Diese Augsteins!

Rudolf Augstein, Gründer des Nachrichtenmagazins „Spiegel“, aus dem Generationen von Deutschen ihre Weltsicht herauslasen, war bekanntlich ein unverbesserlicher Antisemit und leidenschaftlicher Feind Israels. Und er hat seine Ansichten zumindest in Teilen wohl erfolgreich an seine Kinder weitergegeben. So fiel Franziska Augstein in einer Rede, gehalten im Jahr 2003 bei der Eröffnung der Gmundner Festspiele, nichts Dringenderes zur Befreiung des Irak ein, als sarkastisch gegen Juden zu gifteln: „Die USA schicken einen 32 Jahre alten Juden nach Bagdad, um den schiitischen und sunnitischen Irakern eine neue Verfassung zu geben – eine brillante Idee“.  Und auch Jakob Augstein, leiblicher Sohn von Martin „Auschwitzkeule“ Walser und Stiefbruder von Franziska, kann wohl gar nicht anders, als in einer halblustigen Kolumne über den Unmut, den das E10-Desaster bei den deutschen Bürgern ausgelöst hat, den Nazi Konrad Lorenz zu zitieren. So eine weltanschaulich konsistente Familie wie diese Augsteins ist beinahe rührend in unserer kompliziert gewordenen Welt…