Mein Smartphone ist besser als Jesus

Jüngst las ich ein israelisches Magazin. In einem Bericht, nicht in einem Kommentar, schrieb ein Autor, die Streitkräfte hätten irgendeinen besonders schwierige Auftrag mit „G´ttes Hilfe“ erfolgreich erfüllt. Dass so ein Bekenntnis zur eigenen Religiosität in den Nachrichtenteil der Zeitschrift gerutscht war, empfand ich als Symptom dieser Zeit, die ja nicht zuletzt durch eine Rückkehr der Religion gekennzeichnet ist (falls sich jemand fragt, ob das Wort „Gott“ oben einen Tippfehler enthalte – nein, enthält es nicht. Streng gläubige Juden schreiben „Gott“ nicht aus, da „Gott“ für sie stets der Name des Allmächtigen ist, auch dann, wenn es um das Konzept Gott geht, und den Namen Gottes auszusprechen oder zu schreiben, ist verboten). Aber nicht nur in Jerusalem, das religiös dermaßen aufgeladen ist, dass es mit dem „Jerusalem-Syndrom“ einen eigenen psychiatrischen Fachbegriff für metaphysisch unterlegte Wahnvorstellungen gibt, sind Religionen und deren kulturelle sowie politische Implikationen stärker als seit Jahrhunderten. Global sind Welterklärungen aus uralten Gedankengebäuden wieder en vogue. In jeder größeren Stadt gibt es Straßenecken, an denen einem Männer Bücher aufdrängen, deren Inhalte so lange Bärte haben wie deren Verteiler, und wo Gott, Allah, Buddah, Shiva und, sehr viel seltener, auch G´tt angepriesen werden, als wären sie Waschmittel, und zusätzlich gedeiht ein unregulierter spiritueller Schwarzmarkt, auf dem allerlei Mischprodukte traditioneller Religionen mit modernerem Quatsch, der vor der Anbetung von Fantasywesen wie Einhörnern nicht zurückschreckt, vermischt und zum Verkauf angeboten werden. Ohne die Knute erfundener Beschützer und Bestrafer mag der Mensch nicht sein.

Dabei wäre die Gelegenheit günstig, endlich einmal den Nihilismus als Chance zu erkennen, sich von all den Übervätern und ihrer strengen Moral zu erholen. Nihilismus ist immer noch ein meist negativ wertend gemeinter Begriff, über den Philosophen und Theologen seit Jahrhunderten streiten und der dann zum Einsatz kam, wenn der Eine dem Anderen Moral absprechen wollte, und der einem heute meist in oberflächlichen Kritiken des Kapitalismus und Konsumismus begegnet. Einfach nur Sachen zu produzieren, um Sachen kaufen zu können, auf dass die Produktionsmitteleigentümer reich und reicher würden, das sei doch furchtbar trostlos und leer, mäkeln viele. Kein Wunder renne die Religion in all ihren Spielarten bei den weltweit in dieser angeblichen Sinnlosigkeit Gefangenen offene Türen ein. Mit halbwegs klarem Verstand betrachtet ist die tatsächliche oder geheuchelte Erfüllung desjenigen, der sich nach Monaten des Sparens ein neues Smartphone kauft, auch nicht weniger „echt“ oder tief wie jene des Menschen, der sich fünf Mal am Tag gen Mekka in den Staub wirft, um seinem Gott zu dienen. Das Smartphone hat aber trotz der beklagenswerten Produktionsbedingungen insgesamt eine sauberere Moralbilanz als jede Religion. Das Smartphone will nichts anderes, als gekauft zu werden. Es fordert von seinen Liebhabern keine Heiligen Kriege und es ist ihm völlig gleichgültig, ob sein Inhaber Mann oder Frau, hetero oder schwul, Jude oder Moslem, Christ oder Satanist ist. Das Smartphone ist daher besser als Jesus, Mohammed, Buddha und wie sie sonst noch alle heißen mögen.

Warum so viele Menschen von den Göttern nicht lassen wollen und woraus diese Gottheiten entstehen , ist spätestens seit der zweiten Hälfte des  späten 19. Jahrhunderts bekannt, als Psychoanalyse, Marxismus und Nietzsche dem durch Aufklärung und nicht theologisch determinierte historische Forschung bereits angezählten Gottesglauben den Rest gaben. Das war und ist schmerzhaft, und kaum je wurde der Schmerz des Loslassens der überirdischen Vaterfigur so treffend beschrieben wie von Jean Paul in dessen „Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei“. Aber jenseits des Schmerzes wartet ein großes Aufatmen, denn so wie der Tod der Eltern für das Kind nicht nur eine Katastrophe, sondern auch den endgültigen Eintritt ins Erwachsenenalter markiert, ist der Tod Gottes die Voraussetzung für ein Erwachsenwerden der Menschheit. Erwachsen zu werden bedeutet aber keineswegs, an der Trostlosigkeit der gott- und damit auch vermeintlich sinnlosen Welt verzweifeln zu müssen, denn als vernunftbegabte Wesen können wir uns selber einen Sinn geben, der vielleicht nicht alles erklärt, vor allem nicht die Frage nach dem Grund der Existenz und deren Endlichkeit, aber durchaus ausreichen kann, um inmitten einer wahnsinnig wirkenden Einrichtung der Wirklichkeit halbwegs heiter weite Teile der kurzen Lebenszeit verbringen zu können. Auch für eine wenigstens ausreichend moralische Koexistenz braucht man keine überirdische Instanz. Um zu wissen, dass ich nicht einfach einen Menschen niederschlagen und mir sein Smartphone greifen darf, brauche ich keinen Gott, ja noch nicht einmal Kant. Dazu reicht es, so weit denken zu können um zu begreifen, dass mir das selber ja auch nicht recht wäre, wäre ich derjenige, der niedergeschlagen und beraubt wird.

Rape culture, victim blaming

Ich mag Fantiker nicht. Eiferer sind meist kein guter Umgang und tun ihrer Umwelt selten was Angenehmes. Bestenfalls nerven sie, schlimmstenfalls organisieren sie Pogrome und ähnlich unerfreuliche Veranstaltungen. Fanatiker gibt es überall dort, wo Ideologie produziert wird, also auch unter den nettesten Bewegungen mit den ehrbarsten Zielen. Auch mit manchen Feministinnen würde ich lieber kein Bier trinken gehen wollen, obwohl deren Anliegen meist zu den gerechtfertigteren und unterstützenswerteren zählen. Ich spreche hier nicht von Leuten, die ein bisschen polemisieren oder dem Patriachat einige wohl verdiente Watschen geben, sondern von der Zelotenfraktion, die, wie es etwa die „Emma“ im Falle Kachelmann tat, offen zugibt, dass sie lieber ein paar Unschuldige im Knast sitzen sähe als einen Vergewaltiger davonkommen zu lassen.

Dies gesagt, stelle ich eines fest: Wir leben tatsächlich in einer rape culture, einer Vergewaltigungskultur. Das fällt stets dann immer besonders stark auf, wenn eine Frau vergewaltigt wird und selbst manche aufgeklärten Menschen sogleich anfangen, wenigstens eine Teilschuld dem Opfer zuzuschreiben. Auch gut Gemeintes wie beispielsweise Ratschläge, was Frauen tun könnten, um keinem Sexualverbrechen zum Opfer zu fallen, ist Teil dieser patriachalen Kultur des victim blamings, denn nicht Frauen sollen acht geben müssen, wo sie sich wie verhalten, sondern Vergewaltiger haben nicht zu vergewaltigen. Nicht Frauen sollten dunkle Straßen meiden und auf ihr Getränk achten müssen, auf dass ihnen niemand Drogen verabreiche, sondern Männer müssen lernen, dass Vergewaltigung ein Schwerverbrechen ist, dass man niemanden gegen seinen Willen unter Drogen setzt und dass eine sexy Kleidung an einer Frau nicht bedeutet, dass sie belästigt, begraptscht oder genotzüchtigt werden will. Notzucht! Welch unglaubliches Wort! Der Mann in seiner angeblichen Sexualnot züchtigt sich eine Frau zurecht. Das kommt direkt aus derselben Hölle wie der unsägliche Begriff „Schändung“, der nahelegt, das am Opfer begangene Vebrechen bringe Schande über dieses und nicht etwa über den Täter. Die Wurzeln solcher Begrifflichkeiten liegen in der patriachalen, von Männerreligionen geprägten Kultur, in der Frauen Jahrtausende lang nichts anderes waren als Besitz ihrer Väter, Ehemänner oder Sklavenhalter, und in der eine Vergewaltigung demnach eine Sachbeschädigung war, die noch dazu das Exklusivrecht des „Besitzers“ an den Sexual- und Reporduktionspotenzialen der Frau missachtete, weswegen die Opfer dann als beschädigt, unrein und somit geschändet gesehen wurden.

Die Schuld den Opfern zuzuschieben, wird nicht nur an vergewaltigten Frauen praktiziert, sondern generell gerne gemacht, auch dies ein typischer Entlastungsmechanismus feiger und autoritärer Charaktere. Als Islamisten die Redaktion von Charlie Hebdo ermordeten, traute sich kaum eine Zeitung, Mohammedkarikaturen nachzudrucken. Häufig aber laß man in Kommentaren und hörte von Politikerinnen, dass der Humor jener Zeitung sehr „verletzend“ und „respektlos“ sei, womit die getöteten Journalisten ihre Ermordung sozusagen herausgefordert hätten. Schlimmer noch waren viele Reaktionen auf die Emordung der Kundinnen eines koscheren Geschäfts. Man müsse sich, so tönten viele Facebookpostings und Leserkommentare in Onlinezeitungen, eingedenk des Nahostkonflikts doch nicht wundern, wenn Juden mörderische Gewalt entgegengebracht werde. Dass es keine Rechtfertigung für die Emordung französischer Juden gibt, selbst wenn Israels Pollitik so schlimm wäre, wie es diese Antisemiten im antizionistischen Kleidchen annehmen, ist manchen Menschen einfach nicht beizubringen. Juden für den Antismitismus verantwortlich zu machen, ist der Klassiker des victim blamings, woraus unter anderem ableitbar ist, dass Menschen, die einer Vergewaltigten vorwerfen, zu unzüchtig gekleidet gewesen zu sein, ein ähnliches Mindset haben wie Antisemiten. Und in der Tat kommt der heftigste Antisemitismus seit jeher unter den Gruppen vor, die auch Frauen unterdrücken, also religiösen Rechten christlicher und islamischer Provenienz und unter Nationalisten und Chauvinisten. Dass die auch anderen Minderheiten gegenüber meist feindselig eingestellt sind, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Religiöse Fanatiker predigen solange Toleranz so lange, wie sie selbst diese brauchen. Sobald sie in der Lage sind, Macht auszuüben, ist es vorbei damit.

Islam Islam Islam

Islam Islam Islam. Auf allen Kanälen, in allen Zeitungen, im ganzen Internet. Man hat den Eindruck, es gibt nichts anderes mehr. Wer gerade vom Mars kommt und die irdischen Medien verfolgt könnte meinen, die Dschihadisten hätten bereits gewonnen. Weil offenbar nie genug Islam sein kann, leiste auch ich meinen Beitrag und schreibe ein paar Zeilen zu dem zugegebenermaßen recht umfangreichen Thema, dem kein Blogeintrag je nur ansatzweise gerecht werden könnte.

Der Islam und ich, wir werden in diesem Leben keine dicken Freunde mehr, die auch mal zusammen auf ein Bier gehen, denn das scheitert schon daran, dass der Islam es nicht so hat mit Bier und anderen berauschenden Getränken. Der Islam ist ein bisschen wie dieser ehemalige gute Kumpel, der früher ein richtig wilder Hund gewesen ist und jetzt, bekehrt zu Gesundheitsfimmel und Trimmdich-Religion, seine Gäste dazu zwingt, am Balkon zu rauchen und, falls er sich doch mal ein eine Kneipe verirrt, sofort demonstrativ zu husten beginnt, wenn sich ein Mensch drei Tische weiter eine Zigarette anzündet. Er will gesund leben, daher haben sich gefälligst alle anderen Menschen seinem Privat-Wahn zu unterwerfen. Wer das nicht macht, ist ein Bösewicht, der ihm ans Leben will, ihn aber mindestens tief beleidigt. So ähnlich wirkt auch der Islam. Ziemlich streng und puritanisch und immer gekränkt und in Abwehrhaltung, bereit, alles und jeden als persönlichen Angriff zu sehen.

Jetzt wird die Leserin sicher sagen, man könne doch nicht von „dem“ Islam sprechen, habe der doch nicht mal eine zentrale theologische Autorität. Ich mache das trotzdem, ich verallgemeinere mal so, wie es die Strengeren unter den Fans von Allah auch tun. Die sehen nämlich in jedem, der die super extreme Auslegung ihrer Religion nicht teilt, einen Ungläubigen, den man bestenfalls bekehren soll, den man aber auch einfach umbringen kann, falls das opportuner erscheint. Fairerweise ist dazu zu sagen, dass das keine Spezialität des Islam ist. Auch das Christentum war und ist ein Fan der Missionarsstellung und war dabei genauso mörderisch wie der Islam, streckenweise sogar noch grausamer. Noch heute treiben missionierende Christen viel Unfug und richten viel Unheil an. Dazu könnten zum Beispiel afrikanische Schwule, deren Unterdrücker und Mörder von evangelikalen Missionaren aufgehetzt wurden, einiges erzählen. Dass die Jesus-Leute heute insgesamt netter wirken als der Fanclub Mohammeds liegt einzig und alleine an einem langen, opferreichen politischen Kampf und an den Bedürfnissen des Kapitalismus, der mit 150 arbeitsfreien Feiertagen pro Jahr nicht funktioniert hätte. Wäre es nach den christlichen Kirchen gegangen hätten wir heute immer noch lauter vom lieben Gott gewollte Königreiche mit absoluten Herrscherfamilien, Ketzerverbrennung, Hexenwahn und feudalistischem Elend ohne Entrinnen. Das gilt für alle Religionen. Auch der Buddhismus wäre ohne Umwälzung der Verhältnisse noch heute die Leigitimationsideologie von Gottkönigen.

Aber zurück zum Islam. Den muss man ablehnen dürfen wie man jede Religion ablehnen dürfen muss, ohne deshalb als Rassist oder sonstwas Ekliges zu gelten. Darf man das nicht, ist die Freiheit der Rede ebenso wie jene der Religion, die ja auch eine Freiheit von Religion sein muss, keinen Pfifferling wert. Nach der Niederlage des realsozialistischen Blocks und dem globalen Durchmarsch der us-amerikanischen Realverfassung gelten Atheisten und Agnostiker freilich als intolerante Finsterlinge, während man religiöse Kolletivpsychosen für das Natürlichste der Welt hält. Dem Glauben, und sei er noch so irrational und grotesk, muss höchster Respekt entgegengebracht werden, geht die neue alte Lehre. Doch wer Respekt fordert, muss auch respektabel sein. Ist das der Islam? Was bringt der denn hervor, das man respektieren müsste? Klar, es gab großartige Kulturleistungen in der Geschichte dessen, was man als islamischen Kulturraum bezeichnen könnte. Und das muss man natürlich ebenso respektieren wie das, was Menschen anderer Religionsausrichtung geschaffen haben. Sieht man sich die Geschichte etwas genauer an wird man aber rasch feststellen, dass man es fast nie mit etwas zu tun hat, das vom Islam, vom Christentum oder von Scientology erschaffen wurde, sondern von begabten und klugen Menschen, die ihrer jeweiligen geisttötenden religiösen Umgebung große Werke als Huldung an Gott/Allah/L. Ron Hubbard untergejubelt hatten. „Der“ Islam macht eigentlich gar nix, nix Gutes und nix Schlechtes, das machen alles die Menschen. Und wenn der Islam oft sehr befremdlich bösartig wirkt, dann ist auch das nicht seine Schuld, sondern die von denen, die ihn so auslegen, wie es ihnen in den unterdrückerischen Kram passt. Denn natürlich steht im Koran wie in allen anderen „heiligen“ Büchern alles und sein Gegenteil.

Man kann selbstverständlich „den“ Islam schlecht finden und ablehnen. Dafür gibt es ebenso viele gute Gründe wie bei jeder anderen Religion. Was man nicht darf, ist Menschen herab zu würdigen, die zufälligerweise Muslime sind. Wie in jeder anderen Gruppe sind auch unter Muslimen die Hetzer und Fanatiker eine Minderheit, wie bei jeder anderen Gruppe will auch die absolute Mehrheit der Muslime einfach nur in Frieden leben, ihre Kinder großziehen und neue Smartphones kaufen. Der Islam hat da auch gar nix dagegen, denn der ist ebenso flexibel wie jede andere Religion. Islam geht auch ohne Kopfabhacken und Frauenverhüllen und Fusselbart. Die meisten Muslime haben kein Interesse an heiligen Kriegen da sie wissen, dass ein Krieg nur sehr selten heilig sein kann. Die wollen auch keine islamische Weltherrschaft oder ähnlichen Unsinn, die wollen, falls überhaupt, freitags in die Moschee gehen und danach den Imam zum Essen einladen, um über eine Hochzeit, ein Begräbnis oder sonst ein menschliches Ereignis zu reden, das eines religiösen Zuckergusses bedarf. Diese Leute muss man nicht nur vor den Rassisten und Kulturchauvinisten schützen, sondern auch versuchen, sie für eine gemeinsame Sache zu gewinnen. Für Demokratie und Menschenrechte zum Beispiel. Denn so wenig ich auch wirklich über „den Islam“ weiß und sagen kann, eines scheint mir sicher: Ohne diese Freitags-Muslime, diese Geburtsschein-Moslems, ohne die stille Mehrheit der Kinder Allahs werden wir den Kampf gegen die religiösen Eiferer nicht gewinnen können.

Bibelstunde für die FPÖ

Die FPÖ zieht mit einer perversen Abwandlung einer zentralen christlichen Botschaft, nämlich jener der Nächstenliebe, in den Wahlkampf. „Liebe deinen Nächsten“, verkündet das Plakat, um darunter die Einschränkung hinzuknallen: „Für mich sind das unsere Österreicher“. Da die FPÖ versucht, auf den Spuren der Bibel zu wandeln, dabei aber vom Fremdenhass nicht lassen mag, helfe ich gerne aus mit einer kleinen Bibelstunde.

Und wenn ein Fremder bei dir, in eurem Land, als Fremder wohnt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. (Mose, 19)

Wie ein Einheimischer unter euch soll euch der Fremde sein, der bei euch als Fremder wohnt; du sollst ihn lieben wie dich selbst. (Mose, 19)

Es soll ein und dasselbe Recht unter euch sein, für den Fremdling wie für den Einheimischen. (Moses 3)

Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus seinem guten Schatz des Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz. (Matthäus 12, 35)

Vergeltet niemand Böses mit Bösem; seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen! (Römer, 12)

 Und in deinem Weinberg sollst du nicht nachlesen, und die abgefallenen Beeren deines Weinbergs sollst du nicht auflesen; für den Elenden und für den Fremden sollst du sie lassen. (Mose, 19)

Und ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, dass du den Namen deines Gottes entweihen würdest. (Mose, 19)

Liebe Muslime, liebe Medien

Liebe Muslime

Auf diesem Planeten leben rund acht Milliarden Menschen. Sechs Milliarden und zweihundert Millionen glauben weder an Allah, noch an seinen Propheten. In manchen Staaten, in denen überwiegend Nicht-Muslime wohnen, gibt es sogar Meinungsfreiheit, die es auch zulässt, dass ein dummer christlicher Fanatiker einen dummen Film über Mohammed dreht. Deal with it! Ich weiß, dass die Mehrheit von euch ganz andere Sorgen und Interessen hat, als über ein Youtubevideo in rasende Wut zu geraten. Wäre halt ein netter Zug von euch, wenn ihr euren Fanatikern mal die Grenzen aufzeigt und ihnen beibringt, dass man Protest auch anders ausdrücken kann als mit dem Abfackeln von Botschaftsgebäuden und dem Ermorden von Diplomaten.

Liebe Medien

Tagelang habt ihr verbreitet, der Urheber des Videos, das derzeit Teile der islamischen Welt in Aufruhr versetzt, sei ein Israeli oder ein Jude. Wie es aussieht, ist der Mann aber ein Christ oder ein Geisteskranker, der seine vorgebliche Religion ändert, wie es ihm gerade in den Kram passt. Ich darf annehmen, es wird eine Entschuldigung dafür geben, dass ihr das brandgefährliche Märchen vom Israeli/Juden verbreitet habt? Nicht? Na dann, hoffentlich schlaft ihr gut. Außerdem: Warum muss jetzt hinausposaunt werden, der Kerl sei Kopte? Zündelt ihr so gerne?

Schöne Grüße, Salam und Mahlzeit

Der Lindwurm

God, Sex & Work

Je seltener es eine Sache gibt, desto sturer behaupten die Menschen, sie sei allgegenwärtig. Nehmen wir die Göttlichkeit bzw das Göttliche. Das Göttliche ist nichts anderes als ein Erkenntnisschub, von mir aus nennt es ruhig Erleuchtung, ein Moment der Klarheit, in dem man die Größe und Schönheit allen Seins erblickt, eine Erfahrung, die das aufgeblasene Ego gesundschrumpft und die einen verändert zurücklässt, klarer, demütiger, und so gut wie immer auch netter und humaner. Der Mensch ahnt ja, dass es nichts Göttliches hat, wenn er seinesgleichen abschlachtet und ausraubt und vergewaltigt, daher schreibt er Bücher, die ihm bei entsprechender Auslegung genau das erlauben oder besser noch gar auftragen, zeigt sie mit gespielter Ehrfurcht herum und sagt: „Hat Gott gemacht“. Das Göttliche ist immer spirituell, aber selten religiös. Und das Göttliche ist kein Vatergott, der ja stets nur das Spiegelbild menschlicher Niedertracht ist, keine Person, kein Geistwesen, sondern ein Zustand der Seele. Die Abwesenheit des Göttlichen ist am stärksten dort zu spüren wo behauptet wird, man diene einer Gottheit, in Wahrheit aber bloß Religion praktiziert, also durch Gebote und Rituale eine Herrschaftsideologie stützt. Man könnte auch sagen: Je mehr Geschrei und Weihrauch und Bärte und Djihad und Glockengebimmel und Koschergetue, desto weniger Gott.

Silly Lovesongs

Mit der Liebe verhält es sich auch so. 90 Prozent aller Lieder und Bücher und Filme handeln von ihr – ein starkes Indiz für die Lieblosigkeit dieser Welt. Würden wir die Liebe nicht so schmerzhaft vermissen,  müssten wir uns  nicht dermaßen verzweifelt einreden, sie wäre überall um uns herum. Die Wirklichkeit auf dieser Welt sieht nun mal so aus, dass ein Großteil der Kinder nicht in einer liebevollen Umgebung aufwächst, dass die meisten Menschen arrangierte Ehen schließen oder Zweckpartnerschaften eingehen und außerdem fast alles, was so gerne unter dem Label „Liebe“ verkauft wird, sexuelles Begehren ist, das mal mehr, mal weniger aggressiv andere Menschen verletzt. Nicht zuletzt deshalb verletzt, weil so oft Besitzdenken mit Liebe verwechselt wird. Wahre Liebe nimmt aber immer nur den Liebenden oder die Liebende in Besitz, nie den Geliebten oder die Geliebte. So selten aber die wahre Liebe ist, so weit verbreitet ist die Liebe als Ware. Von den verschiedenen Formen der Prostitution über „Vernunftehen“ (die nicht selten eine Spielart der Prostitution sind) bis hin zu dieser gigantischen Industrie mit all ihren Romantic Novels, Popsongs und Hollybollywoodfilmchen und Pornographie – die Liebe ist ein Geschäft wie jedes andere, bloß profitabler als viele andere.

Boy will be boys and girls will be girls

Mit dem, was als „Liebe“ verkauft wird, wird natürlich nicht nur ein Geschäft, sondern auch Politik gemacht. Stellvertretend sei hier die romantische Komödie nach US-amerikanischem Strickmuster erwähnt. Kaum ein anderes Filmgrenre ist so schablonenhaft und reaktionär wie dieses. Die „RomCom“ steht unangefochten an der Spitze wenn es darum geht, patriachale Rollenbilder zu perpetuieren. Obwohl die moderne RomCom so tut, als würde sie Frauen einen Platz in gesellschaftlich und ökonomisch hoch stehenden Positionen zubilligen, und obwohl sie oft auch so tut, als könne zum Beispiel ein einfacher Arbeiter mit der Millionenerbin zusammenkommen, so muss sich doch im Laufe der Handlung der einfache Arbeiter mindestens zum erfolgreichen Geschäftsmann mausern, damit das Happy End stattfinden darf, und die erfolgreiche Frau muss „einsehen“, dass sie halt doch einen starke Schulter zum Anlehnen braucht. Fast immer werden Frauen dargestellt, die im Berufsleben stehen, aber die sind „natürlich“ unglücklich, bis sie endlich die „große Liebe“ treffen, selbstverständlich immer einen letztendlich sehr erfolgreichen und maskulinen Mann, und dieses Aufeinandertreffen endet immer mit der Traumhochzeit, die stets so aussieht wie den Fantasien kleiner Mädchen entsprungen: Ganz in Weiß, mit Hunderten Gästen, mit stolzen und weinenden Eltern und einem coolen Rabbi/Priester/Thetan 7. Grades. Interessantes Detail: In sehr vielen RomComs hat die weibliche Hauptrolle einen schwulen besten Freund, dessen Aufgabe es oberflächlich betrachtet ist, im Rahmen der Handlung der Frau die Augen dafür zu öffnen, welch tollen Mann sie da gerade abblitzen/verklagen/verjagen hat lassen. In Wahrheit ist der Job dieser schwulen Rolle natürlich der, die gesellschaftlich erwünschte „harte Männnlichkeit“ der männlichen  Hauptrolle zu konterkarieren und damit zu akzentuieren. Liebe, die über das strikte heterosexuelle Gefüge zwischen Mann und Frau hinausgeht, kommt hier nicht vor. Zwar gilt Homosexualität im amerikanischen Mainstreamfilm mittlerweile als tolerabel, aber nur dann, wenn sie dem Muster der erwünschten Norm der Monogamie folgt und brav zurückhaltend auftritt. Schon Bisexualität ist in dieser sauberen Traumfabrik kaum mehr mit der erwünschten Ideologieproduktion vereinbar, weshalb sie, wie alles, vor dem man sich fürchtet oder fürchten soll, nur als Witz vorkommt. Andere Formen der menschlichen Sexualität und des menschlichen Zusammenlebens werden ausgeblendet oder dämonisiert. Die Singlefrau, die ihre Sexualität nach Möglichkeit auslebt, und das mit wechselnden Partnern,  muss entweder zum monogamen Glück gezwungen werden, oder sie stirbt einsam und verbittert, so die Hollybollywoodregeln. Der Singlemann, der mit möglichst vielen Frauen schläft, ist zwar ein toller Hecht, der die Fantasien des Publikums auslebt, aber auch so ein Hecht muss eingefangen und per Hochzeit zum einzig wahren sozialverträglichen Dasein kastriert werden. Sadomasochisten sind Witzfiguren oder satanische Ritualmörder. Freie Sexualität in Gruppen wird schlicht ausgeblendet in dieser Filmwelt. Obwohl es die doch ganz eindeutig gibt. Sie passt aber nicht zu einer ideologischen Kulturproduktion, die in Wirklichkeit nicht das Glück, sondern die Frustration der Konsumenten zum Ziel hat. Der Mensch im Kapitalismus soll nicht zufrieden sein mit sich und seinem Körper und seiner Sexualität, er soll unerfüllbaren Träumen hinterherjagen, damit er brav Leistung bringt und jeden Dreck konsumiert. Er soll auf keinen Fall  ein (Sexual)Leben führen, das ihn befriedigt, denn man braucht seine Aggressionen und Frustrationen, um ihn bei Bedarf für Kriege im Aus- und Inland mobilisieren zu können.

Work. The most important thing is work

Religionen und Populärkultur richten den Menschen also zu und ab, aber wofür? Um sie gefügig zu machen für ein Leben im Dienst der Menschenfeinde. Wer sind die Menschenfeinde? Ganz einfach, das sind alle, die den Menschen nur als Zahl in einer Statistik oder einer Bilanz wahrnehmen wollen. Menschenfeinde sind die, die den Menschen kein Glück in dieser Welt und in diesem Leben zubilligen, sondern sie auf das Jenseits oder eine ferne Utopie vertrösten, wohl wissend, dass jeder Mensch nur ein Leben und damit nur eine Chance auf Glück hat. Menschenfeinde erkennt man immer daran, dass sie in der Arbeit einen Wert an sich sehen oder zu sehen vorgeben. Menschenfeinde können Kapitalisten sein, Pfaffen, Sozialdemokraten, Kommunisten oder Nazis, es eint sie die Vergötzung der Arbeit und ihre Abscheu gegen den Müßiggang. Obwohl Arbeit doch ganz eindeutig und während der gesamten Menschheitsgeschichte ein Mittel zum Zweck war, behaupten diese Herrschaften, sie sei für sich allein schon wertvoll, wo sie doch vornehmlich nur Wert schöpft. Und obwohl der Mensch seit der Sesshaftwerdung und dem Einsetzen der Spezialisierung an schweißtreibender monotoner Arbeit verzweifelt und diese daher gerne Sklaven aufbürdete, wenn er konnte, sind sich auch viele Linke nicht zu blöd zu behaupten, Arbeit schände nicht. Natürlich kann Arbeit schänden, und gerade diejenigen, die am lautesten das Hohelied auf die Arbeit singen, also Kommunisten und Nazis, wissen das ganz genau und stecken Menschen, die sie demütigen oder vernichten wollen, in Arbeitslager. Hier muss ein kleiner Einschub her, damit wir uns nicht verirren: Trotz der gemeinsamen Neigung von Kommunisten und Nazis, Menschen in Arbeitslagern zu Tode zu bringen, gibt es selbstverständlich fundamentale Unterschiede zwischen diesen Ideologien, was die Menschensicht betrifft. Für die Nazis galt, dass arbeitsunfähige Menschen „unwertes Leben“ seien. Zu Hunderttausenden haben die Nazis daher Kranke und Schwache ermordet. Trotz der Arbeitsverherrlichung der Kommunisten und deren Einteilung der Menschen in „Arbeiter und Parasiten“ war es nie Teil der roten Ideologie und Praxis, Arbeitsunfähige umzubringen. In den meisten so genannten realsozialistischen Staaten konnte man, wenn nicht gerade Hungersnot oder stalinistische Säuberungswelle war, auch als Arbeitsunfähiger oder -unwilliger sein Auskommen finden, solange man politisch nicht aufmuckte. Arbeitsunfähige bekamen Renten, wer keinen Bock auf Arbeit hatte, und den hatten im „Sozialismus“ viele nicht, da persönliche Initiative ihnen nichts oder nur Scherereien brachte,  der ging halt morgens in die Fabrik, in die Kolchose oder ins Büro und schob eine ruhige Kugel. Nur wer ganz offensiv gar nicht arbeiten wollte, also nicht mal so tun als ob, musste mit Sanktionen rechnen. Anders bei den Nazis, wo schon die normale menschliche Bocklosigkeit verdächtig war und viele Menschen, die nicht begeistert so taten, als würden sie liebend gerne schuften, ganz schnell als „asozial“ und „arbeitsscheu“ galten, und das war dann oft genug ein Todesurteil.

All we lived for was to get out of the factory

Interessanterweise waren und sind diejenigen, für die Arbeit so etwas Großartiges ist, dass sie sogar behaupten, sie könne Menschen „bessern“, selbst nie Mitglieder der Arbeiterklasse. Es waren und sind immer Pfaffen, Intellektuelle, Journalisten, Politiker und Richter, die andere Menschen zur Zwangsarbeit verpflichten. Wer am eigenen Leib erfahren hat, was körperliche Schufterei bedeutet, ist meist weniger anfälliger dafür, seinen Sadismus als Tugend zu tarnen oder unrealistische Vorstellungen von den Auswirkungen der Arbeit zu haben. Zwar sind Menschen, die hart arbeiten, oft stolz auf ihre Leistungen (und das mit mehr Recht als zum Beispiel Finanzspekulanten), doch sie romantisieren die Arbeit selten und wenn doch, dann nur deswegen, weil kein Mensch sich gerne eingesteht, dass er etwas tut, was eigentlich gegen seinen Instinkt geht . Generationen von Arbeitern haben unter anderem deshalb so hart geschuftet, um ihren Kindern ein anderes Leben mit weniger harten Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Auch wenn im paternalistischen Kapitalismus oft genug die Söhne in derselben Fabrik arbeiteten wie die Väter war es doch das Anliegen der Elterngeneration, dass der Sohn zumindest einen besseren Posten in eben dieser Fabrik ergattern sollte, wenn es schon unrealistisch schien, dass er den Klauen des lokalen Räuberbarons ganz entkommen würde. Die Arbeiterinnen und Arbeiter wussten immer, dass vergleichsweise schlecht bezahlte, ungesunde Arbeit eben keinen Wert an sich darstellt, sondern bloß ein Mittel war, um zu überleben. Wer es irgendwie schaffte, ließ die Fabrik oder das Bergwerk hinter sich. Das gilt bis heute. Es ist ja kein Zufall, dass die Menschen Unsummen in Lottoscheine investieren. Das tun die nicht, weil sie so gerne hackeln, sondern weil sie eben genau wissen, dass Arbeit ein Übel ist, das man nur in Kauf nimmt, weil man keine Alternative hat.

Mister, you´re just brainwashed

Religionen und Ideologien und Schulen und Populärkultur sind wie Cesar Millan. Er ist der „Hundeflüsterer“, sie sind die „Menschenflüsterer“. So wie Millan mit allerlei Tricks Hunde dazu bringt, sich so zu verhalten, wie es den Herrchen und Frauchen passt, richten diese Institutionen die Menschen ab, damit sie sich mit ihrer Ausbeutung und ihrer Unfreiheit abfinden, nein, das sogar gut finden. Seit Jahrhunderten unterziehen sie die Menschen einer Gehirnwäsche, die allein dazu dient, aus Menschen Menschenmaterial, Humankapital zu machen, und die die Menschen vor allem anderen davon abhalten soll, die entscheidende Frage zu stellen: „Warum darf ich nicht hier und heute glücklich sein?“ Die Gehirnwäsche wird intensiv betrieben und ohne Unterlass, denn man weiß nur zu gut, dass die Menschheit in gewissen Abständen bockig wird und Veränderungen zu ihren Gunsten einfordert. Und das nicht morgen oder übermorgen oder nach dem Tod, sondern jetzt gleich. In der Tat sind solche Eruptionen des Bewusstseins, in denen die Menschen kurz mal zu sich selber finden und erkennen, was sie eigentlich brauchen würden, meist sehr positiv für die Lebensqualität aller, also nicht nur jener der Aufbegehrenden. Nehmen wir die „68er“ als Beispiel. Bis heute gelten diejenigen, die in den 60er Jahren rebelliert haben gegen den gesellschaftlichen Mief der Konservativen und Rechten, diesen als Feindbilder, dabei profitieren bis zum heutigen Tag gerade auch die davon, dass ihre Wertvorstellungen nicht mehr die allein gültigen sind. Zum Beispiel sollte jeder geschiedene und zum dritten Mal neu verheiratete CSU-Politiker oder ÖVPler bedenken, dass seine Karriere schon lange beendet worden wäre, hätte es die 68er und den durch sie angestoßenen Wertewandel in unserer Gesellschaft nicht gegeben. Und jede Politikerin einer rechten Partei sollte wissen, dass sie heute keine Politik machen würde, hätten die „68er“ nicht für die Befreiung der Frau gekämpft. Sicher, dem Kapitalismus hat der Modernisierungsschub am meisten genützt, da erst die Forderungen nach mehr individueller Freiheit und das Aufbrechen der starren alten familären und sozialen Strukturen die Errichtung einer 24/7-Globalwirtschaft möglich gemacht haben, aber deswegen will ich noch lange nicht zurück in eine Zeit, in der sich Vermieter, in deren Wohnungen sich Unverheiratete liebten, der Kuppelei schuldig machten und Homosexuelle und Frauen, die abgetrieben hatten, in den Knast gesteckt wurden. Klar, der Schrei nach Freiheit, der in den 60ern erschallte, wurde sehr schnell umgedichtet in einen Lobgesang auf die Freiheit, zwischen 50 Deosprays wählen zu dürfen, aber unsere westlichen (halbwegs) aufgeklärten Gesellschaften wären ganz anders und wesentlich glücksfeindlicher, hätte damals keine Öffnung stattgefunden. Diejenigen, die unter dem Pflaster den Strand vermuteten, haben diesen zwar dann doch nicht freigelegt, aber sie haben statt den überkomnenen Werten „Bravsein“, Gehorchen, Maulhalten und Malochen das Streben des Individuums nach Glück wieder salonfähig gemacht. Keine geringe Leistung für ein paar Langhaarige.

Rock around the clock

Heute sind die positiven Errungenschaften der bislang letzten großen gesellschaftlichen Transformation weitgehend pervertiert und in Gefahr, rückabgewickelt zu werden. Aus der Lust an der Befreiung aus einer starren Arbeitswelt ist ein entgrenztes Zurverfügungstehen des Menschen für die Wirtschaft geworden. Man will ja gar nicht mehr mit Leuten auf ein Bier gehen, weil die alle paar Minuten auf ihr Smartphone gucken um nachzusehen, ob der Boss eine Mail geschickt hat oder wie die Aktienkurse stehen oder was ein Konkurrent gerade auf Facebook schreibt. Früher mal hat man seine acht Stunden heruntergerissen, hat sich beim Ausstempeln gedanklich von der Arbeit verabschiedet und sich dann um das eigentliche Leben gekümmert. Heute leben immer mehr Menschen wirklich nur mehr um zu arbeiten statt umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Auch ich hatte einen Beruf, in dem es keine Arbeitszeiten mehr gab, sondern eine 24-stündige Bereitschaft. Damals gab es zwar noch keine Smartphones, aber Handys und mobiles Internet waren schon erfunden. Die Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und das Rund-um-die-Uhr-Arbeiten galten als selbstverständlich, auch im „Urlaub“, den zu nehmen man sich ohnehin nicht für länger als ein paar Tage getraute. Nach wenigen Jahren mit diesem Arbeitsrhythmus war ich fertig mit der Welt, wurde krank und habe mich bis heute nicht wieder davon erholt. Andere halten länger durch, aber alle zahlen irgendwann die Rechnung für diesen unnatürlichen Lebenswandel. Doch das Tempo wird nicht zurückgenommen, es wird im Gegenteil noch erhöht, und wer nicht mehr mitkommt, der wird ausrangiert, der gilt als unzuverlässig und schwach und schädlich für den Götzen der totalen Arbeit. Diese ins Extreme beschleunigte Arbeitswelt hinterlässt immer mehr Kollateralschäden, rechts und links neben dem Highway der Produktivität kann man sie liegen sehen, die ausgebrannten menschlichen Wracks. Die Politik reagiert darauf, indem sie das Leben für die Opfer des entfesselten Marktes noch schwerer macht, denn mittlerweile hat die Ideologie des faschistoiden Kapitalismus, wonach nicht essen solle, wer nicht arbeite, ihr Comeback gefeiert.

Jailhouse Rock

Die solidarische Gesellschaft, in der auch Kranke und Behinderte zumindest überleben konnten, hat nach Meinung entscheidender Teile der politisch-ökonomischen Eliten ausgedient. Dabei war sie ein Erfolgsmodell. Der Sozialstaat westeuropäischer Ausprägung war die bislang vielleicht humanste Inkarnation des Kapitalismus, und sie war auch wirtschaftlich sehr effektiv. Es ist doch kein Zufall, dass sich die Krisen stetig verschärfen, seit der Wohlfahrtsstaat in immer mehr Ländern zurückgefahren wird. Wenn ich die Menschen durch Sozialabbau zur Akzeptanz von Lohnkürzungen gefügig prügele, hat das natürlich nur kurzfristig eine positive Auswirkung auf die Bilanzen vor allem der exportorientierten Wirtschaft, makroökonomisch setzt das eine Abwärtsspirale in Gang, eine Art ökonomischen Krebs, der sich von den direkt betroffenen Arbeitnehmern zum Einzelhandel und letztlich bis ins Zentrum des Kapitalismus, den Finanzinstituten nämlich, durchfrisst. Und gesellschaftlich wie moralisch ist es natürlich verheerend, wenn man immer größere Teile der Bevölkerung ins Elend stürzt. Manche Vertreter der Eliten meinen, man solle Europa zu einer zweiten USA umbauen und von dort auch den Umgang mit den Armen und Ausgestoßenen übernehmen. In den USA funktioniert das ja, sehr vereinfacht gesagt, so: Man erhöht den Druck auf die Unterschicht immer weiter, mit Kürzungen aller öffentlichen Leistungen wie auch durch Stigmatisierung, und gleichzeitig baut man ein extrem drakonisches Justizsystem auf, wozu auch gehört, immer mehr läppische Gesetzesübertretungen zu Kapitalverbrechen zu erklären („war on drugs“ anyone?). Das Resultat: Nirgendwo sonst in der „Freien Welt“ sind so viele Menschen unfrei, sitzt ein dermaßen hoher Anteil der Gesamtbevölkerung hinter Gittern. Damit sind diese Menschen aus allen Armuts- und Arbeitslosenstatistiken raus, man hat sie von der Straße geschafft und gleichzeitig bietet man immer mehr anderen Armen Jobperspektiven im Justizvollzug an. Die eine Hälfte der Armen sitzt ein, die andere Hälfte passt auf, dass sie nicht ausreißt. Überdies kann man die Gefangenen auf das trefflichste wirtschaftlich ausbeuten. Kaum ein großer amerikanischer Konzern, der nicht von billiger (Zwangs)Arbeit in den Gefängnissen profitieren würde. Und die geschäftstüchtigsten Firmen verdienen an dieser Variante eines Gulagsystems mehrfach, indem sie die Knäste gleich auch selber bauen, bewachen oder beliefern. Oder sogar betreiben. Ist das die Zukunft auch für Europa? Einiges deutet darauf hin. Wenn wir nicht aufpassen, wird die kurze Periode relativer Freiheit, die wir im Westen genießen durften (auch in den USA bis in die 80er hinein), bald Geschichte sein.

Väter unser

Sibylle Bergs Definition der Glauberei ist wenig hinzuzufügen: „Religion ist, wenn Männer Frauen unterdrücken“. Das konnte man gerade wieder nahezu exemplarisch an einem Fall aus Marokko sehen. Eine 16-Jährige hat sich dort das Leben genommen, weil sie von einem „Familiengericht“ dazu gezwungen wurde, den Mann zu heiraten, der sie vergewaltigt hatte. Rassistische rechte Idioten werden nun einmal mehr mit ihrem Schmutzfinger  auf „den Islam“ zeigen und dabei wie üblich verschweigen bzw gar nicht erst wissen (wollen), dass andere Religionen Frauen keinen Deut besser behandeln, wenn sie so dürfen, wie sie wollen. Also nicht unbedingt die Religonen als Ganze, aber halt doch deren fanatischere Vertreter und, wenn wir ehrlich sind, deren ideologischer Kern. Ob Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – in der Praxis waren und sind sie alle frauenfeindlich, je nach gesellschaftlichen Umständen mal mehr, mal weniger, aber eben doch grundsätzlich. Das zu erkennen und zuzugeben mag für gläubige Menschen schwierig sein, ja, aber es ist so. Die Religionen, die derzeit den Planeten heimsuchen, wurden von Männern erdacht, von Männern verbreitet und werden von Männern administriert. „Väter unser“ sozusagen.

Frauenrechte sind Menschenrechte

In den vergangenen paar Jahrtausenden ist es für die Frauen dieser Welt nicht so gut gelaufen. In praktische allen Kulturen waren sie Menschen zweiter Klasse, Sexualobjekte, verschacherbares Eigentum ihrer Väter, Brüder und Gatten, entmündigt, vom politischen und wirtschaftlichen Leben weitgehend ausgeschlossen, reduziert auf die Rolle als Gebärerinnen von Erben, Soldaten und Arbeitern. Dies änderte sich erst mit dem Zurückdrängen des patriachalen Ideologieträgers Nummer eins, der Religion, in den modernen westlichen Demokratien sowie im „Realsozialismus“. Faschisten und Nazis versuchten zwar, die Frau wieder auf Küche, Kirche und Kinderkriegen zu beschränken, doch nach dem Untergang des Zwölfjährigen Reiches, dem schrittweisen Verschwinden auch der letzten europäischen und amerikanischen Rechtsdikaturen, mit dem langsamen Durchsickern feministischer Gedanken auch in konservative Parteien und vor allem der Erkenntnis, dass es ökonomischer Unsinn ist, in Wirtschaft und Forschung auf mehr als die Hälfte des menschlichen Potenzials zu verzichten, schien es ausgemachte Sache zu sein: Der lange und mühselige Kampf der Frauen um Gleichberechtigung wird am Ende siegreich sein. Es gab Anlass genug für Optimismus. Skandinavien gewöhnte die Welt an den Anblick weiblicher Regierungschefs und Ministerinnen, kaum eine westeuropäische Partei traute sich mehr, offen frauenfeindliche Positionen zu vertreten, der Ostblock brachte, wenn auch sonst nicht viel, ganze Generationen bestens ausgebildeter und voll im Berufsleben aktiver (Geistes-)Arbeiterinnen hervor* und sogar im äußerst rückständigen Nahen Osten, wo Mädchen nicht viel mehr zählten als Vieh, war mit Israel eine Demokratie entstanden, in der Frauen ganz selbstverständlich in der Politik mitredeten und mit der Waffe in der Hand ihr Land beschützten. Soviel zum Stand der Dinge Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Und heute? Zu Beginn des Jahres 2012 ist noch lange nicht alles erreicht und viel Erreichtes wieder in Gefahr. In Westeuropa müssen Frauen noch immer damit leben, für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn wie Männer zu verdienen.  Maßnahmen, die Frauen die Teilnahme am Wirtschaftsleben erleichtern, wie Ganztagsschulen und flächendeckende flexible Kinderbetreuung, setzen sich nur schleppend durch. Fortschrittsfeindschaft, die, auch wenn sie sich „grün“ maskiert,  ja immer auch frauenfeindlich ist, erlebt einen unheimlichen Boom. In Russland gehört „Edelnutte“ mittlerweile zu den begehrenswertesten Berufswünschen junger Frauen. Ganz Osteuropa ist seit ca. 1990 Jagdgebiet für Sextouristen und Pornofilmer. Am beunruhigendsten ist aber das Comeback der Religionen, das dazu führt, dass zB der Arabische Frühling zu einem islamistischen Winter zu werden droht und dass selbst Israel inzwischen Gefahr läuft, von ultrakonservativen Betbrüdern langsam in ein Land verwandelt zu werden, in dem eine Frau zu sein fast genauso gleichbedeutend mit Zurücksetzung ist, wie bei den islamischen Nachbarn. Immerhin wehrt sich die Mehrheit der Israelis entschieden gegen die Anmaßungen der Ultras. Dasselbe kann von den nordafrikanischen Staaten nicht behauptet werden. Dort sind die weltlichen und progressiven Kräfte nach wie vor schlecht vernetzt und können dem hohen Organisationsgrad der Muslimbrüder und Salafisten wenig entgegensetzen außer ihren Mut. Von der barbarischen Frauenfeindlichkeit, die auf der arabischen Halbinsel, in Afghanistan, im Iran und in Teilen Schwarzafrikas herrscht, muss jedem halbwegs aufgeklärten Menschen übel werden, vor allem wenn man bedenkt, dass viele dieser Höllen auf Erden beste Beziehungen wirtschaftlicher und politischer Natur zu westlichen Regierungen haben.

Solange wir alle nicht endlich verstehen, dass Frauenrechte Menschenrechte sind und ebenso wenig wie diese verhandelbar sind, wird die Misogynie auf dieser Welt nicht aussterben, wird es weiterhin legale und ökonomische Benachteiligungen sowie Genitalverstümmelungen und Massenmord an Frauen geben. Es gibt also allen Grund für eine kämpferische Politik mit und für die Frauen dieser Erde. Das sollten wir Männer schon aus Eigennutz kapieren, denn Frauenfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit, und entgegen aller Irrmeinungen sind rückständig patriachale Gesellschaften auch für Männer keine sonderlich angenehmen Orte.

*auf die wahnwitzige Politik des rumänischen Diktators Ceaușescu, der, um „sein“ Volk zu mehren, unter anderem Verhütungsmittel verbieten ließ, gehe ich vielleicht ein anderes Mal näher ein.

King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre

Es gibt viel Kritik am „King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre“, dem Zentrum für interreligiösen Dialog, das von Saudi Arabien in Wien gegründet und finanziert wird. Ich aber sage euch: Es ist allemal besser, wenn die „Nutters of God“ (Roy Harper) miteinander reden, statt auf einander zu schießen. „Imagine no religion“, die Utopie von einer mit dem Menschsein ins Reine kommenden Menschheit, können wir uns wohl abschminken, denn die Zahl der bedrängten Kreaturen, die ihr spirituelles Opium wollen, wird nicht kleiner, auch wenn das bei oberflächlicher Betrachtung der Religiositätsentwicklung in manchen europäischen Staaten so aussieht. Nein, es gibt einen überaus vitalen Islam, ein in weiten Teilen der Welt, vor allem auch in den USA, Großbritannien, Russland und Südeuropa (von Lateinamerika und Afrika ganz zu schweigen), fast unvermindert einflussreiches Christentum, mehr Buddhisten und Hindus als je zuvor und einen ganzen Supermarkt voller neuer, wiederentdeckter oder gerade erst erfundener Religionen und Religionsersatzdrogen. Seit es in vielen Staaten als unschick gilt, Juden zu verfolgen und/oder zu ermorden, wächst sogar die Schar der Kinder Mose, wenn auch weniger rasant. Religion ist nicht tot, es kam uns bloß so vor. Ist halt so, trotz Bildung und Informationszeitalter. Was mich wieder an den Anfang dieses kleinen Beitrags zurückbringt: Wenn die bequatschen, wie man in Frieden miteinander auskommen könnte, soll mir das recht sein, auch deshalb, weil es vielleicht ein bisschen Energie, die die Religionen ansonsten darin investieren würden, Agnostikern und Atheisten auf den Sack zu gehen, bindet. Auch wenn die Initiative dazu von einem der furchtbarsten Gottesstaaten kommt und teilweise zu Recht als klerikalfaschistische Charmeoffensive bekrittelt wird, sollte man Dialogangebote nie rundweg ablehnen. Für saudi-arabische Verhältnisse ist so ein Dialog, der ja das Existenzrecht anderer Religionen eingesteht, schon ein Fortschritt. Man wird noch sehen, was im „King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre“ besprochen werden wird, und es wird natürlich schon spannend sein zu beobachten, ob sich da bloß ein paar Pfaffen gegenseitig auf die Schulter klopfen und sich dann doch wieder nur in einem einigen, dass nämlich díe Nichtgläubigen verachtenswerter Abschaum seien, oder ob man da wirklich auch ein bisserl Tacheles darüber reden wird, warum zB Juden nicht nach Saudi Arabien reisen dürfen und Christen dort an der Religionsausübung gehindert werden. Dass die Leute in diesem „interreligiösen Dialog“ zu dem Schluss kommen, stets nur Unsinn verbreitet zu haben und dann einen mit einer Entschuldigung für all den blutigen Wahnsinn verbundenen Appell an die Weltbevölkerung veröffentlichen, doch bitte vom Gläubigsein abzusehen, darf man getrost als unwahrscheinlich voraussetzen, ohne damit rechnen zu müssen, von der Realität widerlegt zu werden. Aber wenn das Dialoggequastsche dazu führt, dass man ein wenig netter zueinander ist, wäre schon viel gewonnen.

What the Ehec? Beten für die Taliban

Deutschland, seines Zeichens Hochtechnologieland und Weltzentrum eines von hysterischer Pedanterie oft nicht zu unterscheidenden Genauigkeitsfimmels, steht der Ehec-Epidemie weitgehend hilflos gegenüber. Obwohl die Ausbruchsregion mit Hamburg und Umgebung lokalisiert werden konnte, tappen die Gesundheitsbehörden bei der Suche nach der Quelle für die mutierten E.-coli-Bakterien weiter im Dunkeln und bereiten die Bevölkerung schon mal darauf vor, dass diese Quelle auch nie gefunden werden könnte. Spanien ist zurecht sauer, weil man die Schuld für die vermeintliche Gurkenseuche allzu rasch und ohne stichhaltige Beweise iberischen Bauern in die Schuhe geschoben hat, Russland und einige arabische Staaten haben vorsorglich alle Gemüseimporte aus der EU gestoppt (mit dem hübschen Argument, dass den Hygienestandards der Europäer nicht zu trauen sei), die deutschen Gesundheitsbehörden warnen vor dem Verzehr von Rohkost, es kursieren die wildesten Verschwörungstheorien und rassistische Spinner wärmen die mittelalterliche Legende von jüdischen Brunnenvergiftern auf (bloß sollen es diesmal finstere muslimische „Fäkaldschihadisten“ sein, die unser gutes christliches Gemüse verseuchen). Neben den Wahnsinnigen, die sich davor fürchten, dass ihnen der Moslem in den Salat scheißt, nutzt nun auch die Szene der „Pharmakritiker“, Impfgegner, Gentechnikfeinde, Alternativmedizingläubigen und reaktionären Esoteriker die Gunst der Stunde und verbreitet fleißig Quatsch der Sorte: „Jetzt macht die Fleischhersteller-Pharmazie-Illuminaten-Lobby ernst und vergiftet unser germanisches Bioessen“.

Es ist nun nicht besonders verwunderlich, dass angesichts einer unheimlichen Krankheitswelle die Irrationalität wuchert. Doch betrachtet man heute Deutschland von außen, dann wird man den Eindruck nicht los ein Land zu sehen, dass sich im intellektuellen Niedergang befindet. Da grassiert bei den Linken schlimmster Antisemitismus, da schafft es eine SPD nicht, Thilo Sarrazin auszuschließen, da degeneriert eine einst liberale FDP zum bald außerparlamentarischen Club für schnöselige Millionenerben, da wollen angebliche grüne Ministerpräsidenten die Gentechnikforschung verbieten lassen, da machen CDU/CSU nur mehr Politik nach Meinungsumfragen und da wird plötzlich gefrömmelt, dass einem schlecht werden kann. Margot Käßmann, laut „Spiegel“ eine „populäre Theologin“, meint erbarmungswürdig naiv, es wäre doch besser, mit den Taliban gemeinsam zu beten statt auf diese zu schießen, und Verteidigungsminister Thomas de Maizière fühlt sich berufen, diesen Unsinn nicht etwa unkommentiert zu lassen, nein, er muss zurückchristen„Das Beten für Täter und Opfer – für Opfer gleich welcher Nation – ist gut und richtig. Insoweit ist auch ein Gebet für die Taliban nötig und sinnvoll.“  So viel Jesus in der öffentlichen Debatte kann nicht gesund sein, aber okay, lasst sie beten und gegeneinander antreten bei „Deutschland sucht den Superchrist“. Ich setze meine Hoffnungen unterdessen auf die Wissenschaft, die möglichst rasch etwas finden möge, womit diese Ehec-Sache angegangen werden kann, denn es ist bald Sommer, und so ganz ohne Salat macht eine Grillparty nur den halben Spaß.