Blaue Mörder in spe

In einer geschlossenen Facebookgruppe, die sich „Wir stehen zur FPÖ!“ nennt, wird zum Völkermord aufgerufen. Die Reaktionen jener FPÖ-Politiker, die entweder selber Mitglied der Gruppe waren oder aber davon gewusst haben müssen, sind so erwartbar wie erbärmlich: „Ich weiß von nix. Ich hab das nie gesehen. Facebook? Was ist Facebook? So ein komisches Internetzdingsbumms, oder? Haben sicher alles die Linken gemacht usw“. In Wahrheit wurde hier einmal mehr der wirkliche Charakter dieser Partei kenntlich. Ich bin es ehrlich gesagt leid, schon wieder all die Fakten aufzuzählen, die Wehrsportübungen des Parteichefs, die Jobbik-Kontakte, die heißen Drähte zu arabischen und postsowjetischen Despoten, der Antisemitismus, der Hass auf den Islam und so weiter und so fort. Es ist alles bekannt, kann alles nachgelesen werden, dürfte keinen mehr überraschen. Es ist eine Partei, die am Rechtsextremismus nicht anstreift, sondern das organisatorische und ideologische Zentrum des europäischen Rechtsextremismus ist. Es ist die Partei, die Anders Behring Breivik wählen würde, wäre er Österreicher. Trotzdem kann sich die ÖVP nicht dazu durchringen, eine Koalition mit diesen Figuren auszuschließen. Trotzdem wird FPÖ-Führer Strache immer noch wie ein ganz normaler Politiker behandelt, darf ins Fernsehen, gibt Zeitungsinterviews, Klatschblätter interessieren sich für sein Privatleben. In Diskussionsforen reden seine  Fußsoldaten Klartext und verkünden, dass sie morden wollen und auch werden, sollten sie Gelegenheit dazu bekommen. 

„Ich bin für zwei Besenstiele pro Zelle“

Ein geistig zurückgebliebenes 14-jähriges Kind wird in Untersuchungshaft gesteckt und dort, in einem österreichischen Gefängnis, mit einem Besenstiel vergewaltigt. Erst einen knappen Monat später wird der Bub nach einer psychologischen Untersuchung entlassen. Dazu Vox Populi:

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Anale Strafrechtsreform?

Ich muss die letzte Reform des österreichischen Strafrechts versäumt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, warum so viele konservative Politikerinnen und so viele Leserbriefschreiber darauf hinweisen, der in U-Haft vergewaltigte 14-Jährige hätte eine „schwere Straftat“ (Justizministerin Beatrix Karl) begangen, sei aber wegen verminderter Schuldfähigkeit nicht verurteilt worden. Das kann nur daran liegen, dass in Österreich manche Straftaten mittlerweile geahndet werden, indem der Täter am Boden fixiert wird und man ihm einen Besenstiel in den Anus schiebt. Muss doch so sein, denn warum sonst insinuieren Karl und Leute wie der Kukidentblogger Andreas Unterberger, die anale Vergewaltigung wäre halb so wild, wäre das Opfer rechtskräftig verurteilt gewesen? Ich muss in Hinkunft besser aufpassen, die Nachrichten genauer verfolgen, auch mal ein paar Prozesse anschauen gehen, denn ich will nicht verpassen, wenn der nächste Richter verkündet: „Ich verurteile Sie hiermit zu zwei Jahren unbedinger Haft und einer analen Vergewaltigung“.

Zwei Genossen

Wien, 1972, Rathaus

A: „Mahlzeit, Genosse. Alles in deutscher Hand?“

B: „Mahlzeit, je eh. Du, wenn ich dich grad da hab, ich hab da schon wieder so einen komischen Bericht gekriegt. Irgend so ein ehemaliges Heimkind vom Wilheminenberg hat was gsagt von wegen Misshandlungen und so. Ich wollt´s grad in der Rundablage entsorgen“.

A: „Dort gehörts auch rein. A Wahnsinn dass die Gschrappen so undankbar sind! Kriegen von uns ein Dach überm Kopf und a warme Mahlzeit am Tag und dann gibts echt ein paar, die sich noch beschwern, nur weils manchmal a Watschn  kriegen. Gsindl!“

B: „Haha aber echt. Unterm Adolf hamma die einfach weggräumt. A Spritzn und vorbei war´s mit dem Gfick was dem Steuerzahler auf der Taschn liegt. Vielleicht sollt ma den Genossen Heinrich Gross mal hinschicken, damit er aufräumt, hahaha“.

A: „Hahaha, ka schlechte Idee. Sind eh ein Haufen ehemaliger Kameraden dort als Erzieher und Aufpasser und Hausmeister und so. Alles Rote jetzt natürlich. Na ja. Du, wie gehts deiner Frau?“

B: „Ja eh gut. Weißt eh wie das is nach ein paar Jahren Ehe, da ist es halt nimmer das Gleich wie es amal war“.

A: „Willst eine 13-Jährige pimpern? Solltest mal! So unverbraucht und fesch und nach ein paar Watschn auch total willig. Und kost ned viel, 30 Schilling musst dem Genossen geben, der grad Dienst hat am Wilheminenberg. Der arrangiert dann alles und lasst dich drüberrutschen“.

B: „Kling ned schlecht, aber was is mit der Polizei?“

A: „Geh bitte, erstens glaubt den Gschrappen eh keiner ein Wort und zweitens waren Genossen vom Stadtkommando auch schon dort und ham pempert. Bei der Geburtstagsfeier vom Oberst Pepi hamma sogar die Haserln aus dem Heim antanzen lassen, damit´s uns alle bedienen“.

B: „Und du hast echt ka Angst dass das mal rauskommen könnt?“

A: „Na echt ned. Leut von der Zeitung ham sich auch schon mal ein paar Mäderln und Buben zuführen lassn. Und selbst wenn da mal was rauskommt, wer glaubt denn bitte einem rachsüchtigen Heimkind?“

B: „Richtig, das is ja fast so wie mit dem Professor Wurst in Klagenfurt. Der soll ja auch fleißig auf der Psychiatrie die Kinderlein vögeln und nix passiert, weil denen keiner was glaubt, den behinderten Tschapperln“.

A: „Na siehst, du hast es erfasst. Freundschaft noch“.

B: „Freundschaft“

Hypo: Von Gangstern und „Tockern“

Zur Hypo AA nur soviel: Wenn nach diesem größten Bankenskandal der zweiten Republik wieder niemand von seinem Pöstchen zurücktritt, wenn wieder kein einziger Politiker oder Millionenabzocker in den Knast geht, weil die Justiz(ministerin) sich weigert, schwarze und blau-orange Gangster zu belangen, und also Helmut Elsner der einzige bleibt, der neun Jahre im Gefängnis abbrummen muss, obwohl seine Geschäfte „nur“ dem ÖGB die BAWAG gekostet haben, nicht aber dem Steuerzahler hunderte Millionen, wenn also bei der HAA nicht rasch und hart durchgegriffen wird und jene, die sich mit Summen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe bei dieser Bank bedient haben, dann verspielt nicht nur die Justiz jegliches Vertrauen, das man in sie haben sollen müsste, auch ganz Österreich wäre dann endgültig und offiziell zur ärgsten Banenenrepublik und zum tiefsten Korruptionssumpf der EU abgestiegen. Ich hege die (vergebliche?) Hoffnung, dass sich die Bürger diesen Skandal nicht bieten lassen, dass die Medien endlich einmal wirklichen Druck erzeugen, und ich erwarte, die Verantwortlichen demnächst auf der Anklagebank sitzen zu sehen.

Dafür, dass Jörg Haiders Partei in der HAA einen finanziellen Selbstbedienungsladen hatte, dass sich deutsche Gauner auf Einladung des BZÖ durch Insidergeschäfte aberwitzige Summen aneignen konnten, dass dubiose Figuren“ für „mündliche Beratungen“, über die keine Unterlagen vorliegen, Millionen abkassiert haben, dass die Balkan-Mafia über Luftgeschäfte mit der HAA ihr Geld wusch und sich ihren Luxus finanzierte, für all das darf nun der österreichische und deutsche Steuerzahler bluten. Konkret wird die Bayern LB 825 Millionen Euro zahlen, das Land Kärnten 200 Millionen, Miteigentümer Grawe (Grazer Wechselseitige) 30 Millionen und – was das Sahnehäubchen ist – der Staat Österreich schießt 450 Millionen zu.  Außerdem wird die Liquidität der HAA aufgestockt. Dafür zahlen die Bayern zusätzlich drei Milliarden (!) Euro, das Land Kärnten nochmal 227 Millionen (!) und die Grawe 100 Millionen. Zusätzlich spendieren Österreichs große Banken der HAA 500 Mios (!).

Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch, der die bayrischen und österreichischen Steuerzahler als „Tockern“ (Deppen) bezeichnet hatte („nicht der, der verlangt ist ein Tocker, sondern der, der zahlt“), da diese schön brav das vom BZÖ angerichtete Finanzdesaster ausbaden, entbödete sich nicht, angesichts der 427 Millionen Euro, die Kärnten nun blechen muss, von einem „guten Geschäft für Kärnten“ zun halluzinieren. Wer da wohl, nach dem Steuerzahler, der größte aller „Tockern“ ist?

Ach ja, zum Schluss noch was, worüber sich der österreichische Wähler mal Gedanken machen sollte: Was ist der Unterschied zwischen Österreich und Bayern? In Östereich grinsen Finanzminister Pröll und Kärntens Landeshauptmann Dörfler dummdreist und auf die nötige Hilfe von Justizministerin Bandion-Ortner vertrauend, in die Kameras, in Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft und es werden (Politiker)Köpfe rollen.

Antifa vs. Antifaschisten

Der Wiener Journalist Karl Pfeifer schreibt seit Jahrzehnten bestens recherchierte Artikel und Kommentare über und natürlich gegen den Neofaschismus in Europa. Wenn einer ganz sicher ein Antifaschist ist, dann er. Das hinderte aber ein paar Mitglieder einer Bielefelder Antifa-Gruppe nicht daran, einen Vortrag des 81jährigen Holocaustüberlebenden über den in Ungarn wütenden Rechtsextremismus zu verhindern, indem sie ihn zunächst ohne jeden Beweis beschuldigten, er habe als Mitglied der Palmach im israelischen Unabhängigkeitskrieg bei „Massakern“ an Arabern mitgewirkt. Als dies nicht verfing und die Brüder keine Beweise vorlegen konnten, beharrten sie einfach darauf, dass Pfeifer ein Zionist sei, und man Zionisten ebensowenig als Sprecher haben wolle wie Mitglieder des „Schwarzen Septembers“. Pfeifer selbst durfte sich vor dem „Antifa-Tribunal“ nicht äußern, er wurde einfach ausgeladen. Später gelang es dann, den Vortrag an einem anderen Ort doch noch zu halten. Doch die bittere Erkenntnis bleibt: Für einflussreiche Mitglieder der Antifa ist Zionismus ein Vergehen, das sie gleich mal mit Rassismus und Faschismus auf eine Stufe stellen (so wie sie groteskerweise die Freiheitskämpfer der Palmach mit den Terroristen des Schwarzen September gleichsetzen). So kam es also, dass einer der engagiertesten Antifaschisten, die mir bekannt sind, ein Mann, der die Shoa überlebte und seither den Faschismus bekämpft, wo auch immer er ihn wirken sieht, dass also dieser 81jährige Wiener Jude sich bizarre Anschuldigungen von selbst ernannten Antifas anhören musste und, wie ich die Antifaszene kenne, noch froh sein durfte, neben den Verleumdungen nicht auch noch körperlich attackiert zu werden. Ich frage: Was für ein Antifaschismus ist das, der einen Vortrag über die extrem gefährliche Neofaschistenszene in Ungarn mit fadenscheinigen „Argumenten“ verhindert? Was sind das für „Antifaschisten“, die im Zionismus, also dem Wunsch nach einem jüdischen Staat und der Verteidigung dessen Existenz, ein Verbrechen sehen? Für mich sind solche Leute keine Antifaschisten, sondern entweder kleine Idioten ohne Geschichtskenntnisse, die die Parolen ihrer Vorväter nachbeten, oder gefährliche Querfrontler. Jedenfalls ist diese Sache ein weiterer bräunlicher Fleck auf der in der Selbstwahrnehmung der Akteure ach so sauberen Weste der Antifa-Milchbuben.

ps: Wer gegen den Zionismus ist, also den Juden nach Jahrhunderten der Verfolgung, die im Holocaust kulminierten, ihren Staat wegnehmen und sie damit wieder zu wehrlosen Opfern machen möchte, ist ein Antisemit. Punkt.

Nordkoreaausstellung und: Who the bloody fuck is Wolfgang Bogner?

Bei der Nordkoreaausstellung des antiimperialistischen Fotografen Wolfgang Bogner, die am 21. Oktober im Kärntner Landhaus eröffnet werden soll, habe ich mich bereits gefragt, warum denn der „Künstler“ und der Kärntner Landtag in der Einladung nur davon schwärmten, dass es in Kim Yong-Ils Reich „keine Ausländer, keine Asylanten und kein Gesindel“ gäbe, die Zustände in Wahrheit dem Paradies recht nahe kämen und alles andere bloß „imperialistische Propaganda“ sei, aber warum nicht auch darauf hingewiesen wurde, dass sicherlich die Juden am schlechten Image Nordkoreas schuld seien. Aber ich habe mich zu früh gefragt, denn die Antwort kam sogleich, zitiert aus dem „Standard“: Nordkorea sei, anders als im Westen kolportiert, „nicht im Chaos“ . Warum dieser Eindruck im Westen entstehe? Es sei eine „böse Lügen-Propaganda der jüdisch-imperialistischen Aggressoren aus den USA“ . Bogner im Gespräch mit dem Standard: „Ein provokanter Text, gebe ich zu. Provokation ist eine ursächliche Aufgabe der Künstler. Ich zitiere ja nur die Koreaner. Ich will die Wahrheit verbreiten, dass Korea nicht im Chaos liegt, dass die Leute freundlich sind, nicht hungern müssen, dass sie fröhlich sind und alle eine Arbeit haben.“ Und es sei ihm noch etwas in Nordkorea aufgefallen, schreibt Bogner im Begleittext: „Deutschland und Österreich genießen Sympathien: beide Länder kämpften gegen die amerikanischen Imperialisten und hatten deren Bombardements zu erdulden (…) Interessant war ein hochverehrter Dynastie-Gründer, der auf einem riesigen Gemälde die rechte Hand wie zum deutschen Gruß erhebt. Meine beiden Begleiter wussten genau Bescheid über die Bedeutung dieser heutzutage umstrittenen Armbewegung.“

Ist schon eine Sauerei, ein jüdisch-imperialistisches Aggressorenkomplott vermutlich, was heutzutage alles als „umstrittene Armbewegung“ gilt. Zum Glück wissen die Nordkoreaner laut Bogner zu schätzen, dass der Gröaz (der größte Antiimperialist aller Zeiten) Adolf Hitler gegen die „amerikanischen Imperialisten“ kämpfte, weswegen „Deutschland und Österreich (in Nordkorea, Anm.) Sympathien genießen“

Fassen wir mal zusammen: Das Land Kärnten stellt eine seiner Gallerien einem Mann zur Verfügung, der für eine der schrecklichsten und gefährlichsten Diktaturen der Welt die Propagandatrommel rührt, dies mit einer Überdosis Antisemitismus garniert und dazu noch die Nordkoreaner als Nazi-Gesinnungsfreunde halluziniert und vereinnahmt. Der für das Landhaus verantwortliche BZÖ-Landtagspräsident Josef Lobnig stellt dem eingebräunten Antiimperialisten nicht nur Räumlichkeiten des Landes Kärnten zur Verfügung, er springt Bogner auch ideologisch zur Seite und faselt (besoffen?): „Bogner versucht zu dokumentieren, dass diese Lügenpropaganda nicht stimmt, dass das Land frei ist, dass die Menschen dort nicht in Armut leben und ihre Kultur leben dürfen.“ Nachdem ein großer medialer Wirbel losgebrochen ist, zieht sich Lobnig nun auf „die Freiheit der Kunst“ zurück und will den Inhalt der Ausstellung plötzlich nicht mehr kommentieren (nachdem er wohl parteiintern wegen Verherrlichung eines kommunistischen Regimes ein paar auf die Fresse gekriegt hat, vermute ich).

Wer zum Henker ist aber dieser Wolfgang Bogner, und könnte es sein, dass hier ein gerissener Künstler mit bösestem Humor eine Riesen-Medienverarsche abzieht und die Kärntner Politiker als die Schafe, die sie sind, entlarvt? Nein, das ist leider nicht der Fall. Ich zitiere mal ein bisschen aus seiner Homepage (oder ist es doch eine „Heimatseite„?):  Vom kubanischen Kulturministerium eingeladen verbrachte der Villacher Fotokünstler und Schriftsteller im Winter 2008/9 einige Monate auf der Karibikinsel. (…) Auch mehrere Lesungen seiner ins Spanische übersetzten Texte hielt Bogner, u.a. im großen Teatro Heredia in Santiago de Cuba. Besonders beliebt waren im Kommunistenstaat Kuba seine zeitkritisch-ironischen Essays, die westliche Konsumgesellschaft aufs Korn nehmend. Neben vielfachen regionalen Radio- und Fernseh-Interviews hat auch das nationale kubanische TV zwei Kurzberichte ausgestrahlt. Mehr als einen Monat hat Wolfgang Bogner auch auf dem Land gelebt, in einfachen Holzhäusern ohne Fließwasser, mit Ochsen, Pferden und Hühnern, gekocht mit offenem Feuer, geschlafen unter einem Moskitonetz…

Wundert es einen, dass ein Typ, der Fließwasser, motorisierten Verkehr und Elektifizierung offensichtlich als Auswüchse der „westlichen Konsumgesellschaft“ verachtet, in Nordkorea, diesem Kuba hoch zwei, seinen Himmel auf Erden fand? An Kuba wird ihn wohl ein wenig gestört  haben, dass es nicht ganz so „ausländer- und asylantenfrei“ ist wie die asiatische Volksrepublik. Dafür gab es als Ausgleich Moskitonetzromantik.

Aufschlussreich finde ich dieses Gedicht von Bogner, nach dessen Lektüre bitte jeder meiner Leser sein eigenes Urteil über den Geisteszustand des Verfassers fällen sollte:

Leichter Sinn,
sinniert Chrissinne leicht besinnlich,
sei nicht Leichtsinn, keinesfalls,
Besinnung auf die Sinne,
leicht, grazil, leichtflügelig,
sinnt Chrissinne hehren Sinnes weiter,
neue, leichte Sinneswege zu ersinnen,
einer Leichtigkeit der freien Sinne
sinnvoll zu besinnen sich,
vorzusinnen anstatt nachzusinnen,
hellzusinnen anstatt trübzusinnen
schaffe weite Sinnesräume,
überweite Sinnesträume,
übersinnt Chrissinne,
sinnlich sehr in ihrem Sinnen!
Leicht sinnig sei nicht leichtsinnig,
welch sinnlose Unsinne, Stumpfsinne,
erregt sie sich, Chrissinne,
federleicht, gedankenleicht,
in gleitender Besinnlichkeit
sich zu entsinnen
der schwingend leichten Sinnesfreuden,
aus dem Tiefsinn aufzuschweben
in die endlos hohen Sinneswelten
hoch empor zur klaren Leicht-Sinnigkeit,
zeuge nie gesehene Sinnesreiche,
versinnt verzückt in diesem Sinne,
die weise Chrissinne.

Ok, der Mann ist Künstler, und wohl keiner von der Sorte, die ein Nichtsnutzsasein bloß mit dieser Berufsbezeichnung tarnen wollen, denn Bogner ist immerhin in einigen öffentlichen Kunstsammlungen vertreten (Bundeskanzleramt/Artothek des Bundes; Museum Moderner Kunst Kärnten; Städte Klagenfurt, Traun, Wels, Villach; Gem. Aschach/D.; Städte Rom, Urbania, Borgo Pace, Gradisca d’Isonzo; Il Fotogramma/Rom, Le Venezie/Treviso). Kunst und ganz ganz üble politische Ansichten schließen einander bekanntlich nicht aus, wobei ich kein Kunstkritiker bin und mir daher kein Urteil über die Qualität seines Werks anmaße (außer, dass das zitierte Gedicht Scheiße zum Quadrat ist). Nur eines ist klar: Bogner gehört nicht zu den Großen des Kunstbetriebs,  seine Abhängigkeit von öffentlichen Sammlungen spricht auch nicht dafür, dass hier ein Genie am Werk ist.

Und Bogner hat sich als widerlicher Antisemit und Hasser des Westens geoutet, bei dem sogar die Spinner von der Antiimperialistischen Koordination noch was lernen könnten. Von mir aus soll er als Künstler Narrenfreiheit genießen, doch dass er Atomwaffentechnologieproliferanten und Riesengulags wie Nordkorea mit Unterstützung des österreichischen Steuerzahlers glorifizieren darf, ist einer der größten Skandale, die der hiesige Kulturbetrieb je hervorgebracht hat. Wenn Bogner schon eine Ausstellung über die von den bösen amerikanischen Judenimperialisten drangsalierten reinrassigen Edelmenschen des nordkoreanischen Terrorstaates machen will, soll er dies bei seinem Stammwirten tun und bitte nicht in einem dem Land Kärnten gehörenden Gebäude!