Der Ulrichsberg rülpst

Auf der Facebookseite, die den Eindruck erweckt,  der offizielle FB-Auftritt der „Ulrichsberggemeinschaft“ zu sein, wird wieder mit „Heil“ gegrüßt. Sollte dieser Facebookauftritt tatsächlich vom Verein „Ulrichsberggemeinschaft“ stammen, stellt sich einmal mehr die dringende Frage, warum dieser Haufen immer noch von öffentlichen Geldern mitfinanziert wird.

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Sie, Uwe Scheuch…

fordern (lol) in einer Aussendung, dass das Ulrichsbergtreffen „keinesfalls am Altar des linken Meinungsterrors geopfert“ werden dürfe. Wie sieht der denn aus, dieser Altar? Ein großer roter Marmorblock, links davon eine Fahne mit Hammer und Sichel, rechts davon eine mit dem „Allsehenden Auge“, auf dem Altar liegt drohend die „Auschwitzkeule“, über dem Altar schweben dominierend der Davidstern und eine zweisprachige Ortstafel,  und im Tabernakel liegen das Handbuch des linken Meinungsterrors sowie eine Ausgabe der „Protokolle“? Hat man sich das so vorzustellen? Oder ist es, mal ganz unter uns, Uwe, doch eher so, dass Phrasen dreschende Bauern auf dem Mähdrescher besser aufgehoben wären als in der Politik?

Ulrichsbergtreffen: Was Mut bewirkt

Dass ich das noch erleben darf! Das Ulrichsbergtreffen wurde heuer erstmals seit Jahrzehnten abgesagt. Das ist der Entschlossenheit von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) zu verdanken. Sein klarer Befehl, das Bundesheer nicht am Treffen teilnehmen zu lassen, nachdem der NS-Devotionalienhandel des geschäftsführenden Obmanns der Ulrichsberggemeinsschaft, Wolf-Dieter Ressenig, bekannt geworden war, hat die Veranstalter nicht nur vor ein fast unlösbares Logistikproblem gestellt, sondern auch anderen Menschen, darunter auch solchen, von denen man das nicht erwartet hätte, den Mut gegeben, mal Tacheles zu reden. So traten nicht nur der ehemalige SP-Politiker und Präsident der Ulrichsberggemeinschaft, Rudolf Gallob, und der Obmann des Vereins, der Klagenfurter ÖVP-Stadtrat Peter Steinkellner wegen „mangelnder Abgrenzung zum Extremismus“ zurück. Sogar BZÖ-Landeshauptmann Dörfler erklärte, er bleibe der Veranstaltung fern, da ihm diese „zu weit rechts“ sei. An diesem Beispiel sieht man, was schon eine relativ kleine Geste des politischen Anstands und ein bisschen politischer Mut verändern können. Darabos hat vorgezeigt, wie man mit Rechtsextremisten umzugehen hat, und wie gut das der Demokratie tut.