufgeregtheit in der Bevölkerung“, von der Dörfler drohend fantasiert, gibt es übrigens nicht. Was es gibt, ist eine BZÖ/FPÖ-Inszenierung samt williger Statisten, die man bei Bedarf unter den Angesoffenen aus Südkärntner Wirtshäusern rekrutiert. Würde der Staat gegenüber diesen potenziellen Radaubrüdern die notwendige Härte zeigen, würde der angekündigte Ortstafelsturm schnell ein solcher im Wasserglas werden, denn die toitschkärntner Helden sind nur so lange mutig, als ihnen Narrenfreiheit zugestanden wird. Würden Politik, Exekutive und Justiz schlicht die Gesetze umsetzen und Gesetzesbrecher bestrafen, und würde die Justiz aufhören, sich konsequenzlos verhöhnen zu lassen, wäre es vorbei mit großkotzigem Gegröle a la Dörfler: Im Zusammenhang mit den Ortstafelerkenntnissen übte Landeshauptmann Gerhard Dörfler am Freitag abermals Kritik am Verfassungsgerichtshof. Die Richter müssten endlich zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht Parlamentarier seien und er werde sich auch keinen Erkenntnissen des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) beugen (ORF).