Royal pain in the ass

Während Spaniens Bevölkerung unter einem drakonischem Sparkurs leidet, sollte man nicht vergessen, dass es auch der spanische König nicht leicht hat. Juan Carlos hat sich nämlich bei der Jagd auf Elefanten die Hüfte gebrochen. 20.000 Euro kostet es übrigens, ein Exemplar der größten Landsäugetiere des Planeten totzuschießen. Aber wer würde schon Cents zählen wollen wenn die Herrschaft herrschaftlichen Vergnügungen nachgeht? Dekadenz? Ach wo! Der Pöbel hat Probleme, zugegeben, und junge Spanierinnen und Spanier wandern aus, weil es in der Heimat nur noch Scheißjobs gibt (falls überhaupt). In den überfüllten Wartesälen der Krankenhäuser krepieren die Leute, weil das Land halt sparen muss, aber man muss einsehen, dass so ein König doch ein bisserl verwöhnt ist, rein erlebnistechnisch betrachtet, und daher das Umbringen von Elefanten gerade noch einen milden Kitzel seiner royalen Nerven auslösen kann. Und irgendwann mal war der doch gegen die Faschos, nachdem die Faschos schon verloren hatten? Nein, Leute, Häme und Missgunst sind hier fehl am Platze, lasst uns viel mehr Mitleid empfinden mit dieser schmarotzenden Warze am Arsch des spanischen Volkes! Und lasst uns zu den Gebeinen der Cousine dritten Grades der Heiligen Johanna von Santiago beten, dass der Monarch wieder völlig genesen möge, auf dass er noch viele böse Elefanten totmachen kann! Auf unsere Kosten.

Viva Espana!

Mich persönlich freut es, dass Deutschland heute von Spanien aus der WM geschossen wurde. Obwohl ich ganz offen zugebe, dass die deutsche Elf in den meisten Spielen wirklich guten Fußball gespielt hat – schnell, originell, diszipliniert, hübsch anzusehen. Aber beim Gedanken an die blöden „Schland, Schland“-Chöre und die Autokorsi und Zehntausende in die Nationalfarben gehüllte, von Alkohol und Chauvinismus besoffene Fans bin ich sehr froh, dass aus dem Titel nichts geworden ist. Außerdem kann sich die deutsche Politik jetzt nicht mit der Leistung der Nationalelf schmücken und ihre erbärmliche Performance durch vorgetäuschten Sportenthusiasmus aufhübschen. Viva Espana!