Tierfreundliche Menschenhasser

 

Ist Liebe zum Tier ohne Hass auf den Menschen nicht zu haben? Eine kleine Rundreise durchs Internet scheint diesen Verdacht zu untermauern.

Tierhilfswerk Europa e.V.: Unmittelbar danach schon ließ der Bürgermeister durch seine unglaublich brutalen Hundefängerbrigaden, die fast ausschließlich aus Zigeunern bestanden, täglich Unmengen von völlig verschreckten Tieren einfangen und in die Smeura schaffen.

 

Herzblut für Katzen – die Blutspendedatenbank für Katzen: Notruf aus Rumänien – Hunde von Zigeunern gequält. Der süße Dreibeiner ist wahrscheinlich freudestrahlend auf die Zigeuner zu gegangen und erwartete Streicheleinheiten. Stattdessen wurde er massiv mißhandelt.

Internationaler Tierschutzverein Grenzenlos e.V.: Die kleine blonde Terrierhündin Rexina befindet sich im Tierheim von Kosice /Slovakei. Sie ist 6-7 Jahre alt und hat ein schlechtes Leben in einem Zigeunerlager gehabt, bevor sie vor einem Jahr ins Tierheim kam. Sie wurde misshandelt und geschlagen. 

Fellchen in Not e.V.Berti ist maximal 1 Jahr und hängt bei Zigeunern (Müllmännern) an der Kette.

Pfotenfreunde Rumänien e.V.: vorletzte Nacht wurde in der Gärtnerei neben dem Tierheim eingebrochen. Da die Zigeuner dawohl nicht fündig geworden sind, haben sie dann auch noch im Tierheim eingebrochen. Sie haben 7 unserer Welpen gestohlen. Wir möchten uns gar nicht vorstellen, was sie mit den kleinen gemacht haben. 

Ron Geese StiftungDie von der Regierung engagierten Zigeuner kassieren 25,00 Euro für jeden getöteten Hund. Es geht sogar so weit, dass durch die Geldgier dieser (Un)menschen, vor nichts halt gemacht wird. Dieses Überfallkommando bricht auch in Wohnungen und Gärten ein, um Hunde gewaltsam aus den Privathaushalten zu holen. Vor den Augen der Hundehalter und deren Kinder, werden die Hunde erschlagen oder erstochen, um dann später die genannte Prämie zu kassieren.

Tierschutz live – Forum von Animalhope Tierhilfe NitraHabe gerade einen Bericht über das Denken der Bevölkerung in Rumänien gesehen. Einmal Zigeuner, immer Zigeuner und der Rest ist Abschaum!!!!!! Der Großteil hats noch immer nicht aus dem Dreck geschafft und wirds auch nie schaffen.

Tiere brauchen einen SchutzengelDas ist ein wirklich widerlicher Ort,dort leben Zigeuner und misshandeln,vergiften,erschlagen Hunde und noch vieles mehr.

Tierschutzförderverein.deBesonders tierquälerisch sind Zigeunerbanden, die oftmals in der Nacht über die Mauer in die Hundegehege Knallkörper werfen. Dadurch geraten die Hunde in Panik und es kommt zu erheblichen Beißereien.

usw.

 

Wer macht das Unrecht? Wir!

Das Unrecht sagt nie: „Seht her, ich bin das Unrecht“. Es sagt stets: „Ich bin das Recht“. Unrechtssysteme kommen auch nicht über Nacht, sie entstehen schleichend, auf den Gewöhnungseffekt bauend, die Umdeutung der Begriffe vorantreibend, die Ermüdung ihrer Gegner ausnützend, nach und nach immer mehr Menschen zu Komplizen machend. Für Flüchtlinge vor Mord, Krieg, Verfolgung, Folter, Vergewaltigung und Not herrscht in Europa schon lange kein Recht mehr, das noch etwas mit Gerechtigkeit zu tun hätte, sondern Recht genanntes Unrecht. Wer es bis nach Europa schafft, wird eingesperrt, ganze Familien kommen in Lager, man trennt Kinder von den Eltern, man schickt diese Menschen von Land zu Land, von Stacheldrahtverhau zu Stacheldrahtverhau, als handle es sich um Tiere. Im Morgengrauen treten Polizisten, denen man ihre Menschlichkeit durch die dicken Panzerungen der Uniformen kaum noch ansieht, Türen ein und nehmen Leute mit, reißen Kinder aus den Armen ihrer Mütter und Väter, verteilen Schläge, drohen mit der Waffe. Menschen verschwinden in Polizeikasernen, werden verhört, eingesperrt und deportiert. Wer diesen Menschen hilft, wer ihnen Unterkunft bietet oder sie vor den Behörden verbirgt, vergeht sich gegen das Recht genannte Unrecht und macht sich strafbar. Haftstrafen drohen. Fluchthelfer nennen sie Schlepper, und wer Flüchtlinge unterstützt, kann wegen Beihilfe zur Schlepperei belangt werden. Menschen werden in legale und illegale eingeteilt, als dürfe man die bloße Existenz eines Menschen kriminalisieren.

Wie konnte es soweit kommen? Wann haben wir angefangen, wegzusehen? Als „guter Mensch“ zum Schimpfwort wurde? Als wir anfingen, den rassistischen Mob befrieden zu wollen, indem wir selbst immer rassistischer wurden? Als Flüchtlingsheime brannten und die Politiker darauf mit Verständnis für die Brandstifter reagierten? Als sich in der Krise zeigte, dass Toleranz, Liberalität, Solidarität und Menschlichkeit für allzu viele nur Schönwetter-Luxusschmuckstücke waren, die eine immer schon hässlich gewesene Psyche behübschen sollten? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass einst Hunderttausende das Lichtermeer, die größte Demonstration der österreichischen Nachkriegsgeschichte, besuchten, um gegen das Anti-Ausländervolksbegehren der FPÖ zu protestieren, und heute, 20 Jahre später, viele damaligen Forderungen der Rechten umgesetzt sind und noch die gröbsten Verstöße gegen das, was anständige Leute als Menschenwürde empfinden, kaum noch Widerstand und Widerspruch auslösen.

Unrecht macht sich zu Recht, indem zunächst einer Gruppe von Menschen die Menschenrechte langsam aberkannt werden. Geschieht dies ohne allzu große Widerstände, wird das Unrecht auf weitere Gruppen ausgedehnt. Nicht Flüchtlinge allein sind in Europa bedroht, auch Europäerinnen und Europäer bekommen zu spüren, dass 70 Jahre antifaschistische Sonntagsreden aus Arschlöchern keine besseren Menschen gemacht haben. In Duisburg formierte sich ein Pogrom-Mob gegen ein Haus, in dem vornehmlich Roma wohnen. Die Mordlust sprang einem aus tausenden Internetkommentaren ebenso entgegen wie aus den Augen und Mündern jener Brandstifter in spe, die sich vor dem Haus zusammenrotteten. Ähnliches geschah kurz danach in Österreich, wo ländliche Jugendliche sich per Facebook dazu verabredeten, Roma gewaltsam vom Grundstück eines Landwirts zu vertreiben. Jeder erhobene Zeigefinger, den westeuropäische Politikerinnen in den vergangenen Jahren gegen die systematische Diskriminierung von Roma und Sinti in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Bulgarien erhoben, darf wieder in die Hosentasche gesteckt werden, denn kein Spitzenpolitiker stellte sich in Westeuropa hin und verteidigte ohne Wenn und Aber das Lebensrecht der Bedrohten. Stattdessen ließen italienische Bürgermeister Roma-Camps schleifen und die Franzosen warfen Roma aus dem Land. Reisefreiheit, Niederlassungsfreiheit – alles nur Gewäsch, wie sich nun zeigt. Sobald die Spießbürger mordlüstern werden, weil jemand den Müll nicht so entsorgt wie sie, wird Politik im Sinne der Mordlüsternen gemacht.

Wir alle sind schuld an den Zuständen. Wir, die wir jahrelang tatenlos zuschauten, wie Jörg Haider „mutmaßlich straffällige Asylbewerber“ in ein Lager in den Bergen steckte. Wir, die wir mit den Achseln zuckten, als Polizisten Marcus Omofuma umbrachten. Wir, die wir uns wieder in die Betten kuschelten, als wir von Verhaftungen und eingetretenen Türen hörten. Wir, die wir zuließen, dass freche Bösmenschen den Begriff „Gutmensch“ zum Schimpfwort machten und in Millionen Gehirne damit die Botschaft einpflanzten, es sei okay, ein Drecksack zu sein. Wir, die wir uns einen Scheiß um unsere Mitmenschen kümmern weil wir nicht merken, dass unser Egoismus letztlich auch unser eigener Untergang sein wird. Wir, die wir es ertragen können, dass Menschen in mit Stacheldraht bewehrten Käfigen sitzen, bloß weil sie Flüchtlinge sind.

Rassistenpack

Die von der rechtskonservativen Partei Fidesz regierte ungarische Stadt Ozd wollte den Roma mitten in der Hitzewelle das Trinkwasser abdrehen. Nach massiven internationalen Protesten traute man sich das dann doch nicht, sehr zum Unmut der österreichischen Volksseele. Und für dieses Rassistengesindel wollen Grüne, FPÖ, ÖVP und SPÖ mehr „direkte Demokratie“ einführen? Habt ihr euch das gut überlegt?

„Krone“:

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„Die Presse“:

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usw. Mag nimmer mehr dokumentieren. Zu heiß die Temperaturen,  zu widerlich die Leute.

Zwischen allen Stühlen

Immer wenn Israel Krieg führen muss, möchte ich am liebsten meinen Fernseher verkaufen, keine Zeitungen mehr lesen und das Internet abmelden, denn in solchen Zeiten ist niemand einsamer als der linke Freund des Judenstaates. Gefühlte neun Zehntel derjenigen, die sich selbst als links definieren, betätigen sich in solchen Zeiten als offensichtlich kritiklose Wiederkäuer längst überholter und immer schon falsch gewesener antiisraelischer Positionen aus dem Kalten Krieg und imaginieren wider alle Evidenz weit rechts stehende klerikalfaschistische Terroristen und Unterdrücker wie die Hamas als Freiheitskämpfer, wo doch alles, wofür die kämpfen, der Tod von Juden und die Unterwerfung des Menschen unter die Tyrannei der Religion ist. Diese Sorte von Linken, die ansonsten völlig zu Recht Ungerechtigkeiten anprangert, ist nicht in der Lage zu behirnen, dass das größte jemals begangene Unrecht der Zivilisationsbruch der Shoah war und das oberste Gebot für Humanisten – und solche müssen Linke sein, denn ohne Humanismus ist auch linke Politik nichts als potentielle Terrorherrschaft – daher sein muss, dass sich die Shoa niemals wiederhole. Der Staat Israel mit seinem Militär und seinem Geheimdienst ist der einzige Garant dafür, dass Auschwitz nie mehr sein kann und niemand mehr Jüdinnen und Juden straflos und ohne Gegenwehr abschlachten darf. Nicht die Gutherzigkeit von Linken sorgt dafür, nicht die Großzügigkeit interkonfessioneller Dialogführer, nicht progressive Auslegungen des Koran und auch nicht Gesetze gegen Rassenwahn und Neonazismus. Nein, alleine Jüdinnen und Juden mit Gewehren in der Hand machen möglich, was primäre und sekundäre, rechte und linke Antisemiten so sehr hassen, nämlich die Selbstverteidigung einer vom Wohlwollen anderer unabhängigen jüdischen Nation.

Aber nur weil große Teile der Linken verabscheuungswürdige Positionen zu Israel haben ist es nicht so, als würden gerade in Zeiten der akuten Bedrohung Israels nicht viele Rechte erneut unter Beweis stellen, dass sie in Sachen Kotzbrockigkeit immer noch führend sind, zumindest aber den Dummlinken in nichts nachstehen . Ich denke da an diese seltsamen neuen Freunde Israels, die nur deswegen solche sind, weil es in Israel einen Rechtsrutsch gegeben hat und es sich bei den militärischen Feinden Israels zufällig um Muslime handelt, und die, wäre die „Islam-Frage“ zu ihrer Zufriedenheit erledigt oder käme in Israel wieder die Linke an die Macht, ihre Freundschaft sehr rasch aufkündigen würden. Das sind Leute, die versteckt hinter ihrer Israelsolidarität rassistische Vorurteile und rechtskonservative Ideologien transportieren, was im Extremfall bis hin zur faktenwidrigen Verleugnung der Existenz rechtsextremen Vernichtungsantisemitismus reicht. Das dumme Geblöke mancher Linken, wonach Israel ein imperialistischer Apartheidsstaat sei, finde auf der rechten Seite sein Äquivalent in der ebenso dummen Behauptung, der „wahre Antisemitismus“ sei links (was manchmal bis hin zur wahnwitzigen Behauptung reicht, Hitler sei ein Linker gewesen).

Ich bin nicht der einzige Mensch, der sich in diesen Zeiten zwischen den Blöcken der Dummheit und der Niedertracht heimatlos fühlt. Aber ich habe es satt, Linken erklären zu versuchen, warum ich jede Maßnahme, die der Sicherheit Israels dient, begrüße und gleichzeitig den auch in Israel wie überall sonst vorhandenen Rassismus ablehne. Ich habe es ebenso satt, Rechten erklären zu versuchen, dass Israel keinen Kampf gegen „den Islam“ führt, sondern gegen Menschen, die Juden vertreiben oder ermorden wollen (bzw generell israelische Bürger, denn die Raketen der Hamas unterscheiden ihre Opfer ja nicht nach Religion oder Ethnie), dass Araber keine Untermenschen sind und dass das reale Israel ein multikultureller und multiethnischer Staat ist. Ich habe es satt, auf Facebook dumme antisemitische Karikaturen und Fotomontagen sehen zu müssen, die von angeblichen Linken verbreitet werden, so wie ich es satt habe, auf Facebook von Rechten verbreitete Karikaturen und Fotomontagen sehen zu müssen, welche Araber als Tiere darstellen. Daher abschließend an diese Linken und Rechten (es sind zum Glück ja nicht alle so): Nehmt eure Eindimensionalität und steckt sie euch sonst wo hin! Werdet glücklich mit euren simplen schwarz-weißen Weltbildern aber lasst mich damit in Ruhe!

Man spricht Deutsch

Immer offener wird Fremdenhass in Österreich institutionalisiert. Der oberösterreichische Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner (FPÖ, was sonst?) will nun die Vergabe von geförderten Wohnungen an Deutschkenntnisse der Antragssteller knüpfen. Und da hat er ja recht. Ohne ausreichend „Daitsch“ ist es ja in der Tat schwierig, mit dem Hundeshasser aus dem zweiten Stock über den gefährlichen Dackel vom Mieter im Ersten zu schimpfen, um dann, wenn man mit dem Dackelbesitzer redet, über die doofe Kynophobie des mieselsüchtigen Herrn aus dem Zweiten zu granteln. Um ein friktionsarmes Zusammenleben zwischen Zuwanderen und Eingeborenen zu erleichtern, sollten erstere zumindest folgende Phrasen auf Deutsch beherrschen:

-Wenn nicht gleich eine Ruhe ist, hole ich die Polizei.

-Das ist eine Wiese und kein Hundeklo

-Mei Hund scheißt wohin er wü

-Hier wird Müll getrennt, sie Schwein.

-Unterem Adolf hätt´s das net gebn

-Auslända auße!

Und schon würden sich viele arme verängstigte Rassisten viel wohler fühlen mit neuen Nachbarn, die von irgendwo aus der gefährlichen weiten Welt in die oberösterreichische Idylle gezogen sind. Ach ja, nur damit die Dinge ein bisserl fair bleiben: Zuwanderer sollten selbstverständlich den Anteil ihrer Steuergelder, die sie für das geförderte Wohnen bezahlen, rückerstattet bekommen, so lange ein Haimbuchner im Amt ist. Wie es ja generell eine gute Idee wäre, würden die pösen „Ausländer“, gegen die die FPÖ andauernd hetzt, in einen Steuer- und Abgabenstreik streten. Wieso sollten auch Leute, die als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, erstklassige Steuern und Sozialabgaben blechen?

Padautz: Juden auch nur Menschen!

In Israel wird seit einiger Zeit eine heftige Debatte um Rassimus, genauer: um als rassistisch deutbare Äußerungen von Rabbinern und rechten Aktivisten geführt. Was sagt uns das? Nichts anders, als dass Israel ein ziemlich normaler Staat mit einem ziemlich normalen Idiotenanteil, einem ziemlich normalen Teil an anständigen Menschen und einer ziemlich normalen Streitkultur ist. Was aber die derzeitigen Rassismusdiskussionen in Israel von jenen in allen anderen Ländern der Welt unterscheidet, ist der Berichterstattungsoverkill ausländischer Medien. In Israel sagen also ein paar Rabbiner etwas (meiner Meinung nach) Dummes, viele andere Rabbiner, Politiker und Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens widersprechen, und Europas Zeitungen sind voll davon? Da ist sie einmal mehr, diese Israelfixierung, diese mitschwingende Enttäuschung darüber, dass Israelis und damit mehrheitlich Juden auch nur ganz normale Menschen sind. Wann wird man endlich begreifen, dass die Shoa israelische Juden nicht dazu verpflichtet, besonders edel und gut zu sein?

Rechte Reise nach Jerusalem

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass derzeit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und der FPÖ-Chefideologe Andreas Mölzer in Israel weilen, wo sie „auf Einladung israelischer Rechtspolitiker“ gemeinsam mit anderen europäischen Rechtsblinkern „über Strategien gegen den islamischen Terror“ beraten. Und es stimmt ja: Da haben sich die israelischen Rechtspolitiker zwei echte Experten für diesen Sachbereich ins Land geladen. Immerhin kann keine andere europäische Partei das Wirken islamischer Terrorismusunterstützerstaaten dermaßen persönlich beurteilen wie die FPÖ, die mit ihrer „Österreichisch-Syrischen Gesellschaft“, ihrer „Österreichisch-Libyschen Gesellschaft“, ihrer ehemaligen „Österreichisch-Irakischen Gesellschaft“ sowie durch zahlreiche Besuche ihrer Parlamentarier im Iran wirklich Bescheid wissen muss, wie die so ticken, die „islamischen Terroristen“.

A world with(out) zionism

Andreas Mölzer war zB 2006 nach einer Visite bei den Teheraner Holocaustleugnern dermaßen abgestoßen, dass er sogleich, aus Protest natürlich, über sein Periodikum „Zur Zeit“ T-Shirts mit dem Konterfei von Mahmoud Ahmadinedjad und der Aufschrift „a world without zionism“ an seine bekanntermaßen extrem philosemitischen Leser verkaufte. In der Ausgabe 8/06 von „Zur Zeit“ verlieh Mölzer seiner Ablehnung der iranischen Klerikalfaschisten sowie seiner unverbrüchlichen Solidarität mit Israel auch schriftlich Ausdruck: „Wir haben uns immer politisch und publizistisch für die Belange des iranischen Volkes eingesetzt und den imperialistischen Zionismus und die Weltpolizei-Bestrebungen der USA verurteilt.“ In „Zur Zeit“ erschienen auch viele weitere eindeutig pro-jüdische Artikel, die unter anderem „jüdische Ritualmorde an Christen“ anprangerten, Adolf Hitler als „großen Sozialreformer“ lobten, die Juden für den Antisemitismus und Winston Churchill für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich machten.

Abendland in Christenhand

Und erst der Strache! Gegen den wirkt Henryk M. Broder wie der reinste Julius Streicher, so sehr liebt der FPÖ-Chef die Juden. Das konnte man beispielhaft 2009 beobachten, als Strache in Österreichs auflagenstärkster Tageszeitung Inserate schalten ließ, aus denen er herausbrüllte: „FPÖ-Veto gegen den EU-Beitritt von Türkei und Israel“. Und darunter stand geschrieben, die FPÖ sei die einzige Partei, die verhindern wolle, dass „Österreich in den blutigen Nahost-Konflikt hineingezogen wird“. Auch der FP-Wahlslogan „Abendland in Christenhand“ drückt den tiefen Respekt der FPÖ für Menschen jüdischen Glaubens aus, ebenso das Plakat mit dem schönen, ganz sicher nicht vom Rassenwahn infizierten Text „Mehr Mut für unser Wiener Blut“. Die Jugendorganisation der FPÖ geht in ihrer bedingungslosen Solidarität mit Israel sogar so weit, dem jüdischen Staat die Existenzberechtigung rundweg abzusprechen und Israel liebevoll als zur „Atommacht herangewachsene, aggressive Siedlerkolonie“ zu bezeichnen.

Kreisky reloaded?

Sarkasmus off: Um all die antisemitischen, antiisraelischen, proarabischen und NS-affinen Äußerungen und Aktionen der FPÖ aufzuzählen, fehlt hier der Platz. Verplappert hat sich wohl FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimski, der seinen Chef „in der Tradition von Bruno Kreisky“ sehen will. Der legendäre österreichische Bundeskanzler der 70er Jahre bezog im Nahost-Konflikt bekanntlich nicht gerade eine proisraelische Position, sondern machte die PLO international hoffähig und setzte auf beste Beziehungen zu arabischen Nationalisten. Immerhin hat Vilimski nicht gelogen, denn in dieser Hinsicht (und nur in dieser) stehen Strache und seine arabophilen Kameraden tatsächlich in der eher unsympathischen Tradition der Sozialdemokraten von einst (und leider auch einigen von heute). Was aber treibt „israelische Rechtspolitiker“ dazu, in Figuren wie Mölzer oder Strache Verbündete zu sehen?

Neue rechte Strategien

Es ist ein Mix von Zutaten, der diesem Quark seinen üblen Geschmack verleiht. Um die bizarr anmutenden neuen Allianzen zu verstehen, muss man zunächst die strategische Neuausrichtung der (extremen) europäischen Rechten analysieren. Diese (extreme) Rechte hat nach Jahrzehnten innerer ideologischer Grabenkämpfe  realisiert, dass mit rabiatem Antisemitismus der klassischen Schule nur in sozio-ökonomischen Ausnahmezuständen ein Blumentopf zu gewinnen ist. Im wirtschaftlich und sozial siechen Ungarn konnte man beispielsweise mit einer schamlosen antijüdischen Sündenbockkampagne punkten, im trotz Finanzkrise immer noch wohlhabenden Westeuropa funktioniert das (noch) nicht, auch mangels ausreichender Zahl an Juden. Eine neue „Feindgruppe“ musste her, eine, die sich auch deswegen als solche eignet, da Teile dieser Gruppe sehr leicht als „fremd“ zu identifizieren sind und, da diese Gruppe eine große ist, auch ausreichend Individuen beheimatet, die verhaltensauffällig sind und so den Rechten die Verallgemeinerung des Einzelfalls erlauben. Die Muslime erwiesen sich als ideale Besetzung für diese Rolle. Sie sind zahlreich vorhanden, es gibt unter ihnen echte Integrationsverweigerer und real gefährliche Personen, anhand der oftmals in islamisch dominierten Staaten herrschenden Barbarei lassen sich nachvollziehbare Horrorszenarien entwerfen und die Parteien der Mitte und der Linken haben dies völlig unterschätzt und es weiters absurderweise rechten bis rechtsradikalen Kräften erlaubt, sich als Verteidiger der westlichen Zivilisation zu inszenieren. Kurz gesagt: Muslime eignen sich als „Feindgruppe“ aus mehreren Gründen besonders gut, vor allem aber deswegen, weil der „Antiislamismus“ im totalen Gegensatz zum Antisemitismus bei real existierenden Problembereichen andocken kann. Anders gesagt: Von Juden ging niemals eine Gefahr für die westliche Zivilisation aus, von manchen Muslimen aber sehr wohl. Der Antisemitismus ist ein reines Wahngebäude, der Antiislamismus nur zum Teil.

„Reine“ Staaten

Es ist aber nicht nur der Erfolg islamfeindlicher Parteien, Ideen und Gruppen und die von diesen Israel zugewiesene Rolle als „Frontstaat“ gegen „den“ Islam, der das Anbandeln europäischer Rechtsaußenparteien mit weit rechts stehenden israelischen Gruppen ermöglicht. Auch das relativ neue rechte ideologische Konstrukt vom „Europa der Vaterländer“ (oft auch „Europa der Regionen“) spielt hier eine Rolle, die man kennen muss, um zu verstehen, was gerade geschieht. Hinter der nett klingenden Floskel verbirgt sich die Abneigung gegen ein multinationales und multiethnisches, aber rechtlich vereinheitlichtes Europa, in dem Niederlassungsfreiheit herrscht. Dem setzen die Rechten ihre Vision von politisch völlig unabhängigen und allenfalls wirtschaftlich verwobenen Staaten entgegen, in denen der Rumäne eben nicht dieselben Rechte in Österreich haben solle wie der autochthone Österreicher. Dieser „neue“ Ansatz der Rechten ist in Wahrheit ein sehr alter, nämlich einer auf ethnischer und kultureller „Reinheit“ beruhender. Die Proponenten dieser Strömung werden nicht müde zu betonen, wie wertvoll und großartig fremde Kulturen doch seien – solange sie dort bleiben, wo sie nach Meinung dieser Ideologen hingehören. Deutschland den Deutschen, Italien den Italienern, Ungarn den Ungarn, Arabien den Arabern – und Israel den Juden.

Israel without arabs?

Hier nun schließt sich die Klammer, in der das Fragezeichen stand, warum sich israelische Rechtsaußenpolitiker plötzlich so gut mit europäischen verstehen. Man ist sich nicht bloß einig in der Ablehnung „des Islam“. Wichtiger ist, dass man im utopischen Bestreben nach ethnisch und/oder religiös klar definierten Staaten übereinstimmt. Die extreme Rechte in Israel, die, das muss man erwähnen, nicht von der Mehrheit im Likud und auch nicht von Lieberman verkörpert wird, sondern von echten Extremisten zumeist außerhalb des etablierten Politikbetriebs, träumt von einer Einverleibung des Westjordanlandes, von der Vertreibung der israelischen Araber und von der Einwanderung aller Juden dieser Welt in dieses neue Großisrael. Und genau deswegen stoßen sich diese Leute auch nicht an Parteien wie der FPÖ, in der es von Antisemiten nur so wimmelt, denn diese iraelischen Extremisten halten Juden, die nicht in Israel leben, ohnehin für Verräter. So krank das auch klingt: Wer Juden durch Antisemitismus zur Immigration nach Israel drängt, liegt in den Augen derjenigen, die von einem „reinen“ Großisrael tagträumen, genau richtig. Natürlich weiß jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, dass diese Vertreter eines pervertierten Radikalzionismus auf dem Holzweg sind. Auch in Israel weiß fast jeder, dass so ein Großisrael weder militärisch dauerhaft durchsetzbar, noch finanzierbar wäre.

Wehe, die Mitte und die Linke versagt!

Und damit kommen wir zu einer Schlussbemerkung, die aber verdammt wichtig ist: In Israel werden Rechtsparteien gewählt, weil diese effektiv gegen die akute Gefahr für Leib und leben durch arabische Terroristen vorgehen, und nicht weil man mehrheitlich mit den wahnhaften Ideen von Leuten übereinstimmt, die es für ihre religiöse Pflicht halten, ganz Judäa und Samaria zu erobern und alle Araber zu vertreiben. Und es sind deswegen so viele Israelis von den europäischen Linken enttäuscht, weil diese spätestens seit 1967 im Idiotengleichschritt mit den realsozialistischen Staaten mehrheitlich auf eine proarabische Linie eingeschwenkt sind, weil sie die Bedrängung Israels durch vernichtungswillige Nachbarn leugnen oder herunterspielen, weil sie gehirntot mit islamischen Fundamentalisten paktieren, weil sie oft genug keine Ahnung haben, wovon sie reden, wenn sie über Israel reden. Trotzdem sind die Rechtsradikalen und die religiösen Fanatiker in Israel nicht mehrheitsfähig und heftig umstritten. Israel ist ein fortschrittliches Land, das in vielen gesellschaftspolitischen Fragen sogar weiter entwickelt ist als die meisten europäischen Staaten. Es ist ein HighTech-Staat, es ist multikulturell, lebensbejahend und vor allem angesichts der Brutalität seiner Feinde erstaunlich friedlich. Dennoch hat das Land auch genügend Probleme und, wie alle Länder dieser Welt, etliche Deppen unter seiner Bevölkerung. Noch sind die Deppen eine Minderheit, doch wenn sich die oftmals beschämende Haltung der europäischen Mitte- und Linksparteien gegenüber Israel nicht ändert, könnten die Deppen irgendwann regieren. Und wenn in Israel und in Europa nur mehr Deppen regieren, wenn also diejenigen an der Macht wären, die sich dieser Tage in Ashkelon getroffen haben, dann wird die Welt in Blut waten.

ps: Ich gäb was dafür, ein Mäuschen sein zu können, das in diversen FPÖ-Parteilokalen dem nervösen Klicken der Gehirnzellen lauschen kann, jetzt da der größte Zahntechniker aller Zeiten plötzlich nach Jerusalem pilgert…

Gratulation, Herr Bossman

Dass die slowenische Hafenstadt Piran mit dem Sozialdemokraten Peter Bossman einen gebürtigen Afrikaner zum Bürgermeister gewählt hat, freut mich gleich aus zwei Gründen: 1. ist das der Beweis, dass Europa trotz der Abwehrreaktionen vorgestriger Kräfte unaufhaltsam immer bunter wird, und 2. springen die Nazis und andere Rassisten wegen dieser Sache vor hilfloser Wut im Quadrat. Sehr schön.

Das „Ausländerproblem“

Das „Ausländerthema“ hat, glaubt man der Wahlmotivforschung, viele Wiener dazu bewogen, eine Partei zu wählen, auf derem zweiten Listenplatz ein gewisser Johann Gudenus kandidierte, der so schöne Sätze sagt wie: „Ich lasse mir von der Faschismuskeule nicht meinen Brei verderben“. Viel schlechter Deutsch spricht ein vor zwei Wochen illegal eingereister Tschetschene auch nicht. Überhaupt, die Ausländer! Fragt man die armen Hascherln, die sich vor den Fremden so zu fürchten vorgeben, dass sie den Strache quasi wählen müssen, bekommt man meist wunderliche Legenden zu hören. Da ist dann von „Ausländern“ die Rede, die ohne Wartezeit eine Gemeindewohnung bekommen hätten, während der Schwippschager der Schwester der Cousine jenes Arbeitskollegen, von dem man diese skandalöse Sache erfahren habe, schon seit Jahren auf einen Platz im Billigmieteparadies warten müsse, und dieser Schwippschwager der Cousine eines Arbeitskollegen sei sicherlich nicht ausländerfeindlich, aber seine brutale Schlechterbehandlung durch die Gemeinde Wien beweise, dass „die Roten nur für die Ausländer sind“. Beliebt ist auch das Märlein vom „Ausländer“, der, kaum in Österreich angekommen, sich gar nicht mehr wehren könne vor lauter Sozialknete und der dann, reich geworden durch Transferleistungen, die er, so die Erzählung, allein aus dem Grund bekomme, weil er „Ausländer“ sei, frech mit dem BMW auf die Donauinsel fährt, wo er wochentags höhnisch seinen Hammel grillt, während die armen Autochthonen im Schweiße ihres Angesichts brav arbeiten. Solcherlei Fantasystories habe ich nicht erfunden, die machen tatsächlich die Runde und werden gerne geglaubt. Schon zu den Zeiten des politischen Aufstiegs Jörg Haiders habe ich Leute, die ich für klüger gehalten hatte, derlei Geschichten erzählen hören, und es hat sich nichts geändert. Zwar waren diejenigen, die diesen Quatsch verbreiten und glauben, während der Zeit der Regierungsbeteiligung der FPÖ ein bisschen stiller, weil sie intellektuell zu verdauen versuchten, dass die Blauen die „Ausländer“ nicht mit Zahnbürsten die Gehsteige putzen ließen oder sie per Viehwaggons außer Landes schafften, sondern im Gegenteil den Zuzug billiger Arbeitskräfte zum Wohle ihrer eigentlichen Klientel, dem Großkapital nämlich, mehr förderten, als es eine SPÖ je tat, und dass Haiders „Partei der Kleinen Leute“ vehement die Massensteuern erhöhte und Volksvermögen zu Gunsten ihrer finanzkräftigen Förderer verschleuderte, doch kaum war das blau-schwarze Gruselkabinett abgewählt, waren auch all die  gebrochenen Wahlversprechen der FPÖ vergessen und schon bald konnte sich Strache erfolgreich als Reservehaider inszenieren. So ein extrem schlechtes Kurzzeitgedächtnis ist nur mit Debilität zu erklären, da braucht man gar nicht erst Verständnis für die ach so armen „Protestwähler“ heucheln.

Natürlich gibt es auch ganz reale Probleme, die die Migration mit sich bringt, doch die meisten davon sind recht einfach lösbar. Wenn der neu in die Mietskaserne eingezogene türkischstämmige Nachbar immer wieder spät nachts laut Musik spielt, lässt sich das, falls gutes Zureden nichts bringt, durch einen Anruf bei der Hausverwaltung oder der Polizei abstellen. Das gilt auch für andere gern angeführte Reibereien mit Zuwanderern. Es gibt Regeln und Gesetze und an die haben sich alle zu halten. Wer allerdings seinen Nachbarn hasst, nur weil der eine dunklere Hautfarbe, eine krummere Nase oder eine andere Religion hat, dem ist gesetzlicherseits nicht zu helfen, denn gegen rassistische Ärgergefühle sind Polizist und Bezirksrat machtlos. Machtlos, weil man es mit dem Irrationalen zu tun hat. Ein Rassist wird sich, um ein in Wien oft gehörtes Zitat zu verwenden, auch dann „als Fremder in der eigenen Stadt“ fühlen, wenn er durch die Zuwanderung keinen einzigen realen Nachteil erleiden muss. Er mag halt einfach keine Fremden, it´s as simple as that.

Was also tun? Selbstverständlich sollte die Politik dafür Sorge tragen, dass sie dort, wo sie das zivilisierte Zusammenleben befördern kann, dies auch macht. Tut sie meines Wissen ja auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Was die Politik zwar könnte, aber keinesfalls sollte, ist, rassistischen Ressentiments nachzugeben und dem Pöbel Befriedigung zu verschaffen, indem sie auf noch schwächere Gruppen losgeht. Und man sollte auch den Mut aufbringen und den Leuten reinen Wein einschenken! Österreich, wie auch alle anderen EU-Staaten, sind Einwanderungsländer, die ethnische und kulturelle Zusammensetzung ändert sich, der „White Man´s Blues“ wird bald ausgesungen sein. Wem das nicht passt, der kann ja empörte Leserbriefe an die „Krone“ oder „Politically Incorrect“ schreiben und sich ärgern, bis er platzt. Ich persönlich habe jedenfalls keine Lust mehr, Verständnis für Depperte aufzubringen, oder, wie es einst ein französischer Politiker angesichts des Aufstiegs des Front National einmal sagte: „Arschlöcher sollte man Arschlöcher nennen dürfen“.