Kann die FPÖ den Juden jemals verzeihen?

Ein imaginäres Interview, basierend auf einem echten

Journalist: Lieber Herr FPÖ-Politiker XYZ. Ihre Partei wurde von der jährlichen Gedenkfeier im ehemaligen KZ Mauthausen ausgeladen. Ein Auftritt von FPÖ-Politikern dort wäre „eine erneute Demütigung für die Überlebenden“, so das Mauthausen-Komitee. Können Sie das nachvollziehen?

FPÖ-Politiker XYZ: Nein, kann ich nicht. Ich bin zutiefst gekränkt und frage mich nun wirklich, ob wir den Juden je verzeihen können, was sie unseren Vätern und Großvätern angetan haben. Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein mit den alten Geschichten!

Journalist: Wie bitte? Sechs Millionen Juden wurden ermordet und…

FPÖ-Politiker XYZ: Legen Sie mir keine Worte in den Mund! Ich sage es in aller Deutlichkeit: Ich finde Straflager wie Mauthausen entsetzlich. Wir lehnen die Nationalsozialisten, obwohl sie eine ordentliche Beschäftigungspolitik machten, ebenso klar ab wie den Bombenterror der Alliierten.

Journalist: Straflager? Das waren Vernichtungslager! Straflager würde implizieren, dass die dort Inhaftierten eine Straftat begangen hätten. Und die Bomben kamen, weil Hitler zuerst ganz Europa überfallen hat.

FPÖ-Politiker: Nun ja, Jude zu sein war damals halt ebenso strafbar wie Opposition zur Regierung. So waren halt die Gesetze und wer bin ich, gesetzestreue Bürger von damals zu verurteilen? Und Krieg ist immer schrecklich, ganz gleich, wer ihn auch beginnt.

Journalist: FPÖ-Chef Strache, FPÖ-Klubobmann Gudenus und FPÖ-Innenminister Hofer haben vor kurzem behauptet, der jüdische Milliardär George Soros sei für die Flüchtlingsströme verantwortlich. Eine klassische antisemitische Verschwörungstheorie.

FPÖ-Politiker XYZ: Aber nein! Dass wir uns aus hunderten Milliardären, die Lobbyarbeit finanzieren, ausgerechnet einen jüdischen ausgesucht haben, um ihm die Schuld für die Flüchtlinge zu geben, hat nicht das Geringste mit Antisemitismus zu tun. Es geht uns doch nicht um die Religionszugehörigkeit dieses Herren, der keine Heimat kennt, sein raffendes Kapital vermehrt und wie ein Krake die Welt mit seinen raffgierigen Fangarmen im Griff hat, sondern ausschließlich um Fakten. Wie sie wissen gibt es fundierte Gerüchte und glaubwürdige Lügen, die Herrn Soros eine Beteiligung an der Flüchtlingskrise nachweisen.

Journalist: Was ist mit den Liederbüchern der Burschenschaften, in denen von der Ermordung einer weiteren Million Juden geschwärmt wird? Was ist mit den FPÖ-Inseraten in Zeitschriften wie der „Aula“, in der KZ-Überlebende als „Landplage“ und „Kriminelle“ verunglimpft wurden?

FPÖ-Politiker: Wenn sie nicht Fake News verbreiten würden, sondern ordentlich recherchiert hätten, dann wüssten sie, dass in dem Liederbuch keineswegs gefordert wird, noch eine Million Juden zu ermorden. Das Büchlein, mit dem wir übrigens nichts zu tun haben, sagt lediglich, die Juden hätten den Holocaust selbst inszeniert, um danach Israel geschenkt zu kriegen. Die „Aula“ hat mit uns rein gar nichts zu tun, obwohl sie sich selbst „das freiheitliche Magazin“ nennt und wir dort inserieren wie die Blöden. Außerdem muss man in einer Demokratie auch Stimmen aushalten, die sich nicht dem Diktat der Politischen Korrektheit beugen.

Journalist: Sie verstehen also nicht, dass KZ-Überlebende sich durch Bezeichnungen wie „Landplage“ oder „Kriminelle“ gedemütigt fühlen?

FPÖ-Politiker XYZ: Wirklich nicht! Sie, da gibt es Sachen, die die Mainstream-Geschichtsschreibung bis heute totschweigt. Ich selber kenne einen Bauern, dem KZ-Überlebende kurz nach ihrer Befreiung ein paar Äpfel gestohlen haben. Der Mann war danach ein seelisches Wrack. Es gab eben auch deutsche Opfer des Holocaust, aber über die redet mal wieder keiner. Das ist typisch für die linken Brunnenvergifter, dass sie nie über die Opfer reden wollen.

Journalist: Ich danke ihnen für dieses, äh, erhellende Interview.

FPÖ-Politiker XYZ: Immer gerne, aber keine Lügengeschichten drucken wie sonst immer, gell?

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Hoch lebe Erdogan!

Beleidigt Erdogan nicht länger!

Sonst holen euch die Hundefänger

und zerren euch vor ein Gericht

Da zögert Frau Justitia nicht

 

Hier tut die blinde Göttin recht

Schmähgedichte sind voll schlecht

vor allem wenn sie einen schmähen

den wir gern als Partner sähen

 

Merkt euch das, Satire-Affen:

wir exportieren viele Waffen

besonders viele an die Türken

die damit nur Gutes wirken

 

Frauen, Linke, Journalisten, Kurden

die jüngstens immer frecher wurden

Hält er im Zaum mit harter Hand

es geht ihm um das Vaterland

 

Erdogan, Licht des Islam

Schmähen verboten! Voll haram

Beschützt uns vor der Flüchtlingsflut

Dieser Typ ist einfach gut

 

Brav bekopftucht seine Frau

wie ihr Gatte schön und schlau

Liest lieber stundenlang in Suren

statt in Kneipen rumzuhuren

 

Manchmal preist sie auch den Harem

als Hort des Guten und des Wahren

Vielleicht ist es ein kinky Fetisch?

Oder doch nur Macho-apologetisch?

 

Ich kritisier das nicht, voll generös

heut sind ja viele polyamourös

Und es zählet nicht als Seitensprung

Verkehr mit Sklavinnen, hübsch und jung

 

Die Türkei, sie hat uns viel gegeben

Oder wollt ihr ohne Döner leben?

Wer Döner isst, dem steht´s nicht an

zu verhöhnen den Herrn Erdogan

 

Er hält Wacht am Bosporus

gegen Flüchtlinge und den Russ

Allahs feinster Supertyp

Recep Ergogan Tayyip

An die Nachwuchslinken

Der Mensch hat es nicht leicht als junger Linker, daher habe ich einen kurzen Ratgeber zusammengestellt, mit dem auch der/die dümmste Linke halbwegs durch diese schwierigen Jahre der politischen Rebellion kommen sollte.

1. Sei ein Großmaul! Linke Zusammenhänge, Splittergruppen und Kleinstparteien sind ideal, um in beinahe realistischer Umgebung deine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. Das wissen auch Personalchefs zu schätzen, und der Eintrag „Ortsvorsitzender der revolutionären maotrotzkistischen WLAN-Intiative“ im Lebenslauf ist längst kein Makel mehr, sondern zeigt deinem zukünftigen Arbeitgeber, dass du ehrgeizig bist und bereit, noch den größten Schwachsinn mit Inbrunst zu vertreten. In deiner kurzen Zeit als radikaler Linker lernst du, dass die Größe der Klappe wichtiger ist als die des Gehirns, dass der Lautere und Gröbere stets gewinnt und dass der Chef die schönsten Frauen bumst (bzw die Chefin die schärfsten Kerle abkriegt). Halte dir immer das Vorbild der deutschen Grünen und teilweise auch Sozialdemokraten vor Augen, wo einstmals super radikale Linke später zu bestens verdienenden Stützen des bürgerlichen Staates wurden und dank ihrer früh gelernten Rücksichtslosigkeit auch kein Problem damit hatten, Hartz IV einzuführen und Jugoslawien zu bombardieren. Vergiss auch nicht einen weiteren wichtigen Teilaspekt des Großmaultums, die Schwafelitis! Nur wer die Dinge so lange zerreden kann, bis um ihn herum alles in tödliche Müdigkeit verfällt, hat das Zeug zum linken Sektenchef, aus dem mal ein richtiger Politiker wird.

2. Sei paranoid! Überall lauern Spitzel des Staates, Agenten von Mossad und CIA und andere Büttel des Kapitals. Benutze im Internet Anonymisierungsdienste wie „Tor“, die jedem, der wirklich an dir interessiert sein könnte, laut zubrüllen, dass du was zu verbergen hast! Vertritt jemand eine andere Meinung als du, ist der mit Sicherheit einer, der dir ans Leder will, vermutlich ein Nazi oder gar ein Antideutscher.

3. Verachte das Proletariat und das Subproletariat! Klar, du willst diese Leute schon irgendwie befreien und ins sozialistische Paradies führen, aber die sind halt wirklich ein bisserl dumm. Du willst sie in Gesprächen vor der Fabrik aufklären über Privilegien, Support, Awareness, sensibles Miteinander, Gender- (queer) Feminismen, Weiß Sein, Rassismus, Adultismus und so weiter, und was machen die? Sie lachen dich aus, diese Fleisch fressenden heteronormativen Rassistenschweine. „Sollen sie doch die FPÖ wählen, sie werden schon sehen, was sie davon haben“, denkst du gekränkt, während du in deine WG zurück schleichst, wo man dich wenigstens versteht. Erfahrungen wie diese lehren dich, so elitär wie möglich zu empfinden und dich den wirklich wichtigen Dingen zu widmen, zum Beispiel den wöchentlichen Plenarsitzungen deiner WG, deiner Katze und der anstehenden Wahl zum Häupling deiner aktuellen Polit-Sekte.

4. Hasse die „Antideutschen“! Keine wie auch immer geartete linke Bewegung wollte je auf Dissidenten, die man so richtig dissen kann, verzichten. Schon Marx und Engels verbrachten mehr Zeit mit dem Lächerlichmachen und dem Widerlegen von Anarchistinnen und anderer linker Konkurrenz als mit dem Klassenkampf, von Lenin, Trotzki und Stalin ganz zu schweigen. Häresie ist Todsünde, und Häretiker ist 1. immer der andere und 2. ist Häresie mit Eispickel und Erschießungskommando und, wenn ganz extreme Maßnahmen nötig sind, mit Entfreundung auf Facebook zu bestrafen. Du weißt zwar nicht genau, was Antideutsche eigentlich sind, aber es reicht doch, dass die keiner so richtig mag mit ihren komischen, von der Mehrheitsmeinung in deiner WG abweichenden Ansichten. Irgendwo hast du gehört, das seien Rechtsextreme, die einen Atomkrieg anfangen wollen, und die „junge welt“ schreibt auch nix Gutes über die. Wie aber identifizierst du einen Antideutschen? Ganz einfach: Antideutsche meinen, auch Zionistinnen hätten ein Existenzrecht, und sie verstehen das Konzept des kulturellen Rassismus nicht, da sie nicht einsehen, warum die Todesstrafe für Homosexualität mal was Schlechtes ist und dann wieder ganz okay. Diese Narren!

5. Misstraue Menschen über 40, die immer noch so links sind wie du! Du spürst in deinem Inneren, dass die nicht ganz richtig im Kopf sein können, denn du wirst in deren Alter längst Chefredakteur einer bürgerlichen Zeitung, Werbeagenturinhaber oder Pressesprecher eines namhaften Konzerns geworden sein und die Grünen oder eine liberalkonservative Kleinpartei zu deiner politischen Heimat gemacht haben. Allenfalls wirst du Mitglied der Sozialdemokratischen Partei sein, aber du wirst keinesfalls etwas machen, das verhindern könnte, dass du deiner Familie, die zu betreuen und groß zu ziehen Aufgabe deiner ebenfalls früher mal ganz links gewesenen Frau ist, die natürlich jetzt und seit Jahren nur deswegen Hausfrau und Mutter ist, weil ihr euch basisdemokratisch drauf verständigt habt, den jährlichen Dritturlaub bezahlst. Wärst du mit 40 noch so links wie mit 20, würdest du nicht in der Eigentumswohnung mit Dachterassse im angesagten Viertel wohnen, sondern einsam und verbittert in einer Sozialbude am Stadtrand und wütende Pamphlete bloggen.

6. Ehre die Antifa! Sie ist der letzte verblieben Rest linker Militanz, was österreichische Staatsanwälte nicht davon abhält zu denken, es handle sich um eine gigantische Untergrundarmee, die jederzeit die Regierung stützen könnte. Natürlich macht auch die Antifa mal Fehler, zum Beispiel wenn sie Linke für Rechte hält und dann verprügelt, aber hey: Wo gehobelt wird und so, nicht wahr? Frage dich nie, warum in Zeiten europaweiten massiven Sozialabbaus die Antifa die einzige Militanz ist, zu der ein ganz kleiner Teil der Linken fähig ist, denn dann müsstest du ja hinterfragen, was mit der Linken generell falsch läuft in diesen Tagen.

7. Sieh ein, dass du gar nicht links bist!  Eigentlich willst du ja nur vegan containern und die Frau/den Mann fürs Leben kennen lernen, und weil das eine/einer sein soll, mit dem/der man Pferde stehlen kann, treibst du dich halt in linken Zusammenhängen herum, weil du das irgendwie total rebellisch findest. Eigentlich sind dir die Arbeiterinnen und die Widersprüche des kapitalistischen Systems ja wurscht, du findest bloß den Style der Linken schick und den der Rechten scheiße.

WKR-Ball: Die schlimme Wahrheit

Die FPÖ will die Grünen „verklagen“. Weil die nämlich böse Randalierer aus Deutschland eingeladen hätten, sagt die FPÖ. Bislang hielt ich das für das übliche strunzdumme Propaganda-Gefasel verwirrter Rechter, doch nun liegt mir exklusiv ein Telefonprotokoll vor, welches beweist: Die FPÖ hat Recht.

Die Rote Flora, Hamburg. Das Telefon läutet.

Autonomer: „Hallo, wer nervt?“

Eva Glawischnig (forsch): „Hier Tamara Bunke. Bisserl mehr Haltung, wenn das Oberkommando anruft!“

Autonomer (verdattert): „Pardon, Frau Glawisch… Genossin Bunke. Was dürfen wir für Dich tun?“

Eva Glawischnig: „Ihr tanzt am 24. 1. in Wien an und macht Randale! Wir erwarten mindestens fünf zerbrochene Blumentöpfe, einen spektakulären Blendgaranteneinsatz, zwei zerbrochene Schaufensterscheiben, ein ruiniertes Polizeifahrzeug und einen zerdepperten ORF-Wagen.“

Autonomer: „Zu Befehl, Genossin.“ (schlägt knallend die Hacken zusammen)

Eva Glawischnig: „Für Drogen und Alkohol ist gesorgt. Wir ziehen unsere nigerianischen Dealer von den Kindergärten ab, damit wir Euch und die mitmarschierenden nützlichen Idioten mit Haschisch aufputschen können. Wer zuviel Hasch erwischt, kriegt Kokain zur Beruhigung.“

Autonomer (schmeichelnd): „Klingt ausgezeichnet, Genossin Oberkommandierende.“

Eva Glawischnig (autoritär): „Vollzug! Und wartet auf weitere Befehle. Marschroute wird noch durchgegeben. Die Polizei sollte durch die Umwandlung der Mariahilfer Straße in eine Fuzo ausreichend geschwächt und verwirrt sein. Nachdem der Ball erfolgreich sabotiert wurde, tritt Plan Frankfurt in Kraft. Alle Mitglieder von Burschenschaften und FPÖ werden verhaftet und kommen in Transgenderumerziehungslager und LSD-Camps.“

Autonomer: „Fantastisch! Es lebe die ökototalitäre Diktatur des Proletariats! Ev… Tamara befiehl, wir folgen. Ich spreche wohl für alle Autonomen hier wenn ich sage, dass wir strenge Befehlshierarchien lieben“.

Ein Telegramm

Lieber Michael Spindelegger

Jetzt nur nicht locker lassen! Die Zeit ist günstig. Bald gibt es 500.000 Arbeitslose. Eine Top-Gelegenheit, mit den Resten des Sozialstaates endlich aufzuräumen. Falls die Roten nicht alles machen, was wir wollen, machst du hurtig Schwarz-Blau-Pink. Lass dich vom verbalen Sträuben der NEOS nicht täuschen. Gibst halt dem Haselsteiner einen Ministerposten. Im Großen und Ganzen ist der eh voll auf unserer Linie. Zwar war der Faymann für Sozi-Verhältnisse recht brav, und es hat schon auch Vorteile, Politik in unserem Sinne von Sozialdemokraten erledigen zu lassen, aber jucken tät es uns jetzt schon, wieder so richtig in die Vollen greifen zu können, also noch ein bisserl mehr als jetzt, weist schon Es gibt immer noch ein paar Sachen, die man privatisieren könnte, und dass die Arbeitslosen noch nicht verhungern, ist bedauerlich, da hat das Proletengesindel noch nicht genug Angst. Aber ob nun mit den, hahaha, „Roten“ oder mit den Kornblumerln, vergiss unser Motto nicht: We want it all. Du weißt schon, „wettbewerbsfähiger“ werden, vulgo Umverteilung von allen anderen zu uns.

Grüße

Industriellenvereinigung

Wirtschaftskammer

Überleben mit Hartz-IV

Liebe Hartz-IV-Kunden in Deutschland*

Dass ihr Leitungswasser statt Cola trinken, Kartoffeln statt Fleisch essen und auf spätrömisch-dekadenten Luxus wie Vollbäder verzichten solltet, rät euch eine Broschüre des Jobcenters Pinneberg, die ganz zurecht von Funktionären des Armutsverwaltungsapparats hoch gelobt wird, zeigt sie euch Assis doch endlich mal, worauf ihr von selbst nie gekommen wärt, dass mit wenig Kohle nämlich schlecht Kegeln gehen ist. Nur ein wenig inkonsequent ist der Ratgeber. Ich erlaube mir, wichtige Ergänzungen anzubringen, und wenn man die beherzigt, kommt jeder, sogar so ein vom Arbeitsmarkt ausgeschlossenes Versagergesindel wir Ihr, mit dem aus, was man ihm so großherzig zugesteht.

-In der Pinneberg-Broschüre ist davon die Rede, dass sich die Tochter der Beispielfamilie darüber freut, dass endlich kein Geld für Fleisch mehr da ist, weil sie ohnehin Vegetarierin werden wolle. Moment mal, eine Tochter? Ihr leistet euch ernsthaft ein Kind und füttert es durch? Unser Tipp: Einfach beim nächsten SOS-Kinderdorf abgeben, das Gör! Befreit euch von dieser Belastung und erfreut euch an dem Gedanken, dass sich für das Kind, sofern es stubenrein und gut gekämmt ist, sicherlich irgendwann mal eine Besserverdienerfamilie finden wird, die es bei sich aufnimmt. Oder ein Landwirt, der eine unbezahlte Hilfskraft brauchen kann! Nachdem ihr euer Balg abgegeben habt, unterzieht ihr euch einer Gratis-Sterilisation in der erst zu schaffenden Thilo-Sarrazin-Eugenikklinik, denn ihr wollt doch wohl nicht eure widerliche Armut weitervererben?

-Ihr habt immer noch Handys? Wozu denn das? Keine Sau ruft euch an, denn für eure Freunde werdet ihr ohne Geld uninteressant, und wenn sich Arbeitgeber für euch interessieren würden, hättet ihr wohl kaum diese Broschüre in die nur geduschten, aber nicht gebadeten Pfoten gedrückt bekommen. Weg mit dem Millionärsspielzeug!

-Dass Fleisch etwas für russische Oligarchen, aber nicht für Arbeitslose ist, haben wir euch ja schon gesagt. Aber wo es die leckersten Sachen gratis gibt, verraten wir euch jetzt: In den Mülltonnen. Ihr würdet nicht glauben, was die Leute alles wegwerfen. Kaum angeschimmelte Kartoffeln, erst einmal gekochte Nudeln, Dosenerbsen mit nur seit Monaten überschrittenem Haltbarkeitsdatum, von Anorektikern nur kurz vorgekautes Chilli – all das und mehr findet ihr beim Durchwühlen des Abfalls. Außerdem macht euch der Kampf, den ihr mit Obdachlosen und hippen Konsumverweigerern um die besten Stücke ausfechten werdet, fit für die Herausforderungen des modernen Arbeitsmarktes.

-Die Kollegen aus Pinneberg raten euch, Steine in den Spülkasten des Klos zu tun, damit ihr weniger Wasser verbraucht. Ein kluger Tipp, aber nur halb durchdacht. Verzichtet einfach ganz auf euer WC und verrichtet eure Notdurft im Freien! Das spart noch mehr Wasser, und wenn ihr in absehbarer Zeit delogiert werdet, müsst ihr euch nicht erst mühsam umgewöhnen.

-Bestellt die Fernwärme oder das Öl ab und heizt mit dem Bollerofen! Brennmaterial klaut ihr einfach im Park, und wenn ihr die ganze Scheiße nicht mehr ertragt, könnt ihr den Kamin abriegeln und einen „tragischen Unfall“ erleiden. *Zwinker zwinker*

-Verkauft euren Körper! Das bringt noch viel mehr Kohle, als nur die alten Möbel zu verscherbeln. Ihr werdet vor Freude in die Luft springen , wenn ihr mit nur ein bisschen Schwanzlutschen und Arschhinhalten plötzlich hun-der-te Euro verdient. Und verkneift euch irgendwelche moralischen Anfälle. Was der Ukrainerin recht ist, kann euch nur billig sein. Die Zeiten, in denen man sich zieren durfte, sind vorbei.

-Dealt mit Drogen! Diese Gesellschaft scheißt auf euch. Zeit, zurückzuscheißen!

*(und liebe Mindestsicherungsbezieherinnen in Österreich)

Zwei Genossen

Wien, 1972, Rathaus

A: „Mahlzeit, Genosse. Alles in deutscher Hand?“

B: „Mahlzeit, je eh. Du, wenn ich dich grad da hab, ich hab da schon wieder so einen komischen Bericht gekriegt. Irgend so ein ehemaliges Heimkind vom Wilheminenberg hat was gsagt von wegen Misshandlungen und so. Ich wollt´s grad in der Rundablage entsorgen“.

A: „Dort gehörts auch rein. A Wahnsinn dass die Gschrappen so undankbar sind! Kriegen von uns ein Dach überm Kopf und a warme Mahlzeit am Tag und dann gibts echt ein paar, die sich noch beschwern, nur weils manchmal a Watschn  kriegen. Gsindl!“

B: „Haha aber echt. Unterm Adolf hamma die einfach weggräumt. A Spritzn und vorbei war´s mit dem Gfick was dem Steuerzahler auf der Taschn liegt. Vielleicht sollt ma den Genossen Heinrich Gross mal hinschicken, damit er aufräumt, hahaha“.

A: „Hahaha, ka schlechte Idee. Sind eh ein Haufen ehemaliger Kameraden dort als Erzieher und Aufpasser und Hausmeister und so. Alles Rote jetzt natürlich. Na ja. Du, wie gehts deiner Frau?“

B: „Ja eh gut. Weißt eh wie das is nach ein paar Jahren Ehe, da ist es halt nimmer das Gleich wie es amal war“.

A: „Willst eine 13-Jährige pimpern? Solltest mal! So unverbraucht und fesch und nach ein paar Watschn auch total willig. Und kost ned viel, 30 Schilling musst dem Genossen geben, der grad Dienst hat am Wilheminenberg. Der arrangiert dann alles und lasst dich drüberrutschen“.

B: „Kling ned schlecht, aber was is mit der Polizei?“

A: „Geh bitte, erstens glaubt den Gschrappen eh keiner ein Wort und zweitens waren Genossen vom Stadtkommando auch schon dort und ham pempert. Bei der Geburtstagsfeier vom Oberst Pepi hamma sogar die Haserln aus dem Heim antanzen lassen, damit´s uns alle bedienen“.

B: „Und du hast echt ka Angst dass das mal rauskommen könnt?“

A: „Na echt ned. Leut von der Zeitung ham sich auch schon mal ein paar Mäderln und Buben zuführen lassn. Und selbst wenn da mal was rauskommt, wer glaubt denn bitte einem rachsüchtigen Heimkind?“

B: „Richtig, das is ja fast so wie mit dem Professor Wurst in Klagenfurt. Der soll ja auch fleißig auf der Psychiatrie die Kinderlein vögeln und nix passiert, weil denen keiner was glaubt, den behinderten Tschapperln“.

A: „Na siehst, du hast es erfasst. Freundschaft noch“.

B: „Freundschaft“