Faymann, hör die Signale!

Schlechte Zeiten für Österreichs Sozialdemokraten. Minus zehn Prozent in Kärnten, minus sechs Prozent in Salzburg, und jetzt minus 4,4 Prozent bei den Arbeiterkammerwahlen in Tirol. Das sieht nicht gut aus, Genossen, das sieht überhaupt nicht gut aus, denn das kann man nun ruhigen Gewissens einen bundesweiten Trend nennen. Die Wirtschaftskrise hat gerade erst die Zähne gezeigt und noch nicht mal richtig zugebissen, und trotzdem marschiert die Wählerschaft stramm nach rechts. Darf man sich nun irgendwelche Aktivitäten der SPÖ erwarten, irgendwelche knackigen Ansagen, irgendwelche Vorschläge, die über ein sediertes Weiterwursteln im Zeichen des Burgfriedens hinausreichen? Oder warten sie, Herr Faymann, doch eher zu, bis der Strache Kanzler ist?

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Die Gewinnerwarnweste

Noch immer analysieren Meinungs- und Motivforscher die Wählerströme in Kärnten und sie alle übersehen das Offensichtliche: Dörfler gewann wegen der schicken orangen Warnweste, die er so gerne trägt. Das Teil transportiert gleich mehrere Botschaften für verschiedenste Zielgruppen.

Ich hab das mal werbepsychologisch aufgedröselt. Die Jacke sagt…

…den Arbeitern: „Ich bin auch ein Hackler. Gemma auf ein Bier oder zwölf“

…den Frauen: „Ich bin viril wie ein sizilianischer Betonmischer“

…den Kindern: „Ich bin fast ein Clown, sag deinen Eltern, dass sie mich wählen sollen“

…den älteren Mitbürgern: „Ich seh so aus wie ihr bei euren Abendspaziergängen“

…den Schwulen: „Ich bin einer von den Village People“

doerfler

The 12 Monkeys return

Selten zuvor hat eine Partei so schnell und nachhaltig ihr mühsam gebasteltes Image der Ehrenhaftigkeit und Harmlosigkeit ruiniert, wie es derzeit die Grünen in Österreich tun. Mit ihrer kritiklosen und massiven Unterstützung der Tierschutzsekte „Verein gegen Tierfabriken“ und der Reihung von deren Chef, Martin Balluch, auf ihrer Kandidatenliste zur Nationalratswahl fällt die Maske der sanften Umweltschützer und es kommt die hässliche Fratze des Ökofaschismus zum Vorschein. Der „Verein gegen Tierfabriken“ ist nämlich keineswegs nur ein Sammelbecken für durchgeknallte Wohlstandskids auf Sinnsuche, sondern erfüllt in Österreich, Deutschland und vor allem der Schweiz eine Scharnierfunktion zwischen Ökologisten und Faschisten. Schauen wir uns mal die Geschichte dieser Organisation an. Gegründet wurde der VgT in Österreich im Jahr 1992 von Dr. Franz-Joseph Plank (Geschäftsführer), Vanja Hans Palmers (Präsident) und dem Schweizer Erwin Kessler (Vizepräsident). Letzterer darf laut einer Entscheidung des Züricher Bezirksgerichts als „Antisemit, der die Juden in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabgesetzt“  habe bezeichnet werden und der schweizer OGH befand, dass Kessler „auf Grund seiner nachweislichen Kontakte zu Revisionisten und Holocaustleugnern im konkreten Zusammenhang mit der antisemitisch motivierten Polemik um das Schächtverbot ohne Verletzung seiner Persönlichkeit Kontakte zur Neonazi- und Revisionistenszene nachgesagt werden durften“. Kesslers Statement dazu: „Wenn jeder ein Antisemit ist, der das Schächten kritisiert, dann bin ich halt einer“. Kritische Artikel und sogar Dissertationen, die die klare Verbindung zwischen der antisemitischen Propaganda der Nazis und der Agitation radikaler „Tierschützer“ aufzeigen,  bezeichnet Kessler gerne als „jüdische Hetzschriften“ , wobei Juden für den schweizer Ökofaschisten ohnehin „Kannibalen und Nazis“ sind. Für diese und ähnliche Aussagen wurde der Mann 2004 schließlich wegen „mehrfacher Rassendiskriminierung“ und Körperverletzung (er hatte einem Landwirt Reizgas ins Geicht gesprüht) zu einer unbedingten Haftstrafe von fünf Monaten verurteilt. Soviel zum geistigen Urheber des „Verein gegen Tierfabriken“

Doch auch der derzeitige Vorsitzende des VgT, Martin Balluch, ist so harmlos nicht, wie er vorgibt zu sein. Nicht nur, dass gegen ihn nach wie vor der Verdacht besteht, eine kriminelle Vereinigung gegründet und in verbrecherische Aktivitäten wie Brandanschläge, Stinkbombenangriffe, Erpressungsversuche und Stalking etc verwickelt gewesen zu sein (die Staatsanwaltschaft vermutet einen österreichischen Ableger der terroristischen „Animal Liberation Front“), nein, Balluch ist auch gerne zur Stelle, wenn es gegen das Schächten geht, wenn für die Dehumanisierung des Menschen geworben oder die Shoah relativiert wird. Balluch nahm 2002 an einem „Tierschutzkongress“ teil, wo auch die Sekte „Universelles Leben“ stark vertreten war, die durch einen wirren Mischmasch aus UFO-Gläubigkeit, Bio-Wahn, Endzeitpanikmache, „Tierschutz“, Antikatholizismus und Antisemitismus auffällt und die Opfer des Holocausts als „reinkarnierte Seelen von römischen Sklavenhändlern“ halluziniert, die auf diese Weise für die Sünden ihres vorherigen Lebens büßen mussten. Bei den vom VgT regelmäßig ausgerichteten „Tierschutzkonferenzen“ kommt auch die radikalen Tierrechtsaktivisten eigene Geschmacksicherheit zum Zug, mit der das Leiden des lieben Viehs bildlich dargestellt werden soll. Neben Holocaustrelativierung wird zur Untermauerung der eigenen Wahnideen gerne auch auf Blasphemie zurückgegriffen:  

Sobald es um die systematische Entmenschlichung des Menschen, um „Menschenrechte für Menschenaffen“ und ähnlichen inhumanen Humbug geht, darf man sich darauf verlassen, dass der australische „Bioethiker“, Utilitarist und Unterscheider zwischen „wertem und unwertem Leben“, Peter Singer, sich in die Diskussion einmischt. Gelegenheit dazu gibt ihm die vorgeblich liberale österreichische Tageszeitzung „Der Standard“, in der Singer in einem Gastkommentar seinen Affenfetisch ausleben und den von der Justiz bedrängten VgT-Aktivisten seine Solidarität ausrichten darf. Schließlich ist sein 1975 erschienes Werk „Animal Liberation“ so etwas wie die Bibel der radikalen Tierrechtsszene (merke: Jede Pseudoreligion braucht ihre eigene Pseudobibel). Singer leistet seit jahrzehnten mit seinen scheinheilig vorgebrachten Argumenten für eine Ausdehnung des Ethikbegriffs auf die Tierwelt der Demontage des jüdisch-christlichen Ermordungsverbots massiv Vorschub und gibt alten wie neuen Nazis, obwohl er dies natürlich empört zurückweisen würde, eine philosophische Rechtfertigung für die Tötung Behinderter in die Hand. Kurz: Singer ist einer der intellektuellen Wegbereiter für den Abstieg der Menschheit in die Barbarei, und genau deswegen passt er wie der Deckel auf den Topf zu den dümmsten Aktivisten unserer Tage, die nicht einmal ein Bewusstsein dafür haben, dass sie mit Kampagnen wie „Holocaust auf ihrem Teller“ die Millionen Opfer des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms, die von den Nazis auf den Status von Vieh reduziert wurden, ein weiteres Mal dehumanisieren. 

So, Herr Van der Bellen, was haben Sie zu all dem zu sagen? Nichts? Das dachte ich mir schon.