Freiheit für Deniz Yücel! Und die Pest für Faschisten überall!

Gewaltherrscher müssen darauf hoffen, während ihrer Herrschaft an einem Schlaganfall oder einer anderen mehr oder weniger natürlichen Todesart zu sterben, denn falls sie das Ende ihrer Herrschaft noch erleben, haben sie die Wahl zwischen Suizid, Hinrichtung oder Kerker. Nicht immer, schon klar, manch einer vegetiert auch im Exil seinem Ende entgegen, langsam verrückt werdend vor lauter Angst vor dem eigenen Schatten. Derlei übliches Ende von Tyrannen hindert Tyrannen nicht daran, welche zu werden oder das zumindest anzustreben. Und es hindert Dummköpfe nicht daran, ihren zuzujubeln in der Hoffnung, ein Teil der Macht, anderen Menschen weh zu tun, möge auch an sie abfallen, damit sie sich in ihrer Erbärmlichkeit ein wenig stärker fühlen. Einer dieser Tyrannen heißt  Recep Tayyip Erdogan und seine Fans hat er unter Türken wie auch unter deutschen Faschisten. Seine Büttel haben nun über den Journalisten Deniz Yücel die Untersuchungshaft verhängt, die selbst ohne Gerichtsverfahren Jahre dauern kann. Hunderten seiner türkischen Kolleginnen und Kollegen ergeht es ebenso. Während jeder, der noch ein Mensch ist, solidarisch ist, freuen sich die, die keine Menschen sein wollen, am Leid Unschuldiger. Mit dieser freiwilligen Entmenschlichung haben diese Leute eine Uhr in Gang gesetzt, deren Ticken die Zeit misst, bis sie Rechenschaft ablegen müssen. Erdogans Uhr tickt ganz so wie die Uhr dieser Drecksäcke. Und irgendwann, nicht morgen, aber irgendwann fällt jeder Tyrann und die Idee der Freiheit obsiegt, weil der Mensch nicht gerne unfrei ist. Das mag man verdrängen, es mag oft jahrelang so aussehen, als sei die Idee vom freien Menschen vernichtet und zertreten unter den Stiefeln dieser lebenden Toten, dieser Attentats-Kandidaten und Mörder, aber sie ist genauso wenig tot zu kriegen wie man Gedanken wegsperren kann.

Solidarität mit Deniz Yücel, allen inhaftierten Journalistinnen und Intellektuellen und allen politischen Gefangenen! Und die Pest denen, die folgende Tweets verfasst haben!

screenshot_1screenshot_2screenshot_3screenshot_4screenshot_5screenshot_6screenshot_7screenshot_8screenshot_9screenshot_10screenshot_11screenshot_12screenshot_13screenshot_14screenshot_15screenshot_16screenshot_17screenshot_18screenshot_19

Advertisements

Eine klitzekleine Schieflage

Elf russische Journalisten haben allein in diesem Jahr bereits gewaltsam ihr Leben verloren, zuletzt Jewgenij Fedotow am 23. Oktober in der Region Baikal. Mindestens 312 Journalistinnen und Journalisten wurden seit 1993 in der Russischen Föderation ermordet. Kaum ein Fall, der aufgeklärt wurde, selten ein Fall, der nicht politisch motiviert war, so die Stiftung zur Verteidigung von Glasnost. Jetzt dürfte es doch nur mehr eine Frage der Zeit sein, bis „Anonymous“ Putin und Medwedew die Hölle heiß macht und die Webauftritte russischer Konzerne, die mit diesen Mördern paktieren, lahmlegt, oder? Ach, ich vergaß: Die sozial gestörten und paranoiden Nerds werden ja nur dann aktiv, wenn ein anderer sozial gestörter und paranoider Nerd mit Messiaskomplex wegen sexueller Belästigung belangt wird. Dadurch wird die Meinungs- und Informationsfreiheit ja auch viel stärker gefährdet als durch Massenmord an kritischen Journalisten, nicht wahr?

Neues von den sympathischen Mullahs

Iran verhängt dreitägiges Arbeitsverbot für ausländische Journalisten, um eine Berichterstattung über zu erwartende Studentenproteste im Keim zu ersticken. Die „Reporter ohne Grenzen“ sagen, dass die Situation für Journalisten im Iran  „von Tag zu Tag schwieriger“ werde.

Die Teheraner Führung beißt, wie nicht anders zu erwarten war, in die „ausgestreckte Hand“ des deutschen Außenministers Guido Westerwelle. By the way: Es wäre interessant zu sehen, was passiert, falls Westerwelle je den Iran besucht. Er müsste sich dann ja sofort in Luft auflösen, denn Leute wie ihn „gibt es im Iran nicht“.