Führe uns, o Stefan!

Die vom internationalen Finanzverbrechersyndikat ausgelöste Krise hat Mitteleuropa fest im Griff. So fest, dass sich viele Haushalte gut überlegen müssen, ob sich die Anschaffung eines Zweit-Großbildfernsehers und eines Drittautos finanziell noch ausgeht. Eigentlich immer, aber vor allem in solchen Krisenzeiten will die Arbeiterschaft geleitet und zum Licht der Erkenntnis geführt werden, und wer könnte das besser als ein hauptberuflicher „Arbeiterführer“ wie der Chef der MLPD, Stefan Engel? Was die MLPD ist? Die „Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands“, die als Reaktion auf den feigen Verrat Nikita Chruschtschows an den leninistisch-stalinistischen Idealen gegründet wurde. Plötzlich sollte Schluss sein mit Massenerschießungen, Schauprozessen gegen Abweichler und Gulag für jeden fünften Sowjetbürger? Das konnten aufrechte Arbeiterführer natürlich nicht hinnehmen: Die MLPD als Partei neuen Typs entstand als Antwort auf den revisionistischen Verrat. Seit dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 wurde ein Prozess der Restauration des Kapitalismus eingeleitet , der alle ehemals sozialistischen Länder zerstört.

Während in allen anderen Parteien miese Revisionisten und Knechte der Finanzelite hocken und in den Parlamenten weltfremde Juristen, Lehrer und Wirtschaftswissenschaftler – vorzugsweise Beamte um den heißen Brei herumreden und von Tuten und Blasen keinen Tau haben, ist der Berufsrevolutionär Stefan aus ganz anderem Politikerholz geschnitzt. Er absolvierte immerhin eine eine Lehre zum Betriebsschlosser, bevor er Berufsarbeiterfüher wurde. Stefan weiß also, wo dem Proletariat der Markenturnschuh drückt. Dass Stefan nicht mehr arbeitet, sondern führt, liegt an den teuflischen Kapitalisten: Aus politischen Gründen wurde er mehrfach gekündigt. Schließlich kam er – obwohl das offiziell verboten ist – auf die „schwarze Liste“ des Unternehmerverbands. Er musste aus der Region wegziehen, weil er keine Arbeit mehr fand. So war das. Seither hat Stefan jeden Streik, den es in Deutschland seit 1977 gab, persönlich organisiert und mit seiner marxistisch-leninistischen Strahlkraft zum Erfolg geführt: Ob beim ersten Putzfrauenstreik in Deutschland 1977 beim Stahlwerk „Schalker Verein“ in Gelsenkirchen, ob beim Streik der Westberliner Reichsbahner 1980 oder beim großen Stahlarbeiterstreik 1988/89 bei Krupp in Duisburg-Rheinhausen: Stefan Engel  berät mit sensiblem Gespür für das Neue, sicherem politischem Instinkt und schöpferischem Organisationstalent. (…) Er gehört zu den Initiatoren und Beratern des Bergarbeiterstreiks 1997, der  selbständig auf Zeche Hugo in Gelsenkirchen am 7. März 1997 ausgelöst wurde. (…) Natürlich war Stefan auch dabei, als auf Hugo der Deckel auf den Pütt kam. Die Kumpel trauerten – und wollten Orientierung, wie der Kampf um die Arbeitsplätze weitergeht. Die Phrasen des damaligen Ministerpräsidenten Clement empörten die Kumpel nur. Spontan hält Stefan eine viel beachtete Rede auf dem Zechengelände vor Hunderten von Kumpels.(…) Vom siebentägigen selbständigen Streik der Opel-Arbeiter in Bochum im Oktober 2004 ging ein Signal der Arbeiteroffensive aus. Viele Analysten, Medienvertreter und Insider in der Gewerkschaftsbürokratie sind der Meinung, dass die MLPD – und mit ihr Stefan Engel – mit für diesen Streik verantwortlich zeichnet. Er selbst schweigt sich dazu aus. Völlig unverständlich und typisch für die kapitalistischen Ausbeuter-Pfeffersäcke, dass sie so einen nicht als Mitarbeiter haben wollen.

Unermüdlich bemührt sich Stefan um die Bildung und Aufklärung der Arbeiterschaft. Gerne erklärt er dem von der Bourgeoisie dumm gehaltenen Proletariat, dass Fleisch über Feuer erhitzt besser bekömmlich ist als roh hinuntergeschlungen: Original Thüringer Bratwürste: dafür sorgt Stefan gerne bei Festen und gibt eine fachmännische Anleitung, wie sie richtig gebraten werden.

Hier sehen wir Stefan als Führer eines Arbeiterkochkurses:

stefankochen

Stefan ist sich natürlich bewusst, dass er als Führer der deutschen Arbeiter auch eine internationale Verantwortung hat. Deswegen reist er auch gerne um die Welt, da die Massen rund um den Globus nach seinen Vorträgen und Schulungen lechzen wie Verdurstende nach einem Schluck Wasser: Auf jeder Reise wird er gebeten, Veranstaltungen und Schulungen durchzuführen. Sie finden oft vor Hunderten von Teilnehmern, einem ebenso kämpferischen wie wissbegierigen Publikum statt wie hier vor Teepflückerinnen 1995 in Assam/Indien…

Man sieht den Teepflückerinnen an, wie sehr sie Stefans Vortrag fasziniert:

teepflückerinnen

Stefan ist freilich kein hartnäckiger Dogmatiker, ganz im Gegenteil. Sogar Menschen, die aus Unwissenheit eine andere Meinung als Stefan vertreten, überzeugt der sympathische Berufsrevolutionär, und nachdem sie weinend ihre Irrtümer eingesehen haben, danken sie Stefan dafür, ihnen die Augen geöffnet zu haben. Man sieht: Es ist nicht immer nötig, Gegner gleich in den Gulag zu schicken: Er setzt sich auch mit Organisationen, die nicht die gleiche Meinung haben, schöpferisch und produktiv auseinander. Dort wo er ist, prägt er eine solidarische Streitkultur, auf Augenhöhe auch auf internationaler Ebene. Er nahm an der Quito Konferenz zu „Problemen des Marxismus-Leninismus“ im Juli 2009 in Ecuador teil. Er entwickelte einen Stil, sich um die dort vorgetragenen Referate auseinander zu setzen, statt sie nur vorzutragen. Hier entwickelten sich für alle Beteiligten lebendige, lehrreiche und schöpferische Diskussionen für die sich etliche Teilnehmer persönlich bei Stefan bedankten.

Stefan setzt seinen gefürchteten dialektischen Ausschimpffinger ein, der noch jeden Gegner zum Einknicken gebracht hat:

stefanfinger

Freilich fordern 30 Jahre an der Spitze der MLPD und der 24/7-Job als Arbeiterführer ihren Tribut. Es gab Zeiten, da musste der ausgemergelte Stefan sogar seine Hosen versetzen, um sich die nächste Mahlzeit leisten zu können:

stefanausgemergelt

Und manchmal kann Stefan die Verbrechen des Kapitals und die Gemeinheiten der politischen Konkurrenz nur ertragen, indem er zur Flasche greift. Tragisch:

Stefanschnaps

Aber Stefan wird mit allen Widrigkeiten ebenso fertig wie mit innerparteilichen Gegnern (Revisionisten). Sein Status als Deutschlands Arbeiterführer Numero Uno ist unumstritten, und die Revolution ist nicht mehr aufzuhalten. Stefan wird es schaffen, Stefan wird aus Deutschland jenes Paradies machen, dass die Sowjetunion bis zum revisionistischen Verrat von 1956 war. O Stefan, gehe voran, wir Arbeiter folgen dir!

ps: Mit Dank an den badmovies-User Ralph, der mich auf den Arbeiterhelden aufmerksam gemacht hat.