Wenn Petzner aussendet

Zu der aktuellen Diskussion um den antisemitischen Ausfall des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) hat sich nun auch der parteiintern völlig demontierte Gerade-Noch-BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner zu Wort gemeldet, und wie üblich hat er dabei ins Klo gegriffen. BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner sprach am Sonntag in einer Aussendung von einer „leidigen Diskussion, die Österreich nur schadet und die Wähler der FPÖ völlig zu Unrecht ins Nazi-Eck stellt“, schreibt die APA. Das, liebe Heulboje Petzner, hat niemand gemacht. Kein Mensch hat die Wähler der FPÖ in ihrer Gesamtheit „ins Nazi-Eck“ gestellt. Ins Nazi-Eck stellen sich bloß die Nazis selber. Ins Nazi-Eck stellen sich parlamentarische Mitarbeiter von Graf, die bei einem Nazi-Devotionalienhandel Nazi-T-Shirts bestellen. Ins Nazi-Eck stellt sich eine Partei, die einen offen antisemitischen EU-Wahlkampf führt. Ins Nazi-Eck stellt sich die FPÖ, die an Jungwähler und im Internet einen Comic vertreibt, der in seiner Machart und seiner dehumanisierenden Absicht dem „Stürmer“ ähnelt. Ins Nazi-Eck stellen sich rassistische Vortragende an freiheitlichen Parteiakademien. Ins Nazi-Eck stellt sich ein FPÖ-Parteivorsitzender, der den „Kühnengruß“ benutzt. Kein Vertreter der demokratischen Parteien Österreichs hat hingegen die FPÖ-Wählerschaft „ins Nazi-Eck gestellt“. Das, Petzner, ist eine taktische Unterstellung ihrerseits, die die FP-Wähler empören soll, und die umso mehr verwundert, da sie der FPÖ nützt, der Konkurrenzpartei des BZÖ. In Klagenfurt, wo das BZÖ-Machtzentrum liegt, wird man ihre heutige Aussendung daher wohl mit Kopfschütteln und dem Stoßseufzer „schon wieder dieser Petzner“ zur Kenntnis genommen haben. Sagen sie mal, Petzner: Sind sie wirklich so unintelligent?