Teufel Mute BT: In der Ruhe liegt die Kraft

Auf Knopfdruck die Welt zum Schweigen bringen – das wär schon was! Ein Politiker hebt an, um von uns Blut, Schweiß und Tränen zu fordern und für sich mehr Gehalt? Knopfdruck! Beim Feierabendbier reden die Kollegen immer noch von nix anderem als der Arbeit? Knopfdruck! Um sechs Uhr morgens heult beim Nachbarn der Hund? Knopfdruck! Nun, ganz so weit ist die Technologie der Geräuschunterdrückung noch nicht, aber aktive noise cancelling in modernen Kopfhörern kann schon so einiges und erfreut sich in unserer lauten Welt immer größerer Beliebtheit. Aus diesem Grund habe ich mir den neuen „Mute BT“ der Berliner Firma Lautsprecher Teufel angehört. Für 199,99 Euro verspricht dieser Neuzugang am Kopfhörermarkt kabellosen High-Def-Musikgenuss mit Bluetooth 4.0-Verbindung, eine aktive und sich an die Umgebung anpassende Geräuschunterdrückung, eine Freisprecheinrichtung und einen Akku mit hohem Durchhaltevermögen (dank eines mitgelieferten Kabels verstummt der Hörer auch dann nicht, wenn dem Akku doch mal der Saft ausgehen sollte).

Der Mute BT kommt mit einigem Zubehör daher. Neben Akku, Ladekabel mit Mini-USB-Anschluss, Anschlusskabel und Flugzeugadapter findet sich im Karton auch eine schicke Transportbox in Teufels Hausfarben Schwarz und Rot. Der Akku ist wechselbar, was die Langlebigkeit des Produkts erhöhen sollte. Der erste Eindruck beim Unboxing: Alles hübsch aufgeräumt und dort, wo man es vermuten würde. Nach einer ersten Akkuladung nehme ich die Bedienungsanleitung zur Hand und richte das Gerät ein. Ich verbinde es per Bluetooth mit meinem Android-Smartphone und einem iPad und habe das erste Aha-Erlebnis: Im Unterschied zu manchen Konkurrenzprodukten funktioniert das alles auf Anhieb und ist in der Anleitung so logisch erklärt, dass selbst Leute ohne viel Technik-Affinität sofort zurecht kommen sollten. Die Bedienungsanleitung ist die beste und verständlichste, die mir bislang bei einem technischen Gerät untergekommen ist. Da merkt man wohl immer noch die Erfahrung, die Teufel einst sammeln konnte, als die Firma in den 70er Jahren als Versenderin von Lautsprecher-Bausätzen anfing. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen. Das Produkt ist zwar nicht protzig oder über alle Maßen edel, aber durchaus schick und stabil. Der Teufel Mute BT wirkt auf mich ein bisschen wie der Studiomusiker im Vergleich zum Popstar – er trägt keine auffälligen Glitzerklamotten, kann dafür aber spielen.

Sound und Komfort

Und wie der spielen kann! Ich habe ja schon den Teufel Real Z sehr gut gefunden, aber der Mute BT gefällt mir fast noch eine Spur besser. Wobei das eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, denn die beiden Hörer verfolgen unterschiedliche Konzepte. Der Real Z ist ein halboffener Hörer, der Mute BT ein geschlossener. Die geschlossene Bauart sorgt im Zusammenspiel mit 40-mm-HD-Treibern und Neodym-Magneten für einen sehr satten, aber nie breiigen Klang. Dank einer leichten Bassbetonung macht dieser Teufel sehr viel Spaß mit elektronischer Musik und Hiphop, aber er ist keineswegs auf diese Genres eingeengt. Die Firma Lautsprecher Teufel bewirbt gerne und zurecht die schöne Darstellung der Bässe, aber ich persönlich finde das klangliche Gesamtbild noch eine Spur beeindruckender als den Tieftonbereich allein. Zu Testzwecken höre ich mir das Album „Sweet Child“ der britischen Folkrock-Band Pentangle an. Deren Ensemble-Spiel mit jazzigem Stehbass, einer Sopranistin und einem  Bariton an den Lead-Vocals, zwei von echten Könnern bediente Gitarren und einem experimentierfreudigen Schlagzeug zeigt rasch die Stärken und Schwächen von Lautsprechern und Kopfhörern auf. Der Mute BT meistert die Herausforderung mühelos. Der Stehbass kommt wuchtig und physisch rüber, überdeckt aber nicht den Rest des Klangfelds, sondern untermauert ihn mit genau der richtigen Dosis Power. Die Höhen, zum Beispiel Windspiel und Hi-Hats, sind klar und deutlich und zischen nicht unangenehm. Die Mitten sind die eigentliche Überraschung, denn die präsentiert der Mute BT so schön und baut sie dermaßen hübsch ins Gesamtbild ein, dass man stellenweise meint, einen Kopfhörer um 600 Euro auf den Ohren zu haben. Der Mute BT ist hierbei nur das neueste Beispiel für einen erfreulichen Trend bei Kopfhörern von Teufel – die Teile klingen viel besser, als sie es ihrer Preisklasse gemäß eigentlich „sollten“, und sie gehen immer stärker in Richtung Audiophilie. Sie vergessen dabei aber nie, warum wir Geld für Lautsprecher und Kopfhörer ausgeben, nämlich um Musik, Hörspiele und Filme zu genießen, nicht um sie zu sezieren. Teufels Produkte richten sich an Consumer, nicht an Toningenieure, und das ist als Lob gemeint, denn so mancher Kopfhörer, der für das Abmischen von Musik gemacht wurde, zeigt einem zwar noch das allerletzte Detail der Musik, macht aber keinen Spaß, weil er die gezeigten Einzelteile nicht zu einem flüssigen Ganzen zusammenfügt. Der Teufel Mute BT ist ein Spaßgerät, das aber auch die Ohren von Audio-Fetischisten nicht beleidigt. Kurz: Er findet die richtige Mischung zwischen hoher Auflösung und Musikalität. Der Tragekomfort ist gut bis sehr gut. Anfangs ist der Anpressdruck ein bisschen forsch, aber das sollte sich nach einiger Zeit geben. Das Kunstleder liegt angenehm auf den Ohren. Wie bei allen geschlossenen Kopfhörern kann es bei langen Hör-Sessions zu einer gewissen Wärmeentwicklung unter den Ohrmuscheln kommen. 

Die Rauschunterdrückung funktioniert mit dem Mute BT ausgezeichnet. Der Teufel ist schon dank seiner geschlossenen Bauweise recht gut gegen Außengeräusche abgeschirmt. Aktiviert man das Aktive Noise Cancelling, sorgt er mit Gegenschall dafür, dass vor allem monotone Geräusche wie das Brummen im Flugzeug, das Rauschen des Großstadtverkehrs oder sirrende Ventilatoren recht effektiv ausgeblendet werden. Zu 100 Prozent geht das natürlich nicht, aber das schafft auch kein anderer Kopfhörer. Wer oft mit Zug oder U-Bahn fährt, wird die Geräuschunterdrückung schnell zu schätzen lernen. Der Akku, der Bluetooth und Noise Cancelling mit Energie versorgt, hält erstaunlich lange. Ich musste ihn während einer Woche intensiven Testens nie aufladen, hatte aber die Geräuschunterdrückung nur selten aktiviert. Schaltet man alles ein, was es einzuschalten gibt, also Bluetooth und Rauschunterdrückung, sollte der Mute BT immer noch rund 28 Stunden im Dauerbetrieb durchhalten, was ein hervorragender Wert ist. Anrufe annehmen oder Siri/Google Now bedienen funktioniert klaglos und unkompliziert mittels Tasten an der linken Ohrmuschel. So soll das sein!

Pro: Ein Preis-Leistungs-Wunder, das wirklich hervorragend klingt und eine überzeugende aktive Geräuschunterdrückung an Bord hat. Die Hohe Laufzeit des Akkus, der noch dazu auswechselbar ist, und das umfangreiche mitgelieferter Zubehör runden das Angebot ab. Dank des im Zubehör enthaltenen Kabels spielt der Kopfhörer auch bei leerer Batterie weiter. Es wird schwer sein, zu dem Preis etwas Gleichwertiges zu finden.

Contra: Gegen den Mute BT kann man nicht viel vorbringen. Vielleicht sagt das schlichte und klare Design nicht jedem zu.

Zusammenfassung: Der Mute BT von Teufel ist ein ausgezeichneter Bluetooth-Kopfhörer mit aktivem Noice Cancelling, der klanglich mit wesentlich teureren Produkten mithalten kann und daher eine echte Empfehlung für Leute ist, die ihre Musik, Filme oder Hörspiele gerne unterwegs hören (müssen), dabei aber nicht auf hochwertigen Klang verzichten wollen.

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Teufel Move Pro – kleine Kopfhörer, großer Klang

Nur circa 50 Jahre nach Erfindung der In-Ear-Kopfhörer habe ich nun beschlossen, mir auch mal welche zuzulegen. Immer auf der Höhe der Zeit halt. Okay, das war ein bisschen geflunkert, ich hatte natürlich schon mal welche, aber die haben mir so wenig zugesagt, dass ich das Konzept rundheraus ablehnte und lieber bei On-Ear-Hörern blieb. Meine bisherigen Erfahrungen mit In-Ears: Unbequem, mauer Sound, Kabelsalat (ohne Dressing) und irgendwann waren sie futsch – vom Sofa gefressen, in der Kneipe verloren, am Strand verbuddelt, vom Hund verspeist. Da ich nun aber ein recht gutes Smartphone gekauft habe und mich in der Öffentlichkeit nicht mit meinen großen offenen 400-Euro-Kopfhörern lächerlich machen will, gebe ich In-Ears eine neue Chance. Es trifft sich gut, dass die Berliner Firma „Lautsprecher Teufel“, Produzentin sehr guter Boxen und seit einigen Jahren auch immer besserer Kopfhörer, ein brandneues Produkt auf den Markt gebracht hat: Den Teufel Move Pro um 119,99 Euro UVP.

Erster Eindruck: Hohe Qualität

Schon Verpackung und Zubehör sagen mir zu. Die Teufel-Hörer kommen mit einem stabilen Hardcase zur Aufbewahrung, einer praktischen Aufwickelhilfe zur Vermeidung von Kabelsalat, auf einem Stäbchen platzierten Eartips aus medizinischem Silikon in vier verschiedenen Größen und einem Röhrchen, in dem die Aufsetzer ganz unkompliziert   gereinigt werden können (einfach Wasser mit Seife einfüllen, Eartips reintun und schütteln – fertig). Die Kopfhörer selber sind wertig verbaut, teils aus Aluminium. Die fest in den Ohrteilen sitzenden Kabel sind recht robust und bestehen aus einem flexiblen Gewebe, das zusätzlich mit einer Schutzschicht ummantelt ist, die sowohl Kabel-Knicken als auch Reibungsgeräusche effektiv unterbindet. Am Kabel befindet sich auch eine Fernbedienung, mit der man alle wichtigen Funktionen einer Music-App bedienen kann. Eingebaut ist auch ein Mikrofon, das die Kopfhörer zur Freisprecheinrichtung macht.

Klangtest: Wow!

Bevor ich näher auf die Klangeingenschaften des Move Pro eingehe, ein Hinweis: In-Ear-Kopfhörer klingen nur dann gut, wenn man sie ordentlich in die Ohren reinschiebt und die richtigen Eartips verwendet. Jedes Ohr ist ein bisschen anders, weswegen man zuerst ausprobieren muss, welcher Kopfhöreraufsatz der richtige ist. Sind die Teile nicht weit genug im Ohr, verliert man mehr als die Hälfte des Klanggenusses. Vor allem Bässe werden dann nur mehr sehr dünn dargestellt. Steckt Eure In-Ears also ordentlich tief in Eure Ohrwascheln! Und keine Angst, da kann nix passieren, solange Ihr dazu keinen Hammer benutzt.

Zum Testen nehme ich mein Smartphone, ein LG G4, und höre mich quer durch meine Musiksammlung. Die erste Überraschung ist der Bass. So einen voluminösen, gleichzeitig aber kontrollierten und bestens akzentuierten Tiefton kannte ich bislang von In-Ears nicht. Es ist verblüffend, dass die winzigen Teile das so gut hinkriegen. Die exzellent  abgemischte Platte „Exotica“ des New Yorker Jazz-Exzentrikers Kip Hanrahan ist hier ein gutes Beispiel. Der bundlose E-Bass von Jack Bruce wirkt mächtig, aber schön warm, organisch und spieltechnisch jederzeit nachvollziehbar. Es ist kein Wummer-Bass wie bei vielen billigen Kopfhörern, sondern ein zwar starker, aber stets unter Kontrolle bleibender. Dazu trägt wohl auch bei, dass der Move Pro über eine Art „Druckventil“ verfügt, dass übermäßigen Schalldruck nach außen ableitet, weshalb auch keinerlei Gefühl einer tonalen Beklemmung aufkommt und sich stattdessen eine sehr schöne, für In-ears beachtlich breite Stereobühne auftut.

König der Mitten

Die Höhen bringt der Teufel Move Pro exzellent rüber, verschluckt keine Details, ist sehr transparent, ohne schrill zu werden. Hier zischt nix, hier schweigt aber auch kein Hi-Hat und kein Glockenspiel. Am meisten fasziniert mich jedoch die außergewöhnlich schöne Darstellung der Mitten. Wie hier Stimmen, E-Gitarren und Blasinstrumente klingen, ist Spitzenklasse, wie man sie sonst nur von sehr teuren On-Ear-Kopfhörern kennt. Das macht den Teufel Move Pro nicht nur für Pop- und Rockmusikfans interessant, sondern auch für Jazzliebhaber. Einzig bei sehr komplexen Klassikstücken mit großem Orchester vermisst man ein bisschen die Leistung von teuren On-Ears, aber angesichts der Bauweise liefert der Move Pro auch in dieser Disziplin beeindruckende Ergebnisse. Rock, Folk, Jazz, Hiphop, Schlager – all das beherrschen die Move pro fast im Schlaf. Selbst komplexe Percussion-Instrumente heben sich gut vom Rest des Sounds ab, man hört polyrhythmische Schlaginstrumente und kann zwischen ihnen gut differenzieren. Ganz erstaunlich für eine Gerät um rund 120 Euro.

Umfangreich ausgestattet

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Telefonieren

Die Freisprecheinrichtung mittels eingebautem Mikrophon funktioniert klaglos. Ich konnte Anrufer tadellos verstehen und das eingebaute Mikrofon ist so gut, dass von mir Angerufene den Unterschied zum normalen Handy-Mikro nicht bemerkten.

Überlegenswert: Kopfhörerverstärker anschaffen

Ich habe die Move Pro auch an der sehr guten Soundkarte meines PC angeschlossen und dabei einen nochmals deutlich besseren Klang gehört. Obwohl die Teufel-Hörer mit ihren 16 Ohm an jedem halbwegs aktuellen Smartphone gut und laut genug aufspielen, merkt man mit besseren Tonquellen, das noch viel mehr in ihnen steckt. Mein LG G4 ist kein schlechter Music-Player, aber auch nicht der beste. Ich denke, ein eigener kleiner Kopfhörerverstärker könnte aus den Teufel Move Pro noch einiges herauskitzeln. Das ist aber ein Tipp für Audiophile, der akustische Normalverbraucher wird auch so schon bestens bedient.

Vergleich mit anderen Kopfhörern

Ich kann hier keinen großen Klangvergleich anstellen, da ich derzeit nur zwei weitere In-Ears hier rumliegen habe, aber für einen kleinen Eindruck reicht das wohl. Als Konkurrenten treten also an: Der Sennheiser Momentum In-Ear (99 Euro) und der Sony MDR-EX750 (179 Euro). Der für sich genommen sehr feine Senni muss sich dem Teufel leider in jeder Hinsicht geschlagen geben. Alles, was der Sennheiser gut macht, macht der Teufel um ein Eck besser. Es liegen zwar keine unendlichen Weiten zwischen den beiden Geräten, aber doch eindeutig wahrnehmbare. Überraschenderweise behauptet sich der Teufel auch gegen den deutlich teureren Sony, wenn auch mit etwas geringerem Vorsprung. Der MDR-EX750 ist übrigens technisch recht ähnlich aufgebaut, hat wie der Teufel Neodym-HD-Treiber und sogar eine vergleichbare Überdruck-Abfuhr. Doch während der Japaner ein wenig dazu neigt, die Bässe unten abzuzwacken und die Höhen oben zu beschneiden, macht das der Teufel nicht, sondern stellt das ganze Frequenzband dar. Da ist sicher auch einiges an persönlichen Klangvorlieben im Spiel, aber für mich gewinnt der Teufel recht klar gegen Sony und Sennheiser.

Pro: Wirklich gute In-Ear-Kopfhörer, die nicht nur mit hervorragenden Klangeigenschaften punkten, sondern auch mit guter Verarbeitung und umfangreichem, durchdachtem Zubehör. Sie gehören mit Sicherheit zu den Besten ihrer Klasse.

Contra: Das Wechseln der Eartips ist eine elende Fummelei, die an ein Gedulds- oder Geschicklichkeitsspiel grenzt, aber das ist bei vielen In-Ears so und kein Problem von Teufel allein. Klassik-Fanatiker könnten eventuell mit einem Gerät um 500 Euro besser bedient sein.

Konkurrenten: In-Ear-Kopfhörer in der Preisklasse zwischen 150 und 300 Euro.

Tl; dr: Die Teufel Move Pro sind großartige In-Ear-Kopfhörer, die zwar nicht ganz billig sind, aber eine Leistung bringen, die weit über dem liegt, was andere Geräte der Preisklasse zeigen. Klang, Verarbeitungsqualität und Zubehör stimmen und machen die Move pro zu einem echten Tipp für Musikfreunde, die auch unterwegs nicht auf guten Sound verzichten wollen. Lautsprecher Teufel bietet damit erneut einen sehr innovativen, hochwertigen und fair kalkulierten Kopfhörer an.

Sony MDR-Z7: Audiophiler Spaßmacher

Mit dem MDR-Z7 hat Sony ein Kopfhörer-Spitzenmodell im Angebot, das um einen Platz auf dem Siegespodest der besten Hörer mitrittert. Ob er seinen Preis wert ist, zeigt folgender Test.

Lange vor Apple war Sony der erste Konzern, der nicht nur markentreue Kunden, sondern richtige Fans hatte. Ein Sony-Fanboy oder -girl war in die japanische Firma fast ein bisschen verliebt und kriegte Herzklopfen, wenn diese ein neues Produkt vorstellte. Diese Zuneigung war nicht ganz irrational, denn Sony stand für fortschrittliche Technik, verpackt in eine unverwechselbare Formensprache. In den Jahren 2000 bis 2010 schwächelte der Elektronik-Gigant und enttäuschte viele Fans mit einer allzu breit aufgestellten Produktpalette und unentschlossenem Design. Seit 2012 sorgt eine Qualitätsoffensive und eine Konzentration auf die Kerngeschäfte Unterhaltungselektronik, Smartphones und Konsolen aber für ein Comeback. So gehören etwa die neuen 4K-Fernseher von Sony zu den besten und schönsten, die man derzeit kaufen kann, und die Smartphones der Z-Reihe stehen der Konkurrenz in nichts nach, übertreffen diese sogar in einigen Bereichen. Ende 2014 stieg Sony auch wieder in den Markt der High-End-Kopfhörer ein und präsentierte das Flagschiff MDR-Z7, das ich in den vergangenen Wochen einem eingehenden Test unterzogen habe.

Look & Feel

Schon beim Auspacken fällt auf, dass Sony hier keine halben Sachen gemacht hat. Der MDR-Z7 ist mit seiner schlichten Eleganz ein Musterbeispiel für die Designsprache des Tokioter Konzerns. Verchromtes Metall und schwarzes Leder sorgen für einen schnörkellosen Look, der durch die wirklich herausragende Verarbeitungsqualität unterstrichen wird. Ich hatte schon viele Kopfhörer von vielen Herstellern bei mir zuhause, aber so schön konstruiert und gebaut war bislang noch keiner. Die dicken Ohrpolster, der stabile Metallrahmen, die doppelseitigen Kabelanschlüsse und der intelligente, stabile Verstellmechanismus – all das ruft einem zu: „Ich bin ein Spitzenmodell“. Der MDR-Z7 wird nicht etwa in irgendeinem Schwellenland unter Lizenz zusammengebastelt, nein, er ist „Made in Japan“, echte japanische Wertarbeit, und das sieht und fühlt man auch. Meiner Meinung nach ist das einer der am besten gebauten und schönsten Kopfhörer, die es derzeit zu kaufen gibt.

Handhabung & Komfort

Der MDR-Z7 ist ein recht großer Hörer, der für die Heimanwendung konzipiert wurde. Obwohl er auch am Smartphone laut genug aufspielt und nicht unangenehm schwer ist, ist er wegen seiner Massivität zum Joggen oder Radfahren eher ungeeignet. Das ist ein Kopfhörer für zuhause, für den ungestörten Musik- oder Filmgenuss. Das unterstreichen auch die zwei Kabel, die Sony beilegt. Beide sind drei Meter lang und eines hat sogar einen zweifachen Stecker für den ausbalancierten Modus an entsprechenden Kopfhörerverstärkern. Das andere Kabel kommt mit einem 3,5-Stecker samt 6,5-Adapter daher und kann problemlos mit jeder Audioquelle verbunden werden. Der Verstellmechanismus des Bügels ist selbsterklärend und funktioniert bestens. Die großen Lederpolster liegen angenehm weich auf und umschließen die Ohren vollständig. Der Anpressdruck ist groß genug, dass einem der Hörer nicht bei jeder Bewegung vom Kopf rutscht, aber in Kombination mit dem Leder der Ohrpolster so unaufdringlich, dass stundenlanges Hören möglich ist, ohne dass irgendetwas zwickt oder zwackt. Der MDR-Z-7 gehört zu den bequemsten Kopfhörern, die ich kenne. Man trägt ihn einfach gerne.

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Technik & Klang

Sony vermarktet den MDR-Z7 als „High Resolution Audio“-Hörer und protzt mit einem Frequenzgang von 4 Hertz bis 100 Kilohertz. Kein anderer mir bekannter Kopfhörer auf dem Markt deckt ein derart breites Frequenzspektrum ab. Das alleine sagt aber noch nicht viel über die tatsächliche Klangqualität aus, denn das menschliche Gehör kann nur einen Bruchteil dessen wahrnehmen, was der MDZ-Z7 wiedergibt. Dennoch ist ein sehr weites Frequenzspektrum nicht völliger Hokuspokus, denn auch Töne, die man nicht direkt hört, können durch ihren Schalldruck die Gesamtwahrnehmung beeinflussen. Wichtiger als die Frequenzabdeckung sind erfahrungsgemäß aber Empfindlichkeit und Treiberkonstruktion. Der Sony MDR-Z7 hat eine Empfindlichkeit von 102 dB. Das heißt auf Deutsch, dass der Kopfhörer problemlos auch an schwächeren Ausgangsquellen betrieben werden kann und schon am Smartphone oder am PC mehr als ausreichend laut wird. Das ist wichtig für jene Leute, die sich keinen eigenen Kopfhörerverstärker anschaffen wollen. In meinem Praxistest hat sich gezeigt, dass der Sony schon am Handy eine ordentliche Vorstellung gibt, aber er legt gewaltig zu, wenn man ihn aus besseren Quellen schöpfen lässt. Ich habe ihn hauptsächlich an die ziemlich gute Soundausgabe meines PC mit Bang & Olufsen Soundmanagement sowie an den Kopfhörerausgang des zwar schon älteren, aber musikalisch hervorragenden AV-Recievers Sony STR-DB1070 angeschlossen. Mit einem guten Kopfhörerverstärker wäre sicher noch mehr drin gewesen, aber derzeit habe ich keinen bei mir zuhause.

Zu den Treibern: Sony verbaut in den MDR-Z7 70-Millimeter-Treiber. Die meisten anderen Hersteller haben „nur“ 30, 40 oder 50 Millimeter anzubieten. Sony verspricht, dass die großen Treiber eine besonders präzise und dynamische Musikwiedergabe bieten. Stimmt das? Dazu ein klares „Jein“. Einerseits ist der Sony wirklich extrem genau und vor allem voluminös, lässt einen also in den Sound sehr tief eintauchen und gibt Musik extrem plastisch wieder, andererseits wirkt der MDR-Z7 manchmal nicht ganz so schnell wie einige Konkurrenten. Unter Schnelligkeit ist hier die Unmittelbarkeit der Wiedergabe gemeint, vor allem bei Rhythmusinstrumenten. Je „schneller“ ein Kopfhörer, desto eher hat man ein „Live“-Gefühl. Man verstehe mich nicht falsch, der Sony ist keineswegs langsam, er ist nur nicht ganz so flott wie zum Beispiel die Konkurrenz aus dem Hause Grado, deren Hörer allerdings geradezu auf Schnelligkeit getrimmt werden und dafür wieder andere tonale Aspekte opfern. Dennoch denke ich, dass die schiere Größe der Treiber den Sony ein bisschen einbremst. In der Praxis heißt das, dass Menschen, die fast nur Metal hören, vielleicht mit einem Modell von Grado (noch) glücklicher sein würden als mit dem Sony. Von einer Schwäche zu sprechen wäre aber übertrieben, denn für sich allein betrachtet mangelt es dem MDR-Z7 keineswegs an „Live“-Feeling. Außerdem bügelt er dieses kleine Manko an anderen Stellen mehr als aus.

Wichtig: der MDR-Z7 ist ein geschlossener Kopfhörer. Nur wenige andere Hersteller setzen bei ihren Flagschiff-Modellen auf diese Bauweise. Die meisten kontruieren in dieser Klasse offene oder halboffene Hörer, weil das in der Regel für ein luftigeres, transparenteres Klangerlebnis sorgt. Überraschenderweise klingt der Sony keineswegs beengt, sondern wie eine gelungene Mischung aus offener und geschlossener Bauart. Dennoch bestehen tonale Unterschiede zu offenen Hörern.

Während offene Hörer eine breitere Bühne, also mehr „3D“ bieten, ist der Sony ein bisschen intimer, vor allem aber genauer. Um das mal zu veranschaulichen: Man stelle sich eine Filmszene vor, in der wir rechts im Bild einen singenden Chor haben und links ein startendes Raumschiff. Das Raumschiff steigt in die Höhe, fliegt nach rechts über den Chor und zischt dann nach links oben aus dem Bild. Mit einem guten offenen Hörer, zum Beispiel meinem geliebten Philips Fidelio X2 oder einem AKG K712, stehen Chor und Raumschiff weiter auseinander und man kann die Bewegungen des UFOs besser nachvollziehen. Mit dem MDR-Z7 ist dieser räumliche Effekt ein bisschen geringer, dafür kann man aber genau hören, aus wie vielen Stimmen der Chor besteht, wer Bass und wer Tenor singt und ob das Raumschiff eine oder zwei Turbinen hat.

In einigen Kritiken wurde dem MDR-Z7 vorgeworfen, er sei zu basslastig und nicht analytisch genug. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Der Sony ist sicherlich warm abgestimmt, hat also einen prominenten Bassbereich und keine überlauten Höhen, aber er ist dennoch extrem detailreich und genau. Es ist ein wenig so, als hätte man hier einen audiophilen Kopfhörer, der aber gleichzeitig den Spaßfaktor berücksichtigt. Und vielleicht ist das der Grund für manch eher lauwarmes Review, denn die Fraktion der „Berufs-Audiophilen“ versteht keinen Spaß. Je trockener ein Hörer klingt, desto glücklicher sind sie. Die meisten Menschen wollen Musik und Filme aber genießen und nicht nur analysieren wie im Labor. Darum geht es doch, um den Genuss, und den bietet der Sony auf einem atemberaubend hohen Niveau. Man kann mit ihm die Musik sezieren, wenn man will, aber man wird dazu nicht genötigt. Ein für mich abschreckendes Beispiel sind manche Oberklasse-Hörer von AKG, Sennheiser und Beyerdynamik. Sie sind kalt, geradezu eiskalt und zerlegen die Musik in ihrer Einzelteile, ohne diese wieder zu einem schönen Ganzen zusammenzufügen. Das macht der MDR-Z7 nicht. Er präsentiert Musik zwar bis ins letzte Detail, bleibt dabei aber musikalisch, zerreißt den Sound also nicht in kleine Einzelstücke. Das zu schaffen, ist meiner Meinung nach wahre (Ton)Ingenieurskunst. In dieser Hinsicht übertrifft der Sony sogar Kaliber wie den Sennheiser HD800 oder den AKG K812. Das heißt nicht, dass die schlechter wären als der MDR-Z7, aber in Sachen Genusserlebnis ziehen sie meiner Ansicht nach gegenüber dem Sony den Kürzeren. Dafür sind sie dann halt wieder in anderen Bereichen ein bisschen stärker. Wer also einen Haufen Geld für Kopfhörer ausgeben will, sollte unbedingt selber probehören, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Ich halte den MDR-Z7 keineswegs für konkurrenzlos gut, aber er spielt ohne Zweifel ganz oben mit und hat mit seiner Mischung aus Musikalität und Analysestärke eine ganz eigene Soundsignatur, die für manche tatsächlich das musikalische Nirwana sein kann, während sich andere wieder enttäuscht abwenden. Was der Sony wirklich, WIRKLICH gut macht, ist das Herausarbeiten der Körperlichkeit von Instrumenten und Stimmen. Ob Stehbass, Schlagzeug, Rhythmusgitarre, Sologesang, Chor oder einfach nur das Geräusch von Schritten oder fallendem Regen in einem Film – der MDR-Z7 verleiht all dem eine physische Präsenz, wie ich sie mit keinem anderen Kopfhörer bislang gehört habe.

High Resolution – mehr als ein Werbeslogan

Ich habe mich mit dem MDR-Z7 wieder durch meine Sammlung hoch auflösender Musik gehört. Und bevor ich meine Eindrücke schildere: Hoch auflösend ist ein wichtiges Stichwort bei Kopfhörern in dieser Klasse. Der Sony ist zwar nicht so gnadenlos wie manch andere Spitzenhörer, aber immer noch gnadenlos genug. Schlecht aufgenommene Musik in schlechten Audioformaten klingt mit ihm auch so: schlecht nämlich, langweilig und körperlos. Man lernt schnell, MP3 links liegen zu lassen. Zu offensichtlich ist die Kompression und damit der Verlust. Wirklich interessant wird es erst ab dem verlustlosen FLAC-Format. So gesehen trifft der Werbeslogan vom „High Resolution“-Kopfhörer voll und ganz zu, denn mit kaum einem anderen Hörer ist mir der Qualitätsunterschied zwischen verschiedenen Audioformaten so stark aufgefallen wie mit dem Sony

The Beatles, „Mother Nature´s Son“, FLAC. Das Anzupfen der Saiten der Akustikgitarre wirkt äußerst lebendig und raumfüllend. Wenn die Akkorde geschlagen werden, hört man die einzelnen Töne gut heraus. Paul McCartneys Stimme steht klar und detailliert in der Mitte. Die „Hufschlag“-Percussion ist Ton für Ton zu vernehmen und das delikate Bläserarrangement wird wunderbar aufgeschlüsselt. Beim Einsetzen der zweite Akustikgitarre kann man bis zum leichten Vibrato ganz genau verfolgen, was diese macht.

Grateful Dead, „Box Of Rain“, HDDVD. Nie klangen die Dead organischer, wärmer. Dennoch sind Bass, E-Gitarre, Akustikgitarre, Klavier und Schlagzeug ebenso genau zu orten und zu trennen wie die zwei Harmoniestimmen, die Phil Leashs Lead Vocals begleiten. Erneut fällt auf, wie groß und körperlich der MDR-Z7 die Musik wirken lässt. In Kombination mit der HD-Aufnahme hat man tatsächlich das Gefühl, per Zeitmaschine in das Tonstudio gereist zu sein und den Musikern live zuzuhören.

Pink Floyd: „Shine On You Crazy Diamond, Pts 1-5“, SACD. Das bedrohliche Wabern der Synthesizer umgibt mich von allen Seiten, ein sehr starker Eindruck von Dreidimensionalität. David Gilmours erste E-Gitarrentöne perlen saftig in den Mix. Das berühmte B-F-G-E-Riff füllt mit Macht den Raum und Roger Waters Bass legt einen tiefen Tonteppichboden. Herausragende Ortbarkeit und Transparenz aller Instrumente und Stimmen.

London Symphony Orchestra: Carl Orff, „Floret Silva Nobilis“, HDCD. Der MDR-Z7 managt die wilden Dynamiksprünge mühelos. Kleinste Details wie das Einatmen der Chorsängerinnen sind gut zu hören. Die Triangel kann sich gegen Pauken, Streicher, Bläser und Chor behaupten. Bemerkenswert ist wieder, wie mächtig und lebendig die Musik wirkt.

Kommen wir nun zu der Frage, ob der Sony MDR-Z7 seinen Preis wert ist. Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn während die unverbindliche Preisempfehlung von Sony bei 700 Euro liegt, ist der Hörer bei großen Internetversandhäusern bereits um rund 450 Euro zu haben und wer ein Schnäppchenjäger ist, findet Neumodelle sogar schon ab 399 Euro. 400 bis 450 Euro würde ich ohne zu zögern zahlen, denn da wäre das Preis-Leistungs-Verhältnis fast unschlagbar. Bei 700 Euro müsste man sich das schon gut überlegen, denn da gibts dann auch Hörer wie den Beyerdynamik T90 oder die Grados Rs2 und Rs1 und noch ein paar, die für manche Ohren gleich gut oder besser klingen. Ich persönlich finde die UVP von 700 Euro angesichts der Verarbeitungsqualität und des Klangs gerade noch  angemessen, die Straßenpreise aber gerechtfertigter. Es kommt auch darauf an, was man zuvor gewöhnt war. Wer von einem 50-Euro-Kopfhörer kommt, wird vom MDR-Z7 auf den Mond geblasen und wird fast weinen wenn er merkt, was er bislang versäumt hat. Wer die gute Mittelklasse gewöhnt ist, also zB Philips Fidelio X2, Sennheiser HD650, Beyerdynamik DT990, AKG K701 oder Grado Rs2, wird teilweise klare Verbesserungen hören, teilweise aber auch eine Umgewöhnungszeit brauchen, denn der Wow-Faktor ist bei diesem Sprung nicht mehr so groß. Und wer Flagschiffe wie den Senni HD800, den AKG k812, Beyer T1 oder den Grado GS1000 besitzt, muss sich gut überlegen, ob er noch ein weiteres Spitzenmodell haben muss. Freilich: Wer Kopfhörer als ernsthaftes Hobby betreibt, wird um den Sony MDR-Z7 nicht herum kommen, denn es gibt Sachen, die macht er halt besser als andere Top-Modelle. Die mehrmals erwähnte, nahezu körperliche Präsenz der Töne zum Beispiel. Wer sich aber keine Sammlung von Kopfhörern anlegen will, sondern ein Modell für alles haben mag, der ist mit dem Sony bestens bedient, denn der MDR-Z7 hat noch ein Ass im Ärmel, das ihn von fast allen anderen Mitbewerbern abhebt: Er ist ein „Plug-and-play-und-fertig“-Hörer. Er braucht im Gegensatz zu fast allen anderen Spitzen-Geräten keinen (teuren) Kopfhörerverstärker, sondern spielt schon an halbwegs guten Kopfhörerausgängen von PC oder AV-Receiver seine Stärken aus. Und er läuft halt notfalls auch am Smartphone oder direkt am Fernseher angeschlossen ziemlich gut.

Was mit gefällt: Die konkurrenzlos gute Verarbeitungsqualität, die warme Abstimmung bei gleichzeitig hohem Detailreichtum und die Körperlichkeit des Sounds, die ich so noch bei keinem anderen Modell gehört habe. Außerdem macht der KH an jeder Ausgangsquelle eine gute Figur.

Was mir nicht so gut gefällt: Nicht ganz so luftig wie offene Kopfhörer, manchmal ein wenig „langsam“.

Wer ihn sich holen sollte: Menschen, die ein audiophiles Klangerlebnis haben möchten, aber sich keinen unterkühlten Tonsezierer ins Haus holen wollen.

Wer ihn ignorieren sollte: Neutralitätsfantiker und Leute, die High End nicht zu schätzen wissen.

Konkurrenz: Sennheiser HD650 und HD800, AKG K712 und K812, Beyerdynamik T90 und T1, Grado Rs1 und GS1000, Bang & Olufsen P8, diverse andere Spitzenmodelle.

Fazit: Der MDR-Z7 von Sony ist ein Kopfhörer der High End-Klasse, der mich im Test weitgehend begeistern konnte und mit seiner eigenen, Sony typischen Abstimmung überzeugt. Warm, aber dennoch neutral und analytisch.

Kopfhörer Teufel Real Z – Ein satanisches Vergnügen

Wenn der Teufel einer ist, der einen mit unwiderstehlichen Angeboten in Versuchung führt, dann ist ihm das mit dem Kopfhörer „Real Z“ gelungen. So, und damit hätte ich das gewerkschaftlich vorgeschriebene Pensum an Wortspielen im Zusammenhang mit der Firma „Lautsprecher Teufel“ erfüllt. Aber seriös: Das ist ein wirklich guter Hörer, der mich überrascht hat. Ich hatte, ganz ehrlich, nach der Lektüre der Eigenwerbung des Herstellers, wonach der Real Z einen „leicht bassbetonten Klang“ habe, mit einer kulturlosen Bassschleuder gerechnet, die ganz viel „bumm bumm“ macht und den Rest des Sounds einfach im Tiefton ersäuft. Ich lag völlig falsch und hätte fast Lust, mich bei den Ingenieuren des Berliner Herstellers für mein Vorurteil zu entschuldigen, denn der Real Z kann viel mehr als nur Bass. Es stimmt allerdings, dass er Bass ganz besonders gut kann.

Der Real Z ist erhältlich in „Dark“ (schwarz) und „Rust“ (braun):

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Sich einen hochwertigen Kopfhörer zu kaufen, ist mittlerweile nur mehr für Millionäre leicht. Die besorgen sich einfach für jede Gelegenheit und sogar jeden Musikstil das passende Gerät. Otto Normalverdiener kann sich das nicht leisten, will aber trotzdem seine Ohren nicht beleidigen. Es gibt sogar immer mehr Ottos, die bereit sind, zwar keine Fantastilliarden, aber doch so zwischen 150 und 300 Euro für gute Cans auszugeben, um ihre Lieblingsmusik in guter Qualität genießen zu können. Gerade dieses Preissegment ist entsprechend hart umkämpft und etliche Hersteller buhlen um die Gunst des Musikliebhabers. Strafverschärfend kommt bei dieser Qual der Wahl dazu, dass viele Leute Musik nicht nur entweder am Smartphone oder an einer hochwertigen Anlage, sondern an beidem hören wollen. Viele hochwertige Hifi-Kopfhörer sind aber eher schwer und unhandlich und dafür gemacht, sie abends im Schaukelstuhl zu tragen. Für den mobilen Gebrauch sind sie zu klobig und oft auch zu schlecht isoliert. Und die meisten Hörer für unterwegs können mit den ernsthaften audiophilen Teilen nicht wirklich mithalten. Und wenn sie es können, kosten sie gerne mal 500 Euro und mehr. Viele kaufen sich daher zwei Kopfhörer, einen für zuhause und einen für die Straße. Die Firma Teufel hat sich wohl gedacht: „Warum nicht einen Hörer für alle Gelegenheiten anbieten“?

Der Real Z ist mit seinen 180 Gramm leicht genug, um ihn den ganzen Tag lang auf der Rübe haben zu können, er ist als mit seiner halboffenen Bauweise wenigstens so schalldicht, dass einen nicht gleich die Omi in der Straßenbahn verprügelt, weil man zu laut AC/DC gehört hat, und er ist gleichzeitig so linear abgestimmt und tonal luftig, dass er es tatsächlich mit den großen Kalibern wie AKG k701, Beyerdynamik DT990, Sennheiser HD 650 oder Philips Fidelio X2 aufnehmen kann. Talk about Eier legende Wollmichsau! Und nein, ich übertreibe nicht und wurde auch nicht dafür bezahlt, das zu schreiben. Wer einen Allrounder sucht, den er an Smartphone, Tablet, PC UND an der Anlage oder einem Kopfhörerverstärker betreiben kann – hier ist er. Ich selber benutze Kopfhörer nur in meinen bescheidenen Vier Wänden. Ich habe den Real Z natürlich an meinem Handy ausprobiert und kann sagen, dass er mit seinen 50 Ohm und vor allem seinen 102 dB Empfindlichkeit da problemlos so laut aufspielt, dass der Ohrenarzt ihn am liebsten konfiszieren würde. Aber mich interessiert bei einem Kopfhörer nur, wie er klingt, und zwar an einer recht guten Kette, die von Vinylplatten über einen sehr guten Verstärker bis zum Tonausgabegerät reicht. Ich liebe Musik, wohne aber in einem hellhörigen Mehrparteienhaus und bin zudem noch eine Nachteule. Meine Elac-Standboxen, die mich rund 4.000 Euro gekostet haben, kann ich daher nicht allzu oft aufspielen lassen. Also sind Kopfhörer seit Jahren ein Thema für mich. Ich bin kein Techniker, der mit einem Messgerät irgendwelche Kurven aufzeichnet, aber ich erkenne einen guten Lautsprecher und einen guten Kopfhörer, wenn ich einen höre. Der Real Z von Teufel ist so einer. Also ein guter.

Ja, ja, nicht ungeduldig werden und mit Bomben drohen, ich komme ja schon zum Klang. Die Beschreibung des Herstellers, der Real Z sei „bassbetont“, stimmt. Aber die Wirklichkeit ist etwas komplexer als die Marketingsprache. Mich hat nämlich überrascht, wie linear bzw. neutral der Hörer trotz seiner Tieftonfreundlichkeit ist. Wir reden hier nicht über Sennheiser-HD800-Neutralität oder Grado-PS-1000-Auflösung, aber durchaus über eine, die einem feinste Details in der Musik offenbart und die den Bass nicht die Mitten und Höhen zumatschen lässt. Der Bass ist zwar sehr mächtig, aber auch recht klar definiert und kontrolliert. Musik, bei der Bass eine große Rolle spielt, macht mit dem Hörer ungeheuren Spaß, denn mit dem Teufel Real Z entdeckt man Nuancen in den tiefen Tönen, die einem mit anderen Hörern gar nicht aufgefallen wären. Eine Schau ist zum Beispiel die Liveaufnahme von Cream in der Royal Albert Hall. Der Real Z lässt die Double-Bassdrum von Ginger Baker und den Fretless-Bass von Jack Bruce dermaßen wuchtig an den Ohren ankommen, dass man eine echte Ahnung davon kriegt, wie sich das vor Ort angehört haben muss. Noch einen Tacken aufregender wird die Sache mit elektronischer Musik. Die Computerbässe auf dem Tribute-Album „Pink Floyd Redux“ sind so geschmeidig, fett, bodenlos tief und warm, dass man fast nachschauen will, ob irgendwo im Raum ein sehr guter Subwoofer steht.

Was mir noch aufgefallen ist am Teufel Real Z: Er ist ungeheuer schnell, setzt also elektrische Impulse nahezu verzögerungsfrei in Töne um und übertrifft in dieser Disziplin viele weit teurere Hörer. Die Geschwindigkeit des Real Z erinnert mich an hochpreisige Grado-Kopfhörer. Das macht ihn sehr gut geeignet für Metal, Hard- und Punkrock. Überhaupt scheint mir dieser Kopfhörer flotte Musik mit ordentlich Punch klar zu bevorzugen. Das heißt nicht, dass langsame Akustiknummern mit dem Real Z schlecht klingen würden. Aber wenn ich zum Beispiel Cat Stevens „Tea For The Tillerman“-Album auflege, bringt er mir das zwar klaglos und auf sehr hohem klanglichen Niveau rüber, aber einen Wow-Faktor hat er da nicht. Den hat er eher bei wuchtigen Aufnahmen wie zB Eletronic, Metal oder… Klassik. Ja, richtig gelesen, der Real Z kommt mit klassischer Musik sehr gut zurecht. Man lege beispielsweise „Uf dem Anger“ aus Carl Orffs Carmina Burana auf und staune, wie feinfühlig der vermeintliche Hells Angel Real Z das Orchester und den Chor auffächelt! Man kann die Instrumente und Stimmen einwandfrei orten, und obwohl die Bassgeigen und die Pauken etwas prominenter im Klangraum stehen als bei einem völlig neutralen Kopfhörer, begraben sie nichts unter sich, nicht einmal die kleinste Triangel und das Atmen der Sängerinnen. Well done, Teufel!

Für einen halboffenen Kopfhörer bietet der Teufel eine sehr weite Bühne. Da können offene Hörer natürlich noch mehr auffahren, aber nicht jeder mag riesige Bühnen (und man vergesse nicht die alte Dame in der Straßenbahn, die einen haut, wenn sie AC/DC zu laut mithören muss). Das Negativbeispiel für mich ist da der AKG K701, bei dem ich mich immer so fühle als säße ich alleine in einem gigantischen Stadion und lauschte einer weit entfernten Band. Der Real Z hat zwar durchaus Bühne, aber er wirkt intimer und direkter als einige seiner Konkurrenten. Und das ist was Gutes. Filme und Spiele kommen durchaus sehr breitwandig rüber und nicht beengt, aber auch kontrolliert. Man weiß, welches Instrument oder welcher Gewehrschuss von wo kommt, aber das wirkt halbwegs realistisch und nicht künstlich in die Länge und die Weite gezerrt. Höhen sind beim Teufel Real Z nicht schrill oder zischend, sondern recht genau so, wie sie aufgenommen wurden. Schlechtere Aufnahmen können schon mal ein bisschen schrill wirken, gute Tonquellen kommen aber verzerrungsfrei rüber. Nach ausführlichem Hören würde ich sogar sagen, dass der Real Z eher in Richtung „Audiophilie“ neigt, also schlechte Quellen recht hart bloßstellt, aber bei guten Quellen umso geiler klingt.

Ist der Teufel Real Z also wirklich uneingeschränkt super und überdrüber und voll zu empfehlen? Nun, ganz so ist es auch wieder nicht. Ich habe durchaus Kritikpunkte gefunden, auch wenn das ein Motzen auf sehr hohem Niveau ist. Der Hörer ist nicht völlig unempfindlich gegen Störungen mechanischer Art. das heißt: Wenn man aus Versehen die Hörmuscheln berührt oder wenn das Kabel sich stark an der Kleidung reibt, kann man das manchmal (nicht immer) als Geräusch hören. Das liegt aber nicht am Aufbau der Treiber, sondern an den Ohrpolstern aus Proteinleder. Die neigen, ganz wie echtes Leder, leider ein bisschen dazu, bei Bewegung auf den Ohren Töne zu machen. Es war aber dennoch keine schlechte Entscheidung von Teufel, seinem Flaggschiff-Kopfhörer dieses derzeit beste Kunstleder zu spendieren, denn solange man nicht wild zu sehr leisen Nummern mit dem Kopf wackelt, hört man den Effekt nicht. Und wer macht schon wüstes  Headbanging zu Joni Mitchell? Soundtechnisch wären Stoff-Ohrpolster vielleicht besser, aber optisch und haptisch machen die Lederimitate eindeutig mehr her. Der zweite Kritikpunkt betrifft die Kabel. Die werden zwar, und das ist vorbildlich, in zweifacher Ausführung geliefert, nämlich in einer langen zum Anschluss an Anlage oder Fernseher und in einer kurzen für das Smartphone. Aber wenn man das schon macht stellt sich die Frage, warum beim Smartphonekabel auf ein Mikrofon und eine Kontrollfunktion für Lautstärke und Titelwahl verzichtet wurde. Da könnte Teufel noch nachbessern und seinen Kunden ein echtes Headset-Kabel anbieten. Möglich wäre das, denn das Kabel ist abnehmbar, was ich richtig gut finde und an jedem Kopfhörer schätze. Fest verbaute Kabel mögen vielleicht irgendeinen esoterischen Klanggewinn bringen, sie verkürzen aber die Lebensdauer des Geräts und machen es bei einem Kabelbruch schwerer, den Hörer zu reparieren. Auch hier ist Lautsprecher Teufel also auf der richtigen Seite.

Kann ich den Teufel Real Z also empfehlen? Ja, denn für den verlangten Preis von 179.99 Euro kriegt man einen richtig feinen Kopfhörer, der jeden Musikfan, vor allem aber die Freunde elektronischer, rockiger und klassischer Musik zufriedenstellen sollte. Natürlich wird es Leute geben, denen er nicht gefällt, aber DEN Kopfhörer, der alle begeistert, gibt es nicht. Mich hat er positiv überrascht und ich liebe ihn jeden Tag ein klein bisschen mehr. Ich höre und erlebe mit ihm meine Musiksammlung neu, und genau das ist etwas, das ich suche und schätze.

Pro: Hervorragender Kopfhörer, der universell einsetzbar ist. Sehr gute Bässe, die aber die Mitten und Höhen nicht kaputt machen. Macht an jeder Tonquelle und mit jeder Musik eine gute Figur. Ist hochwertig gebaut. Kommt mit zwei Kabeln und einer eigenen Tragtasche. Ist sehr leicht und fühlt sich auch nach Stunden nicht störend an. Klingt sowohl am Smartphone als auch an stärkeren Ausgabequellen sehr gut und laut.

Contra: Das Kunstleder kann bei starker Reibung Geräusche machen. Bislang keine Headset-Funktion.

Konkurrenten: Alle „großen“ Hörer wie AKG K701, Sennheiser HD 650, Beyerdynamik DT990, Philips Fidelio X2 und weitere.

Tltr: Ein preislich sehr faires Angebot von Lautsprecher Teufel, das sowohl Gelegenheitshörer als auch Hifi-Freaks überzeugen sollte. Ein sehr neutraler, aber dank leichter Bassanhebung auch sehr musikalischer und spaßiger Kopfhörer.

Angehört: Kopfhörer Philips Fidelio X2 – Der mit dem Bass tanzt

Dass der Kunde König sei, behaupten zwar immer noch fast alle Firmen und Händler, aber in der Realität kommt man sich als Konsument immer öfter vor wie ein Bauer, der als Beta-Tester halbfertige Produkte kriegt und dessen Wünsche gepflegt ignoriert werden. Umso überraschender ist es, wenn ausgerechnet ein Weltkonzern wie Philips die Reaktionen der Kundschaft genau beobachtet und dann ein ohnehin sehr gutes Produkt weiter verbessert. Als die Niederländer vor gut zwei Jahren den Kopfhörer Fidelio X1 herausbrachten, mischten sie den Markt der Hifi-Oberklasse gehörig auf, denn dieses Gerät konnte mit der preislich ähnlich gelagerten Konkurrenz aus den Häusern Sennheisser, AKG, Beyerdynamik usw. nicht nur mithalten, sondern überflügelte sie teilweise gehörig, vor allem in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis. Der X1 hatte einen ganz eigenen, sehr bassstarken Sound, ohne dabei die Mitten und Höhen zu vernachlässigen. Dazu kam noch eine hervorragende Verarbeitungsqualität und so war es kein Wunder, dass Fachzeitschriften wahre Jubelartikel veröffentlichten und die Kunden den X1 zum bestverkauften High-End-Kopfhörer machten, den Philips je produziert hatte. Kritik kam von manchen Testern und Besitzern lediglich zum etwas hohen Leitungswiderstand im mitgelieferten Kabel sowie an den (von Laien) nicht  austauschbaren Ohrpolstern. Der jetzt neu auf den Markt gekommene Nachfolger Fidelio X2 hat austauschbare Ohrpolster und ein deutlich besser leitendes Kabel. Aber ist er den Aufpreis von rund 100 Euro wert (der X1 wird derzeit für rund 200 Euro gehandelt, der X2 für 300)?

Back in black – der Fidelio X2:

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Ich besitze den X1 seit einem Jahr und kann daher recht gut beurteilen, ob und was der X2 besser macht. Zusammengefasst: Alles. Optisch hat sich bis auf die nun schwarz lackierten Aluminiumringe, die den Hörer umfassen, nicht viel getan. Und das ist ein Glück, denn der X2 zählt wie sein Vorgänger zu den schönsten Kopfhörern, die es am Markt zu kaufen gibt. Bei diesem großen Teddybär von Kopfhörer ruft einem alles „Qualität“ entgegen, ein Eindruck, der sich beim Tragen noch verstärkt. Die Velourspolster kuscheln sich sanft an die Haut und umschließen selbst meine großen Schimpansenohren ohne zu drücken oder zu zwicken, und ich ertappte mich während des Testens immer wieder dabei, das kalbslederne Kopfband oder die kühlen Alu-Ringe zu befummeln. Der Fidelio X2 ist schon ohne Musik ein sinnliches Erlebnis und ein Produkt, das einem das Gefühl gibt, keinesfalls zuviel Geld dafür bezahlt zu haben. Aber natürlich zählt bei Kopfhörern für 300 Euro vor allem der Klang. Und auf diesem Gebiet hat sich mehr verändert, als ich gehofft hatte, und weniger, als manche befürchteten. Die Tugenden des tollen Vorgängermodells wurden nicht vergessen, sondern gezielt weiter ausgebaut.

Wie der X1 ist auch der X2 einer der ganz wenigen offenen Kopfhörer unter 1.000 Euro, der dazu in der Lage ist, Tiefbässe überzeugend wiederzugeben. Beim X2 ist diese Eigenschaft einerseits fast noch ausgeprägter, andererseits aber kontrollierter. Konnte einen der X1 in Sachen Bass manchmal überfordern, wirken die tiefen Töne auf dem X2 wesentlich besser ins tonale Gesamtspektrum eingebunden, kommen die Bassattacken nicht weniger wuchtig, aber doch weniger zu Lasten der Mitten und Höhen daher. Der Hörer hat nicht weniger Bass als der X1, aber eine bessere Wiedergabe der mittleren und hohen Frequenzen. Das bedeutet, dass der neue Fidelio neutraler abgestimmt ist als der Vorläufer und sich noch weiter in den Bereich der Audiophilie vorwagt. In der Tat entgeht einem mit dem X2 keine Nuance der Musik, kein noch so schüchternes Instrument kann sich vor dem Hörer verstecken. Was den Fidelio aber so großartig und einzigartig macht, dass er bei den Kopfhörer-Verrückten von „Innerfidelilty“ sofort an deren Wall Of Fame kam und somit zu den besten Hörern der Welt gezählt wird, ist seine Musikalität. Während viele Headphones in der Audiophilenklasse nach extrem neutral abgestimmten Monitorboxen klingen, wirkt der X2 eher wie ein hervorragendes Hifi-System, klingt mehr wie sauteure Standboxen als wie Studiolautsprecher. Wer mag kann mit dem X2 die Musik zwar ebenso gut analysieren wie mit einem AKG K712 oder einem Beyerdynamik T90, aber im Gegensatz zu diesen Kopfhörern verführt der X2 mehr zum Genießen als zum Sezieren. Der Fidelio X2 ist wie schon der X1 ein Kopfhörer für Menschen, die Musik vor allem hören und erleben wollen statt jeder kleinsten Schwäche in den Aufnahmen nachzujagen. Dazu trägt in erster Linie die grandiose Basswiedergabe bei, die ich so bislang bei keinem anderen Hörer erlebt habe. Der X2 schafft es trotz seiner offenen Bauweise tatsächlich, das beunruhigende Grummeln eines guten Subwoofers zu emulieren.

Der Bass, Mann, der Bass! Sagte ich schon, dass der X2 einen tollen Bass hat?

Mit seinen in den tiefsten Keller hinunterreichenden Bässen ist der X2 nicht nur für Musik, sondern auch für Filmsoundtracks das perfekte Wiedergebegerät, mit dem man auch spät nachts noch ohne die Nachbarn zu belästigen explodierende Raumschiffe und abstürzende Flugzeuge fast so erleben kann, als säße man im Kino. Durch seine weite, aber nicht zu große Bühne präsentiert der Kopfhörer Soundtracks in all ihrer majestätischen Breite. Sehr wohl fühlt sich der X2 auch bei semiakustischer Musik. Das 24-Bit remasterte Album „Tea For The Tillerman“ von Cat Stevens ist mit seinen Stehbässen, bei denen der X2 jedes Rutschen der Finger auf den Saiten herausarbeitet, mit den warmen Akustikgitarren und Stevens rauchigem Bariton ein wahrer Ohrenschmaus. Überhaupt: Stimmen! Sänger und Sängerinnen kommen mit dem Fidelio wunderbar klar aber dennoch weich rüber, und einen besonderen Reiz bekommen männliche Stimmen, die naturgemäß auch mal in den Bassbereich übergehen. Auch mit Jazz und Klassik kommt der offene Hörer sehr gut zurecht, wie ich beim Durchhören meiner Nina Simone-Sammlung und der Carmina Burana von Orff bemerken konnte. Das alles beherrschte der X1 zwar auch schon, aber der X2 macht es noch mal einen ganzen Tick besser. Der amerikanische Kopfhörer-Guru Tyll Hertsens bezeichnete den Fidelio X2 als den „am besten ausbalancierten Hörer“, den er derzeit kenne. Ich neige dazu, dem zuzustimmen. Philips ist mit dem X2 das Kunststück gelungen, einen Kopfhörer zu bauen, der laut Labormessungen zu den neutralsten der Welt gehört, aber trotzdem richtig viel Spaß macht und zum stundenlangen entspannten Musikgenuss einlädt.

Apropos Labor. Hier noch die wichtigsten technischen Daten. Der Fidelio X2 ist ein offener dynamischer Kopfhörer mit einem Frequenzspektrum von 4 bis 40.000 Hertz und einer Nennimpendanz von 30 Ohm. Letzteres bedeutet, das er auch ohne eigenen Kopfhörerverstärker auskommt, wobei ein solcher natürlich noch ein bisserl mehr Leistung und Transparenz aus dem Gerät kitzeln kann.

Was mir gefällt: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Für einen offenen Kopfhörer eine unglaublich gute Basswiedergabe, dabei aber analytischer und luftiger als das Vorgängermodell. Sehr gute Verarbeitungsqualität. Hoher   Tragekomfort.

Was mit nicht ganz so gut gefällt: Hm, mir fällt nix ein. Ehrlich, ich habe nach Schwachstellen gesucht, aber keine gefunden.  Okay, für den mobilen Einsatz ist das Teil eher nicht geeignet, da sehr groß und mit 380 Gramm auch kein Leichtgewicht. Außerdem kann die Umgebung mithören, da offene Kopfhörer keine Schallisolierung haben.

Wer ihn sich holen sollte: Leute, die Musik genießen wollen statt sie nur zu analysieren. Und jeder, der Bässe mag. Und wer viel Kopfhörer für vergleichsweise wenig Geld haben will.

Wer ihn ignorieren sollte: Markenfetischisten (andere Kopfhörerhersteller haben einen höheren Angeber-Faktor), Musik-Chirurgen und Bassallergiker.

Konkurrenz: Sennheiser HD 650 und 600, AKG K712, K612 und, K701, Beyerdynamik DT990 und T90, Teufel Real Z, Grado Rs2e und 225i.

Der Grado Rs2e – audiophiles Musikmikroskop

Und nun zu etwas ganz anderem. Zu einem Produktest nämlich. Seit ich vor 20 Jahren das erste Mal richtig Geld für einen hochwertigen Kopfhörer ausgegeben und damit das Tor zum audiophilen Klangerlebnis aufgestoßen habe, bin ich auf einer nicht enden wollenden Reise, auf einer nahezu ritterlichen Suche nach dem Heiligen Gral unter den Kopfhörern. Aber wie schon diejenigen, die Jesu´ Knobelbecher suchten, musste auch ich feststellen: Den Kopfhörer gibt es nicht. Es gibt viele Anwärter auf den Titel „bester Kopfhörer der Welt“, aber jeder Mensch hat ein anderes Gehör, jeder hat andere Vorlieben, und so kann es den einen, wirklich alle Leute begeisternden Hörer gar nicht geben. Aber es existieren ab ca. der Preisklasse von 150 Euro aufwärts viele fantastische Geräte, mit denen sich Musik völlig anders erleben lässt als mit Billighörern. Der Grado RS2e ist mit rund 500 Euro Ladenpreis kein Billigheimer und wendet sich wie andere Hörer dieser Klasse an den ernsthaften Audiophilen, der damit abends bei einem Schlückchen Wein oder Edelbrand ganz in den Feinheiten der Musik aufgehen will und nicht so sehr an den jugendlichen Bauerntechno-Fan, dem nur wichtig ist, dass es feste wummert.

Das Erste, das einem beim Auspacken des Grado-Kopfhörers auffällt, ist seine Größe, genauer: Sein Mangel daran. Das Ding ist zierlich und wirkt verglichen mit vielen anderen Hifi-Kopfhörern so, als wäre es für Hobbits gemacht worden. Wer nun aber meint, kleine Kopfhörer würden auch ein kleines Klangerlebnis bieten, der täuscht sich. Dass Kleine ganz groß aufspielen können, wissen wir ja spätestens seit „Game Of Thrones“.

„Erzähl den lustigen Zwergenwitz noch einmal!“

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Größenvergleich mit dem Philips Fidelio X1 (links):

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Ich bin kein Techniker und kein Toningenieur, ich interessiere mich nicht wirklich für Nennimpendanzen und Frequenzverläufe. Mich interessiert allein, wie ein Kopfhörer klingt. Okay, ein ganz klein wenig Techno-Babble muss sein und sei es nur, um die Nerds unter meinen Lesern zufrieden zu stellen: Der Grado RS2e ist ein offener dynamischer Kopfhörer mit einem Frequenzspektrum von 14 bis 28.000 Hertz und einer Impendanz von 32 Ohm. Letzteres ist insoferne von Bedeutung, weil eine niedrige Nennimpendanz bedeutet, dass der Hörer nicht unbedingt eine wahnsinnig teure Anlage oder einen eigenen Verstärker braucht, um mit ausreichend Power gefüttert zu werden. Während viele andere Headphones der Oberklasse Impendanzen von 350 bis gar 600 Ohm haben und sich somit zum Betrieb an Smartphones oder Notebooks nur eingeschränkt eignen, spielt der Grado RS2e schon bei schwächeren Quellen mit vollem Sound auf. Beim Probehören stellte ich fest, dass der Grado zum Beispiel mit der Soundkarte vom PC ausreichend Saft kriegt. Während ich bei anderen Hörern die Lautstärke beim VLC-Player oft auf 200 Prozent hochregeln musste, spielt der RS2e bei nur 60 Prozent bereits sehr laut. Trotzdem gilt auch für den Grado das, was für alle guten Kopfhörer gilt: je besser die Ausgangsquelle, desto reichhaltiger der Sound. Ein eigener Kopfhörerverstärker ist beim Grado zwar kein Muss, aber die Investition wird mit einer noch voluminöseren und farbigeren Klangwiedergabe belohnt.

„Und wie klingt er nun, der Grado?“, höre ich Euch ungeduldige und von Feeds des Lesens längerer Texte entwöhnte Leserschufte schon drängen. Nun, ich besaß/besitze folgende Kopfhörer: Beyerdynamik DT-990 und DT-880, AKG K-501 und K-701, Sennheisser HD 600 und HD 650, Philips Fidelio X1, Grado 225i. Die sind alle sehr gut und jeder von denen hat seine eigenen Stärken und (kleine) Schwächen, aber der Grado RS2e steckt die klanglich alle in die Tasche – meiner persönlichen Meinung nach.

Unboxing, Erotik der spätkapitalistischen Konsumgesellschaft:

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Grado-Hörern wird von manchen Kritikern vorgeworfen, sie klängen zu grell, zu hell, zu höhenbetont und zu schwach im Bass. Beim 225i, den ich als einzigen Grado bislang kannte, trifft das auch ein bisschen zu. Für den RS2e kann ich das zum Glück nicht bestätigen. Er ist ungeheuer transparent und hat sehr ausgeprägte Mitten, aber er ist definitiv nicht „grell“ oder „bassarm“. Die Bässe sind alle da und gehen tiefer als die Witze beim Villacher Fasching/Mainzer Karneval, aber ein Subwoofer ähnliches Dröhnen oder Wummern darf man sich hier nicht erwarten, und das sollte man bei einem audiophilen Kopfhörer auch nicht, sonst wäre er nämlich nicht audiophil. Beim RS2e ist jeder Tiefton vorhanden, und zwar genau so, wie er aufgenommen wurde. Und weil der Grado die Musik extrem sauber darstellt, kann man tatsächlich hören, wie der Bassist die dicken Saiten zupft, anreißt oder slappt, und zwar bei jedem einzelnen Ton. Dieselbe Klarheit herrscht auch in den mittleren und hohen Tonlagen. Man sieht sozusagen extrem tief in die Musik hinein, kann alle Instrumente sauber trennen und orten. Das macht den RS2e zu einer Empfehlung nicht nur für Freunde höchster Detailtreue beim Musikhören, sondern auch für Profis mit Tonstudio. Wer mit diesem Grado-Hörer in einen Mix reinhört, dem entgeht nichts. „Aber“, so werden nun manche fragen, „bedeutet das nicht, dass der Kopfhörer auf Dauer anstrengend wird, wenn er so detailliert auflöst?“  Ich kann beruhigen: Das bedeutet es ganz und gar nicht. Während zum Beispiel der ähnlich analytische AKG K701 tatsächlich eine Spaßbremse ist, da er die Musik zwar in ihre Einzelteile zerlegt, aber nicht mehr zu einem mitreißenden Ganzen zusammenfügen kann, ist der Grado höchst musikalisch. Er macht – und das hatte ich eigentlich so nicht erwartet – ungeheuren Spaß und lässt einen mit der Musik mitrocken oder ganz in ihr aufgehen, obwohl er gleichzeitig so genau ist wie ein zwangsneurotischer Schweizer Buchprüfer.

Ich habe mich mit dem Grado durch meine Musiksammlung gehört und war ziemlich begeistert. Nur als Beispiel: Bei der alten Beatles-Nummer „You´re Going To Lose That Girl“ hörte ich diesmal nicht nur, dass da Bongos mitspielen, ich hörte jeden einzelnen Schlag, hörte, wie Ringo die Bongo-Felle mit Hand, Handballen und Fingern bearbeitet und hörte jeweils den Unterschied. Extrem gut schlug sich der Hörer auch bei einer anderen Beatles-Nummer, dem viele Boxen und Kopfhörer durch seinen ständigen Laut-Leise-Wechsel stark fordernden „Long Long Long“ vom weißen Album. Bei der Akustikgitarre im Intro ist jeder Anschlag fein zu hören, der einsetzende Bass kommt mächtig und fett daher und wenn das Schlagzeug laut auftrumpft, geht daneben doch kein leiser Gitarrenton verloren. Das Reiben mit dem Plektrum über die tiefe Saite der E-Gitarre am Schluss jagt einem Schauer über den Rücken. Okay, soviel zu Pop und Rock, aber kann der Grado auch Klassik? Yes he can. Ich legte Gustav Holsts berüchtigtes Boxenkiller-Orchesterwerk „The Planets“ auf und fand mich in einen Konzertsaal versetzt, wo das drohende Anschwellen der Cellos und das Hämmern der Pauken bei „Mars, The Bringer Of War“ zu Beginn das leise Klopfen der Violinisten mit den Bögen nicht übertötete, sondern organisch einarbeitete. Und wenn die Bläser mit Macht einsetzen, meint man fast die Armeen des Ersten Weltkriegs vor dem inneren Auge aufmarschieren zu sehen. Danach brauchte ich wieder was rockiges, also griff ich zum Album „Bomber“ von Motörhead, und da kam mir ein weiterer Vorzug des Grado zu Ohren: Er ist sehr, sehr schnell. Das bedeutet, dass er auch heftige Double-Bassdrum-Attacken und Lemmys Bassriffs so engagiert und unverzögert wiedergibt, dass man meint, gleich spucke einem der Sänger ins Gesicht. Positiv überrascht wurde ich von der großen Räumlichkeit und Weite, die der Grado beim Filmgucken bietet. Keine Spur von einer „kleinen Bühne“.

Okay, ich denke, Ihr habe bemerkt, dass ich die Klangeingeschaften des Grado RS2e liebe. Aber ist der Hörer auch halbwegs bequem zu tragen? Immerhin berichten viele Kritiker davon, dass die Grado, weil sie auf den Ohren nur aufliegen statt sie voll zu umschließen, nach kurzer Zeit unbequem würden. Ich bin diesbezüglich als Brillenträger und Inhaber eines recht großen Kopfes sehr empfindlich. Viele Hörer konnte ich zumindest in der Anfangszeit maximal eine Stunde tragen bevor meine Ohren zu schmerzen begannen oder die Bügel meiner Brille unangenehm zu drücken anfingen. Ich wollte fast, dass dies auch beim RS2e der Fall wäre, da ich wenigstens etwas Negatives über das Gerät schreiben wollte, aber nein: Nix. Ich höre nun seit zwei Tagen fast ununterbrochen Musik und hab mir mehrere Filme angeschaut, und der Grado hat mich kein einziges mal gezwickt oder gezwackt. Das war, neben der Eindeutigkeit der tonalen Überlegenheit gegenüber der namhaften Konkurrenz, eine der größten Überraschungen. Der Hörer ist außerdem sehr leicht und die Muscheln aus Mahagoni-Holz unterstützen nicht nur den natürlichen Klang, sondern wirken auch cool retro-stylish. Naja, resto-stylish zumindest.

Simple Verpackung komplexer Technik:

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Gibt es also gar keine Kritikpunkte? Nun, ein paar vielleicht. Zunächst: Billig ist der Grado nicht gerade. Allerdings relativiert sich der recht happige Preis angesichts der Leistungen des Geräts und im Vergleich zur Konkurrenz rasch wieder. Ein bisschen lästig ist, dass das Kabel sehr kurz geraten ist. Es ist ein dickes, qualitativ hochwertiges Kabel, aber ohne Verlängerungskabel hat man damit nicht viel mehr Bewegungsfreiheit als der Insasse eines venezianischen Verließes. Außerdem sind die Kabel fix verbaut, also von Laien nicht zu wechseln. Und: Ein wenig filigran wirkt der Hörer. Nicht so filigran, dass man Angst hätte, er bräche gleich auseinander, aber auch nicht so massiv gebaut, als dass man ihn je anders als mit einer gewissen Vorsicht handhaben wollte.

Wer sich den Grado RS2e zulegen will, sollte eines bedenken: Er braucht eine Einspielzeit von mindestnes 100, besser 200 Stunden, um sein volles Potential entfalten zu können. Das ist, im Gegensatz zu manch anderem audiophilen Hokuspokus, kein Voodoo, sondern tatsächlich deutlich hörbar. „Burn In“, sagen die Amis dazu. Apropos Amis: Grado Labs ist ein amerikanisches Familienunternehmen, das nun schon in dritter Generation im Stadtteil Brooklyn in New York all seine Kopfhörer händisch herstellt. Kein Roboter weit und breit. Ich finde das extrem sympathisch und vernünftig, da wir ja alle wissen, dass die Roboter uns einst unterjochen und die Weltherrschaft an sich reißen werden.

Fast schon Steampunk – Die Grado-Manufaktur (Foto © Sam Horine):

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Zusammenfassend ist zu sagen, dass der Grado RS2e eine Art „audiophiles Musikmikroskop“ ist, das einen kleinste Details in der Musik erkennen lässt, aber trotz dieser hervorragenden analytischen Schärfe nie langweilig oder ermüdend wird, sondern immer schön musikalisch bleibt. Rund 500 Euro für Kopfhörer klingen nach viel Geld, aber der RS2e bietet einen Klang, den sonst nur Standboxen um die 10.000 Euro rüberbringen. So gesehen ist der nicht teuer, sondern preislich sehr fair kalkuliert. Der RS2e hat einen großen Bruder, den RS1e, der rund 200 Euro teurer ist. Der soll noch um ein Etzerl feiner aufspielen und klarer auflösen.

Was mir gefällt: Atemberaubende Detailtreue und analytische Schärfe, dabei dennoch sehr angenehm und nicht unterkühlt. Tragekomfort besser als vermutet, edle Materialanmutung durch Verwendung von Mahagoni, sehr leicht, hergestellt von einem sympathischen Familienunternehmen, Made in USA.

Was mir nicht ganz so gut gefällt: Kabel ein wenig kurz, der Hörer wirkt ein wenig zerbrechlich. Man sieht damit aus wie ein Funker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Wer ihn sich holen sollte: Audiophile, die trotzdem vor allem Spaß an der Musik haben wollen, Musiker und Toningenieure.

Wer ihn ignorieren sollte: Die Dr.-Dre-Basshead-Kundschaft, Menschen mit Schweinsohren und Leute, die zu eitel sind um auszusehen wie ein Funker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Konkurrenz: Grado P500, Sennheiser HD 650, AKG K712, Philips Fidelio X2, Teufel Real Z, Beyerdynamik T90.

Ich bedanke mich herzlich bei der Firma Grado Labs und der Firma High-Fidelity Studio, die mir ein Testexemplar zur Verfügung gestellt haben.